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Was ist ein SEO-Audit?

SEO-Audit und Website-Audit erklärt: Definition, Abgrenzung, 20 Prüfpunkte als Checkliste, Onpage-Audit, KI-Sichtbarkeit, Tools und Reihenfolge.

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SEO-GrundlagenDie drei Säulen der Suchmaschinenoptimierung
Sichtbarkeit in der Suche
  • Technik
  • Onpage
  • Offpage
Ihre Website
Einordnung: SEO-Audit betrifft das ganze Zusammenspiel. Schema zur Einordnung, keine Messwerte.
Inhaltsverzeichnis
Passende LeistungSEO-AuditPrüfung Ihrer Website mit Maßnahmenplan in klarer Reihenfolge.

Ein SEO-Audit ist die systematische Prüfung einer Website auf alles, was ihre Auffindbarkeit in Suchmaschinen beeinflusst: Technik, Struktur, Inhalte, Verlinkung und Messung. Das Ergebnis ist keine Punktzahl, sondern eine sortierte Liste von Befunden mit Wirkung, Aufwand und Reihenfolge. So sehen Sie, was Reichweite kostet und was Sie getrost liegen lassen können.

Sie möchten Ihre Website prüfen lassen? Dieser Artikel erklärt Begriff und Vorgehen. Wie wir die Prüfung für Sie übernehmen und was Sie am Ende in der Hand haben, steht auf der Seite SEO-Audit beauftragen; die laufende Betreuung danach beschreibt unsere SEO-Agentur für den Mittelstand.

Ein Audit ist damit keine Maßnahme, sondern eine Entscheidungsgrundlage. Es beantwortet die Frage, in welcher Reihenfolge Arbeitszeit eingesetzt wird — und verhindert den häufigsten Fehler: monatelang Texte zu schreiben, die eine Suchmaschine gar nicht lesen kann.

SEO-Audit: Definition und Abgrenzung

Drei Dinge werden oft verwechselt:

  • Der Tool-Report. Ein Werkzeug crawlt die Website und gibt eine Liste mit Warnungen aus, oft mit einem „Score“. Das ist Rohmaterial, kein Audit. Ein Großteil der Warnungen ist für Ihre konkrete Website ohne Bedeutung.
  • Das SEO-Audit. Ein Mensch bewertet dieses Rohmaterial im Licht Ihrer Ziele, Ihrer Branche und Ihrer Wettbewerber, ergänzt es um Daten aus der Search Console und leitet eine Reihenfolge ab. Der Unterschied zwischen beidem ist der eigentliche Wert.
  • Die Wettbewerbsanalyse. Sie schaut nach außen: Wer steht für Ihre Themen vorn und warum? Sie gehört häufig zum Audit dazu, ist aber eine eigene Arbeit.

Welcher Name im Angebot steht, sagt dabei nichts über den Umfang — die Begriffe sortiert der nächste Abschnitt.

Ein Audit betrifft außerdem nicht nur SEO-Fragen. Regelmäßig kommen dabei Dinge ans Licht, die das Geschäft direkter berühren: kaputte Formulare, Seiten mit falschen Preisen, Weiterleitungsketten aus einem Relaunch vor Jahren.

Website-Audit, Site-Audit, Onpage-Audit: welcher Begriff was meint

Für dieselbe Arbeit sind mehrere Namen im Umlauf: SEO-Audit, Website-Audit, Site-Audit, Onpage-Audit oder, ganz deutsch, Audit der Suchmaschinenoptimierung. Wer Angebote vergleicht, sollte sich auf die Bezeichnung nicht verlassen — sie sagt nichts über den Umfang. Die Tabelle ordnet, was im deutschen Markt üblicherweise dahintersteckt.

BegriffWas gemeint istUmfang
SEO-AuditPrüfung aller Faktoren, die über die Auffindbarkeit entscheiden: Technik, Struktur, Inhalte, Verweise von außen, Messung.Der weiteste der Begriffe
Website-AuditOft dasselbe, manchmal weiter gefasst: zusätzlich Bedienbarkeit, Gestaltung, Rechtstexte, Einwilligungen, Barrierefreiheit. Fragen Sie nach, welche der beiden Lesarten gemeint ist.Gleich oder weiter
Site-AuditDie englische Schreibweise, verbreitet als Name einer Funktion in Werkzeugen. Dort bedeutet sie den Crawl der ganzen Domain, nicht die Bewertung.Meist nur der Crawl
Technisches AuditNur der technische Teil: Indexierung, Statuscodes, Rendering, Ladezeit, Auszeichnung.Ein Ausschnitt
Onpage-AuditAlles auf den Seiten selbst — Titel, Überschriften, Texte, interne Links, Bilder. Verweise von fremden Domains bleiben außen vor.Ein Ausschnitt
Content-AuditBestandsaufnahme der Texte: welche Seite trägt, welche doppelt sich, welche fehlt ganz.Ein Ausschnitt
SEO-CheckKeine feste Bedeutung. Meist ein kurzer Blick auf wenige Punkte, häufig als kostenloses Vorgespräch angeboten.Der kleinste Umfang

