Was ist eine Conversion Rate?
Conversion Rate einfach erklärt: Formel, was als Conversion zählt, typische Messfehler und wie Mittelständler mehr Anfragen aus ihrer Website holen.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
Inhaltsverzeichnis
Die Conversion Rate (Konversionsrate) ist der Anteil der Besucher einer Website, Landingpage oder Kampagne, die eine gewünschte Handlung ausführen – etwa ein Formular absenden, anrufen, einen Termin buchen oder kaufen. Sie wird in Prozent angegeben und zeigt, wie gut ein Angebot aus Aufmerksamkeit tatsächliche Anfragen oder Umsätze macht.
Einfach erklärt: Von hundert Menschen, die Ihre Seite besuchen, wie viele melden sich? Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Kennzahl richtig berechnen, was überhaupt als Conversion gilt und woran sie in der Praxis oft scheitert.
Was die Conversion Rate aussagt
Besucherzahlen allein sagen wenig. Eine Website mit vielen Besuchern und kaum Anfragen hat ein anderes Problem als eine mit wenigen Besuchern, die sich fast alle melden. Die Conversion Rate trennt diese beiden Fragen: Kommen genug Menschen? Und überzeugt sie das, was sie vorfinden?
Damit ist sie einer der wichtigsten KPIs im Online-Marketing. Sie hilft, Budget richtig zu verteilen: Bevor Sie mehr Geld für Reichweite ausgeben, lohnt sich oft der Blick darauf, warum vorhandene Besucher abspringen.
So berechnen Sie die Conversion Rate
Die Grundformel ist einfach:
Conversion Rate = Anzahl der Conversions ÷ Anzahl der Besuche × 100
Ein Rechenbeispiel: Eine Leistungsseite hat im Monat 1.200 Besuche und erhält 18 Anfragen über das Formular. Die Conversion Rate liegt bei 18 ÷ 1.200 × 100 = 1,5 %.
Wichtig ist die Bezugsgröße. Manche Werkzeuge rechnen mit Sitzungen, andere mit eindeutigen Besuchern. Beide Werte sind zulässig, aber nicht vergleichbar. Legen Sie einmal fest, womit Sie rechnen, und bleiben Sie dabei – sonst vergleichen Sie Monat für Monat Äpfel mit Birnen.
Was als Conversion zählt
Eine Conversion ist jede Handlung, die für Ihr Geschäft einen Wert hat. Im B2B-Umfeld ist das selten der Kauf im Warenkorb, sondern meist ein Kontakt:
- Harte Conversions: Formularanfrage, Anruf über die Telefonnummer, Terminbuchung, Angebotsanfrage, Kauf im Shop.
- Weiche Conversions: Download eines Datenblatts, Anmeldung zum Newsletter, Aufruf der Kontaktseite, Klick auf die E-Mail-Adresse.
Messen Sie beide getrennt. Weiche Conversions zeigen Interesse, harte Conversions bringen Aufträge. Wer beides in einen Topf wirft, freut sich über steigende Zahlen, während das Postfach leer bleibt.
Beispiele aus dem Mittelstand
- Handwerksbetrieb: Ein Dachdecker zählt Anrufe und Formularanfragen auf seinen Leistungsseiten. Er stellt fest, dass die Seite zur Dachsanierung viele Besucher, aber kaum Anfragen hat – das Formular verlangt zwölf Pflichtfelder. Nach der Kürzung auf Name, Telefon, PLZ und Vorhaben kommen deutlich mehr Anfragen.
- Maschinenbau: Ein Hersteller misst Downloads technischer Datenblätter als weiche und Anfragen an den Vertrieb als harte Conversion. So sieht er, welche Produktseiten Interesse wecken und welche tatsächlich zu Gesprächen führen.
- Dienstleister: Ein Steuerbüro bietet eine Online-Terminbuchung an und vergleicht die Conversion Rate von Besuchern aus der Suche mit Besuchern aus Empfehlungen.