Beim Vergleich von Angeboten hilft deshalb eine andere Frage als die nach dem Namen: Verlangen Sie die Liste der Prüfpunkte und die Auskunft, wer die Befunde sortiert und begründet. Ein günstiges „Website-Audit“ ist häufig der unbearbeitete Tool-Report. Ein „SEO-Check“ beim Fachbetrieb kann dafür mehr wert sein als ein hundertseitiger Prüfbericht ohne Bewertung.

Voraussetzungen: Was vorher bereitliegen muss

Ein Audit ohne Daten ist geraten. Vor dem Start sollten vorliegen:

  • Zugriff auf die Google Search Console für die Domain, möglichst mit Historie. Sie ist die einzige Quelle, die zeigt, für welche Suchanfragen die Website tatsächlich erscheint.
  • Zugriff auf die Webanalyse (Analytics, Matomo oder vergleichbar), um Besucherwege und Absprünge zu sehen.
  • Zugang zum Redaktionssystem oder zumindest die Information, welches System läuft und wer Änderungen vornehmen darf.
  • Die Geschäftsziele. Welche Leistung soll Anfragen bringen, welche Region zählt, welche Produkte sind margenstark? Ohne diese Angabe lässt sich nichts priorisieren.
  • Die Historie. Gab es einen Relaunch, einen Domainwechsel, eine Abstrafung, einen Anbieterwechsel? Solche Ereignisse erklären die Hälfte aller Befunde.

Bereiche eines SEO-Audits

BereichWas geprüft wird
IndexierungWelche Seiten sind im Index, welche fehlen, welche gehören nicht hinein. Abgleich von Sitemap, Crawl und Search Console.
CrawlingErreichbarkeit, robots.txt, Sitemap, Weiterleitungsketten, HTTP-Statuscodes, Crawl-Tiefe.
TechnikHTTPS, Ladezeit und Core Web Vitals, Mobildarstellung, Rendering von JavaScript, Serverantwortzeiten.
StrukturNavigation, Kategorien, interne Verlinkung, Tiefe der wichtigen Seiten, Verteilung der Linkkraft.
OnPageTitel, Beschreibungen, Überschriftenhierarchie, Canonical-Angaben, hreflang, strukturierte Daten, Bilder und Alt-Texte.
InhalteAbdeckung der relevanten Suchanfragen, Duplicate Content, dünne Seiten, veraltete Angaben, passende Suchabsicht.
OffPageVerweisende Domains, Qualität und Themennähe der Backlinks, auffällige Muster, defekte Links auf die eigene Seite.
MessungIst die Search Console korrekt eingerichtet, werden Anfragen und Anrufe überhaupt gezählt, stimmen die Ziele in der Webanalyse?

Ablauf in sieben Schritten

Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Jeder Schritt setzt auf dem vorherigen auf.

  1. Ziele und Zahlen klären. Welche Leistung soll gefunden werden, wo stehen Klicks und Impressionen heute? Dieser Ausgangswert ist später der einzige Vergleichsmaßstab.
  2. Sichtbarkeit von außen aufnehmen. Für welche Suchanfragen erscheint die Website bereits, auf welchen Positionen, mit welcher Klickrate? Seiten mit vielen Impressionen und schlechter Position sind die ergiebigsten Kandidaten.
  3. Crawl fahren. Die Website vollständig mit einem Crawler durchlaufen und mit Sitemap und Index abgleichen. Hier zeigen sich Weiterleitungsketten, verwaiste Seiten und blockierte Bereiche.
  4. Technik prüfen. Ladezeit, Mobildarstellung, Rendering, Statuscodes, Auszeichnung. Was hier klemmt, macht jede spätere Inhaltsarbeit wirkungslos.
  5. Inhalte bewerten. Jede wichtige Seite gegen die Suchabsicht halten: Beantwortet sie die Frage, für die sie ranken soll? Fehlen Seiten für Leistungen oder Regionen ganz?
  6. Verweise ansehen. Herkunft, Themennähe und Entwicklung des Linkprofils, dazu kaputte Verweise, die Reichweite verschenken.
  7. Befunde sortieren und aufschreiben. Jeder Punkt bekommt Wirkung, Aufwand und Verantwortlichen. Ohne diese drei Angaben bleibt der beste Befund liegen.

SEO-Audit-Checkliste: 20 Prüfpunkte

Die Checkliste folgt der Reihenfolge des Ablaufs: erst Technik, dann Struktur, dann Inhalte. Haken Sie Punkt für Punkt ab und notieren Sie zu jedem offenen Punkt die betroffenen Adressen — ein Befund ohne Adresse lässt sich nicht beheben.

Nr.BereichPrüfpunktWo Sie es prüfen
1TechnikSearch Console eingerichtet, Domain-Property bestätigtSearch Console
2TechnikNur eine Version erreichbar: http leitet per 301 auf https, mit oder ohne www einheitlichBrowser, Crawler
3Technikrobots.txt sperrt keine wichtigen Bereicherobots.txt im Browser, robots.txt-Bericht in der Search Console
4TechnikXML-Sitemap vorhanden, eingereicht, ohne Weiterleitungen und 404Sitemap-Bericht
5TechnikWichtige Seiten ohne noindex und mit korrektem CanonicalURL-Prüfung, Crawler
6TechnikKeine 404-Seiten mit internen Links, keine WeiterleitungskettenCrawler
7TechnikLadezeit und Core Web Vitals auf dem Mobilgerät im grünen BereichPageSpeed Insights, Bericht „Core Web Vitals“
8TechnikMobildarstellung ohne abgeschnittene Inhalte oder zu kleine SchaltflächenSmartphone, Lighthouse
9TechnikInhalte und Links auch ohne JavaScript bzw. in der gerenderten Fassung sichtbarURL-Prüfung → gerenderte Seite
10StrukturEine eigene Seite pro Leistung und, wo sinnvoll, pro RegionSeitenliste gegen Leistungsliste
11StrukturWichtige Seiten mit höchstens drei Klicks von der Startseite erreichbarCrawler, Spalte Crawl-Tiefe
12StrukturKeine verwaisten Seiten ohne interne LinksCrawl gegen Sitemap
13InhalteJede Seite mit eigenem Titel und eigener Meta-DescriptionCrawler, Duplikat-Filter
14InhalteEine H1 pro Seite, die zur Suchanfrage passtCrawler
15InhalteKeine zwei Seiten, die um dieselbe Suchanfrage konkurrierenSearch Console → Suchanfrage → Seiten
16InhalteSeiten mit vielen Impressionen und niedriger Klickrate identifiziertSearch Console → Leistung
17InhalteDoppelte oder sehr dünne Seiten zusammengeführt oder ausgebautIndex-Bericht, Crawler
18AuszeichnungStrukturierte Daten für Organisation, Leistungen, FAQ fehlerfreiTest für Rich-Suchergebnisse
19LinksBacklink-Profil ohne auffällige Häufungen aus LinkfarmenBacklink-Werkzeug
20MessungAusgangswerte für Klicks, Impressionen, Position und Anfragen notiertSearch Console, Anfrageeingang

Die ersten fünf Punkte kosten zusammen selten mehr als eine Stunde und erklären die meisten Fälle, in denen eine Seite gar nicht bei Google erscheint. Die Punkte 13 bis 16 bringen meist den schnellsten Zuwachs an Klicks, weil sie an Seiten ansetzen, die bereits gefunden werden. Fünf weitere Prüfpunkte, die in älteren Vorlagen fehlen — von der Nennung in KI-Antworten bis zum Messwert INP — stehen im Abschnitt zu den neuen Prüfpunkten.

Sie möchten die Checkliste nicht selbst abarbeiten? Ein vollständiges SEO-Audit mit Maßnahmenplan und Ausgangszahlen aus Ihrer Search Console übernehmen wir auch einzeln, ohne laufende Betreuung. Im kostenfreien Erstgespräch zeigen wir Ihnen die drei Stellen mit dem größten Hebel.

Onpage-SEO-Audit: Seite für Seite prüfen

Das Onpage-Audit ist der Teil, der am schnellsten Klicks freilegt, weil er an Adressen ansetzt, die Google bereits kennt. Geprüft wird nicht die Domain als Ganzes, sondern jede wichtige Seite einzeln — und immer gegen eine Suchanfrage, nicht gegen ein Ideal. Sieben Fragen pro Seite, in dieser Reihenfolge:

  1. Für welche Suchanfrage existiert diese Seite? Ohne benannte Hauptanfrage lässt sich nichts bewerten. Steht keine im Konzept, liefert die Search Console sie nachträglich: die Anfrage mit den meisten Impressionen auf genau diese Adresse.
  2. Beantwortet die Seite diese Anfrage im ersten Absatz? Wer nach einem Wartungsvertrag für eine Druckluftanlage sucht, will Umfang, Intervall und Preislogik lesen — nicht die Firmengeschichte und nicht drei Absätze über Qualität.
  3. Ist der Titel eindeutig? Hauptbegriff am Anfang, und dieser Titel kein zweites Mal auf einer anderen Adresse. Vom System automatisch erzeugte Titel auf hundert Seiten sind der häufigste Onpage-Fund überhaupt.
  4. Trägt die H1 dieselbe Aussage wie der Titel? Eine H1 pro Seite, darunter H2 und H3 in logischer Ordnung. Zwei H1 oder eine H1 mit dem Firmennamen statt dem Thema verschenken die deutlichste Angabe, die eine Seite über sich machen kann.
  5. Welche internen Links zeigen auf die Seite, und mit welchem Ankertext? Eine Leistungsseite, die nur über die Sitemap erreichbar ist, gilt intern als unwichtig. Drei Links aus passenden Texten ändern das ohne eine Zeile neuen Inhalt.
  6. Konkurriert eine zweite Seite um dieselbe Anfrage? In der Search Console die Suchanfrage auswählen und die Spalte Seiten öffnen: Erscheinen dort abwechselnd zwei Adressen, teilen sie sich die Wirkung. Dann wird zusammengeführt, nicht optimiert.
  7. Sind Bilder, Alt-Texte und strukturierte Daten in Ordnung? Dateigrößen, sprechende Dateinamen, Alt-Texte mit Inhalt statt Schlagwortketten, fehlerfreie Auszeichnung für Organisation, Leistung und FAQ.

Jede geprüfte Seite endet mit einer von vier Entscheidungen: ausbauen, mit einer anderen zusammenführen, auf eine passende Adresse weiterleiten oder unverändert lassen. Die vierte Entscheidung wird am seltensten getroffen und ist am häufigsten die richtige — bei hunderten Seiten trägt ohnehin nur ein Teil Umsatz. Wie die einzelnen Stellschrauben zusammenwirken, erklärt der Artikel Onpage-SEO.

Zwei Sonderfälle gehören in denselben Durchgang. Regionale Seiten prüfen Sie zusätzlich gegen das Unternehmensprofil: gleicher Name, gleiche Anschrift, gleiche Öffnungszeiten, und die Ortsangabe im Text statt nur im Titel — was dabei zu beachten ist, steht bei Local SEO. Und bei Seiten, die aus einem Baukasten oder einem Shop-System stammen, prüfen Sie nicht die Einzelseite, sondern das Muster: Was auf einer Produktseite falsch ist, ist es meist auf allen.

Neue Prüfpunkte: KI-Antworten, INP, E-E-A-T

Die zwanzig Punkte oben gelten unverändert. Dazugekommen sind fünf, die in älteren Checklisten fehlen oder dort noch falsch benannt sind. Wenn ein Angebot keinen davon erwähnt, ist die Vorlage dahinter ein paar Jahre alt.

1. Werden Sie in KI-Antworten genannt?

Der Google AI Mode und die KI-Übersichten greifen auf denselben Suchindex zu wie die normale Suche: Eine Seite, die nicht indexiert ist, kann dort auch nicht als Quelle dienen. Der Unterschied liegt in der Frage. Statt „auf welchem Platz stehen wir“ lautet sie „werden wir in der Antwort genannt“ — und eine KI-Antwort nennt häufig nur zwei bis vier Anbieter oder Quellen. Die Search Console hilft hier nicht weiter: Klicks und Impressionen aus dem KI-Modus fließen ohne eigene Trennung in die normalen Leistungsberichte ein. Im Audit wird dieser Punkt deshalb von Hand erhoben — die typischen Fragen Ihrer Kunden stellen, Antworten und genannte Quellen festhalten, Datum dazu. Das ist der Ausgangswert, gegen den später gemessen wird; die Systematik dahinter beschreibt Generative Engine Optimization, die laufende Arbeit daran unsere Seite zur KI-Sichtbarkeit.

2. Sperrt die robots.txt versehentlich die KI-Crawler aus?

Die Anbieter betreiben getrennte Bots: Trainings-Crawler sammeln Texte für künftige Modelle, Such- und Abruf-Crawler holen Inhalte in dem Moment, in dem jemand eine Frage stellt — aus diesen Abrufen entstehen die Quellenangaben in den Antworten. Wer in der robots.txt pauschal alles sperrt, hält nicht nur das Training draußen, sondern verschwindet auch aus den Antworten. Das Audit liest die Datei deshalb Zeile für Zeile und hält fest, welche Entscheidung dort tatsächlich steht und ob sie gewollt war. Zwei Verwechslungen kommen regelmäßig vor: Ein Eintrag für Google-Extended beeinflusst nicht, ob Ihre Seiten in der Google-Suche oder in den KI-Übersichten erscheinen, und Microsoft Copilot hängt am normalen Bingbot. Welcher Bot was tut, listet der Artikel KI-Crawler.