Hebel für eine höhere Conversion Rate
- Passung zur Suchabsicht. Wer „Heizungsnotdienst Augsburg“ sucht, will eine Telefonnummer, keinen Firmenrückblick. Die Seite muss den Search Intent bedienen.
- Klares Angebot oben auf der Seite. Was bieten Sie, für wen, in welcher Region? Diese Frage sollte ohne Scrollen beantwortet sein.
- Kurze Formulare. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist eine Hürde. Details klären Sie im Gespräch.
- Vertrauen. Referenzen, echte Ansprechpartner mit Namen, ein vollständiges Impressum und nachvollziehbare Abläufe.
- Ladezeit und Mobilansicht. Viele Anfragen kommen vom Smartphone. Eine langsame oder unbedienbare Seite verliert diese Besucher, bevor sie das Formular sehen. Mehr dazu unter User Experience.
- Eine Handlung pro Seite. Eine Landingpage mit einem klaren Ziel konvertiert meist besser als eine Seite mit fünf gleichrangigen Knöpfen.
Typische Stolperfallen
- Falsch gemessene Conversions: Das Formular wird als Conversion gezählt, sobald die Danke-Seite geladen wird – auch bei Spam-Einträgen oder Seitenaktualisierungen. Prüfen Sie stichprobenartig, ob gemessene Anfragen tatsächlich im Postfach ankommen.
- Cookie-Banner und Messlücken: Lehnen Besucher die Einwilligung ab, fehlen sie je nach Werkzeug in der Statistik. Die Rate kann dadurch höher oder niedriger erscheinen, als sie ist.
- Zu kleine Stichproben: Bei 200 Besuchen im Monat bedeuten zwei Anfragen mehr oder weniger einen großen Sprung. Beurteilen Sie Veränderungen über mehrere Monate.
- Blinde Vergleiche mit Branchenwerten: Allgemeine „Durchschnittswerte“ aus dem Internet passen selten zu Ihrem Angebot, Ihrer Region und Ihrem Preisniveau. Der beste Vergleich ist Ihre eigene Entwicklung.
- Nur die Rate optimieren: Eine hohe Rate bei unpassenden Anfragen hilft nicht. Achten Sie darauf, ob aus Anfragen auch Aufträge werden.
In der Praxis: mehr Anfragen aus vorhandenen Besuchern
Wir richten die Messung so ein, dass Formularanfragen und Telefon-Klicks sauber als getrennte Ziele erfasst werden, und prüfen die Leistungsseiten auf Hürden: Formularlänge, Ladezeit, fehlende Vertrauenssignale, unklare Angebote. Im Website-Abo pflegen wir diese Seiten laufend und passen sie an, wenn die Zahlen es nahelegen. Soll zusätzlich die Zahl passender Besucher wachsen, verbinden wir das mit der lokalen Neukundengewinnung.
Häufige Fragen
Was ist eine gute Conversion Rate?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Sie hängt von Branche, Preis, Angebot und Herkunft der Besucher ab. Aussagekräftig ist die Entwicklung Ihrer eigenen Seiten über mehrere Monate und der Vergleich einzelner Seiten untereinander.
Was ist der Unterschied zwischen Conversion Rate und Click-Through-Rate?
Die Click-Through-Rate misst, wie viele Menschen auf ein Suchergebnis oder eine Anzeige klicken. Die Conversion Rate misst, wie viele danach auf der Seite eine gewünschte Handlung ausführen.
Kann ich die Conversion Rate ohne Google Analytics messen?
Ja. Datensparsame Werkzeuge wie Matomo erfassen Ziele wie Formularversand oder Telefon-Klicks ebenfalls und lassen sich auf eigenen Servern in Deutschland betreiben.
Wie schnell zeigen Änderungen Wirkung?
Bei ausreichend Besuchern sehen Sie Tendenzen nach einigen Wochen. Bei wenig Besuchern brauchen Sie länger, um Zufall von echter Verbesserung zu unterscheiden.
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