3. Gibt es eine llms.txt — und ist sie aktuell?

Die llms.txt ist ein vorgeschlagener Standard, keine verbindliche Norm, und wird bisher nur von einem Teil der KI-Dienste gelesen; für die Suche hat Google erklärt, die Datei nicht auszuwerten. Im Audit ist sie darum ein Nebenpunkt — aber einer mit Vorzeichen: Fehlt die Datei, ist nichts verloren. Liegt dagegen eine veraltete Fassung mit abgeschafften Leistungen und toten Links herum, verbreitet sie genau die falschen Angaben. Ein Befund lautet hier also entweder „gibt es nicht, optional“ oder „gibt es, stimmt nicht mehr, korrigieren oder entfernen“.

4. Steht in der Checkliste noch FID statt INP?

Bei den Core Web Vitals hat Interaction to Next Paint (INP) im März 2024 den älteren Wert First Input Delay (FID) abgelöst, der nur die erste Eingabe betrachtete. Geprüft werden heute drei Werte, getrennt nach Mobilgeräten und Desktop: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1. Maßgeblich ist das 75. Perzentil der Seitenaufrufe — drei von vier Besuchen müssen im grünen Bereich liegen —, und gezählt werden Felddaten echter Besucher über 28 Tage. Zwei Folgen für das Audit: Ein Bericht, der nur Laborwerte aus einem Schnelltest nennt, beschreibt nicht, was Besucher erleben; und eine Behebung zeigt sich erst nach Wochen, weil die Felddaten nachlaufen. Kleine Websites haben oft zu wenige Besuche für eigene Felddaten — dann steht im Befund genau das, statt einer Zahl mit Scheingenauigkeit.

5. Ist erkennbar, wer hinter den Inhalten steht?

E-E-A-T — Erfahrung, Fachwissen, Autorität, Vertrauen — ist kein Messwert und kein Regler, den man hochdreht; einen Wert, den Google für Ihre Seite speichert, gibt es nicht. Ein Werkzeug, das einen „E-E-A-T-Score“ ausgibt, zeigt die Schätzung seines Anbieters. Prüfbar ist dagegen, woran der Maßstab hängt: Autorenangaben mit Qualifikation statt Absender „Team“, vollständiges Impressum und Anschrift, nachvollziehbare Herkunft von Angaben, echte Bewertungen, Datum an Fachartikeln, dieselben Firmenangaben auf Website und in allen Profilen. Google nennt Vertrauen den wichtigsten der vier Teile. Strenger gilt der Maßstab bei Themen, bei denen falsche Angaben Geld, Gesundheit oder Sicherheit kosten können — Google nennt sie „Your Money or Your Life“. Dieselben Merkmale helfen übrigens bei Punkt 1: Was eindeutig zuordenbar und belegt ist, wird in KI-Antworten eher zitiert.

SEO-Audit-Tools

WerkzeugWofür
Google Search ConsoleSuchanfragen, Impressionen, Klicks, Indexierungsstatus, Seitenerlebnis. Kostenlos und die verlässlichste Quelle, weil die Daten von Google selbst stammen.
Screaming FrogVollständiger Crawl der Website: Statuscodes, Titel, Überschriften, Canonicals, Weiterleitungen, verwaiste Seiten.
PageSpeed Insights und LighthouseLadezeit und Core Web Vitals, jeweils als Labor- und als Felddaten.
Ahrefs, SEMrush, SistrixLinkprofil, Wettbewerbsvergleich, Suchanfragen-Recherche. Die Zahlen sind Schätzungen aus eigenen Datenbanken, nicht die Wahrheit der Suchmaschine.
Bing Webmaster ToolsZweite Perspektive auf Indexierung und Crawling, oft mit Hinweisen, die Google nicht anzeigt.
Der eigene BrowserSeite mit deaktiviertem JavaScript öffnen, Quelltext lesen, Formular abschicken. Findet regelmäßig Dinge, die kein Werkzeug meldet.

Wichtig ist die Rollenverteilung: Die Search Console liefert Tatsachen, alle anderen Werkzeuge liefern Hinweise. Wo sich beide widersprechen, gewinnt die Search Console.

Der SEO-Auditor: was ein Mensch anders macht als ein Werkzeug

SEO-Auditor ist keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern die Rolle der Person, die aus dem Rohmaterial ein Audit macht. Ihre Arbeit beginnt dort, wo der Crawl endet.

  • Verwerfen. Von hunderten Warnungen eines Werkzeugs bleiben für eine konkrete Website meist wenige übrig. Begründet wegzulassen ist der erste Teil der Leistung — und der, der in Tool-Reports vollständig fehlt.
  • Zusammenführen. Crawl, Search Console, Webanalyse und Ihre Ziele ergeben erst gemeinsam eine Aussage. Eine dünne Seite ist je nach Zusammenhang ein Problem, eine Datenschutzerklärung oder eine verlorene Leistungsseite — das Werkzeug sieht in allen drei Fällen dieselbe Warnung.
  • Ursachen benennen. Vierzig gemeldete Weiterleitungsketten sind kein Befund, sondern ein Symptom. Der Befund lautet: Beim Relaunch wurden die alten Adressen zweimal umgeschrieben. Repariert wird die Ursache, nicht die Liste.
  • Reihenfolge festlegen. Wirkung, Aufwand und Verantwortlichkeit zu jedem Punkt, und dazu eine Entscheidung, was in dieser Runde liegen bleibt. Das kann kein Werkzeug, weil es Ihre Margen und Ihre Kapazität nicht kennt.
  • Umsetzbar aufschreiben. Ein Befund ist fertig, wenn die betroffenen Adressen, die gewünschte Soll-Fassung und der Weg zur Prüfung daneben stehen — so, dass die Redaktion und die technische Betreuung ohne Rückfrage anfangen können.
  • Nachkontrollieren. Nach der Umsetzung erneut messen, an denselben Zahlen wie vor dem Eingriff. Ohne diesen Schritt bleibt offen, ob die Maßnahme gewirkt hat.

Woran Sie eine belastbare Auditorin oder einen belastbaren Auditor erkennen: Nach den Zielen und der Historie der Website wird gefragt, bevor über Werkzeuge gesprochen wird. Es gibt eine klare Aussage, was nicht empfohlen wird und warum. Befund, Ursache und Maßnahme stehen getrennt, nicht in einem Satz vermischt. Zahlen aus Drittwerkzeugen werden als Schätzung bezeichnet, Zahlen aus der Search Console als Tatsache. Und es gibt eine Ansprechperson für Rückfragen während der Umsetzung — die meisten Rückfragen entstehen nämlich erst dann.

Und was den Nachweis angeht: Zertifikate für SEO gibt es nur von Anbietern, die sie selbst ausstellen. Aussagekräftig ist stattdessen ein Beispielbericht ohne Kundennamen — daran sehen Sie in fünf Minuten, ob jemand bewertet oder abschreibt.

Wie Sie das Ergebnis lesen

Viele Auditberichte überfordern, weil sie alles gleich gewichten. Drei Fragen bringen Ordnung hinein:

  • Verhindert der Befund Sichtbarkeit oder schmälert er sie nur? Eine Seite, die nicht indexiert werden kann, ist unsichtbar. Ein fehlender Alt-Text ist ein Schönheitsfehler. Beides in derselben Liste mit derselben Farbe ist irreführend.
  • Wie viele Seiten betrifft er? Ein Muster, das 400 Produktseiten betrifft, schlägt jeden Einzelfehler auf der Startseite.
  • Was kostet die Behebung? Ein Häkchen im Redaktionssystem ist etwas anderes als ein Umbau der Templates. Ohne Aufwandsschätzung lässt sich keine Reihenfolge bilden.

Vom „Score“ eines Werkzeugs sollten Sie sich nicht leiten lassen. Er ist eine gewichtete Summe von Warnungen und sagt nichts darüber aus, ob Ihre Kunden Sie finden. Ein Bericht, der stattdessen sagt „diese fünf Dinge zuerst, aus diesem Grund“, ist mehr wert als hundert Seiten Tabellen.

Was Sie zuerst reparieren

Die Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt hat:

  1. Blockaden. Alles, was Indexierung verhindert: versehentliches noindex, ein Disallow in der robots.txt auf wichtige Bereiche, ein nach dem Relaunch stehen gebliebener Testserver-Schutz. Solche Funde sind selten, aber verheerend.
  2. Falsche Statuscodes und Weiterleitungsketten. Seiten, die 404 liefern, obwohl sie verlinkt sind; Ketten aus drei Weiterleitungen; Weiterleitungen auf die Startseite statt auf die passende Unterseite.
  3. Doppelte Inhalte und Canonical-Fehler. Wenn dieselbe Seite unter mehreren Adressen erreichbar ist, verteilt sich ihre Wirkung.
  4. Seiten mit vielen Impressionen und schlechter Position. Hier ist Nachfrage bereits nachgewiesen. Der Text muss meist nur vollständiger und klarer werden.
  5. Fehlende Seiten. Leistungen und Regionen, für die es gar keine eigene Seite gibt. Das ist Neuarbeit, aber meist die mit dem größten Ertrag.
  6. Ladezeit und Darstellung. Wichtig, aber selten der Grund, warum eine Website unsichtbar ist. Zuerst kommen die Punkte darüber.

Wir arbeiten diese Liste in der laufenden SEO-Betreuung von oben nach unten ab und prüfen jede Behebung nach — ein abgehakter Punkt ohne Nachkontrolle ist kein abgehakter Punkt.

Typische Funde in der Praxis

  • Alle Leistungen stehen auf einer Sammelseite. Die Suchmaschine kann keiner Leistung eine eigene Seite zuordnen, der Besucher findet seine Antwort nicht.
  • Der Relaunch liegt zwei Jahre zurück, die alten Adressen leiten immer noch auf die Startseite weiter. Die aufgebaute Wirkung der alten Seiten ist verloren.
  • Die Sitemap enthält Adressen, die 404 liefern, und die wichtigsten Seiten fehlen darin.
  • Titel und Beschreibungen sind vom System automatisch erzeugt und auf hundert Seiten identisch.
  • Die Website hat eine englische Version, aber keine hreflang-Angaben — beide Sprachversionen konkurrieren miteinander.
  • Formulare senden ins Leere, weil ein Mailzugang seit Monaten abgelaufen ist. Der häufigste Befund, der sofort Geld kostet.
  • Die Search Console war nie eingerichtet. Damit fehlt jede Grundlage, Veränderungen überhaupt zu bemerken.

Was kostenlose SEO-Audits taugen

Kostenlose Audit-Werkzeuge im Netz prüfen in Sekunden eine einzelne Seite und liefern eine Punktzahl. Als erster Blick ist das brauchbar: Wenn dort grobe technische Probleme auftauchen, sind sie meist echt. Drei Grenzen sollte man kennen.

Erstens prüfen sie eine Seite, nicht die Website — Muster über hunderte Seiten bleiben unsichtbar. Zweitens haben sie keinen Zugriff auf Ihre Search Console, kennen also weder Ihre Suchanfragen noch Ihre Positionen. Drittens ist das Werkzeug ein Vertriebskanal: Die Zahl fällt niedrig aus, damit ein Gespräch entsteht. Ein belastbares Audit braucht Ihre Daten und Ihre Ziele — genau deshalb sehen wir vor jedem Angebot in die Search Console und nicht in einen Schnelltest.

Wie oft ein SEO-Audit?

  • Vollständiges Audit: einmal jährlich, bei größeren Websites halbjährlich.
  • Technischer Kurzcheck: monatlich oder quartalsweise, abhängig davon, wie oft am System gearbeitet wird.
  • Anlassbezogen: vor und nach jedem Relaunch, nach einem Domain- oder Systemwechsel, bei einem auffälligen Einbruch in der Search Console und nach jedem Google Core Update, das sich in den Zahlen zeigt.

Der wichtigste Termin ist der vor dem Relaunch. Ein Audit, das erst nach dem Livegang stattfindet, dokumentiert den Schaden, statt ihn zu verhindern.

Häufige Fragen zum SEO-Audit

Was gehört in ein SEO-Audit?

Mindestens fünf Bereiche: Technik (Indexierung, Statuscodes, Ladezeit, Mobildarstellung), Struktur (Seiten pro Leistung, interne Verlinkung, Crawl-Tiefe), Inhalte (Titel, Beschreibungen, Suchabsicht, Doppelungen), Verlinkung von außen und Messung. Die Checkliste oben fasst das in 20 Prüfpunkten zusammen.

Wie mache ich ein SEO-Audit Schritt für Schritt?

Ziele und Ausgangszahlen festhalten, Sichtbarkeit in der Search Console aufnehmen, die Website mit einem Crawler durchlaufen, Technik prüfen, Inhalte gegen die Suchabsicht halten, Verweise ansehen und alle Befunde nach Wirkung und Aufwand sortieren. Die Details stehen im Abschnitt zum Ablauf.

Wie lange dauert ein SEO-Audit?

Für eine überschaubare Firmenwebsite sind wenige Arbeitstage realistisch, bei Onlineshops mit tausenden Seiten deutlich mehr. Den größten Teil der Zeit beansprucht nicht der Crawl, sondern die Bewertung: zu entscheiden, welcher der hunderte Befunde für dieses Geschäft zählt.

Was kostet ein SEO-Audit?

Der Preis richtet sich nach Größe und Komplexität der Website und danach, ob eine Wettbewerbsanalyse dazugehört. Da ein Audit reine Arbeitszeit ist, lässt es sich gut nach Aufwand abrechnen — unsere Sätze stehen unter Preise.

Brauche ich für ein Audit Zugriff für die Agentur?

Für eine technische Erstprüfung reicht die öffentliche Website. Belastbar wird das Ergebnis erst mit Lesezugriff auf die Search Console, weil sonst Impressionen, Positionen und Indexierungsmeldungen fehlen. Vollzugriff auf das System ist erst für die Umsetzung nötig.

Ist ein SEO-Audit dasselbe wie eine Wettbewerbsanalyse?

Nein. Das Audit schaut auf Ihre Website, die Wettbewerbsanalyse auf das Umfeld. Beides ergänzt sich: Erst der Vergleich zeigt, ob ein Befund normal ist oder Sie tatsächlich Reichweite kostet.

Bringt ein Audit allein bessere Positionen?

Nein — ein Audit ändert nichts an der Website. Es ist ein Plan. Der Nutzen entsteht in der Umsetzung, und zwar in der Reihenfolge, die das Audit vorgibt. Berichte, die in der Schublade landen, sind der häufigste Ausgang schlechter Audits.

Was ist der Unterschied zwischen technischem SEO-Audit und Content-Audit?

Das technische Audit fragt, ob die Suchmaschine die Seiten erreichen, lesen und einordnen kann. Das Content-Audit fragt, ob die vorhandenen Texte die Suchabsicht treffen und wo Seiten fehlen. Bei einem vollständigen Audit gehört beides zusammen, weil das eine ohne das andere wirkungslos bleibt.

Was ist der Unterschied zwischen SEO-Audit und Website-Audit?

Häufig keiner — die Begriffe werden synonym gebraucht. Manche Anbieter fassen das Website-Audit weiter und prüfen zusätzlich Bedienbarkeit, Gestaltung, Rechtstexte und Barrierefreiheit. Weil der Name nichts garantiert, entscheidet die Liste der Prüfpunkte. Die Abgrenzung zu Site-Audit, Onpage-Audit und technischem Audit steht oben in der Begriffstabelle.

Was macht ein SEO-Auditor?

Er bewertet das Rohmaterial aus Crawl und Search Console im Licht Ihrer Ziele: verwirft, was für Ihre Website ohne Bedeutung ist, benennt Ursachen statt Symptome, legt die Reihenfolge fest und schreibt die Befunde so auf, dass sie umsetzbar sind. Die Bezeichnung ist nicht geschützt und sagt für sich genommen nichts über die Qualität aus.

Gehört die Sichtbarkeit in KI-Antworten in ein SEO-Audit?

Ja, inzwischen als eigener Punkt. Weil Google den KI-Modus nicht getrennt in der Search Console ausweist, wird er von Hand erhoben: typische Kundenfragen stellen, die genannten Quellen festhalten, Datum dazu. Dazu kommt die Prüfung, ob die robots.txt die Abruf-Crawler der KI-Dienste nicht versehentlich aussperrt.

Können wir das Audit selbst machen?

Der erste Teil ja. Search Console einrichten, den Indexierungsbericht durchgehen, die Seiten mit vielen Impressionen und schwacher Position heraussuchen, Titel und Beschreibungen kontrollieren — das bringt bereits Klarheit. Aufwendig wird es bei Crawls großer Websites, hreflang, Rendering und der Frage, welcher Befund die Arbeitszeit wert ist. Wenn Sie an diesen Punkt kommen, ist das Erstgespräch der günstigere Weg.

Zusammenfassung

Ein SEO-Audit ist der Fahrplan vor der Arbeit: erst prüfen, was eine Suchmaschine heute lesen kann, dann entscheiden, wofür die nächsten Monate eingesetzt werden. Gute Audits sind kurz in der Bewertung und klar in der Reihenfolge — Blockaden zuerst, dann Statuscodes und Doppelungen, dann Inhalte mit nachgewiesener Nachfrage.

Bei uns steht ein solches Audit am Anfang jeder SEO-Zusammenarbeit: mit Fahrplan, Aufwandsschätzung und Ausgangszahlen aus der Search Console. Passende Nachbarthemen: SEO-Agentur, Crawlability, Onpage-SEO, Core Web Vitals, E-E-A-T.

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