Was ist eine Sitemap?
Was eine Sitemap ist, welche Angaben Google 2026 wirklich nutzt, wie Sie sie einreichen und welche Fehler Unternehmen dabei am häufigsten machen.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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Inhaltsverzeichnis
Eine Sitemap ist eine Datei, meist im XML-Format, die alle Seiten einer Website auflistet, die in Suchmaschinen erscheinen sollen. Sie zeigt Google und Bing, welche Adressen es gibt und wann sie zuletzt geändert wurden. Die Sitemap ersetzt keine gute interne Verlinkung, hilft aber, neue und tief liegende Seiten schneller zu finden.
Einfach erklärt: Die Sitemap ist das Inhaltsverzeichnis Ihrer Website für Suchmaschinen. Dieser Artikel erklärt, wie sie aufgebaut ist, welche Angaben heute noch zählen und woran Sitemaps in der Praxis scheitern.
Wofür eine Sitemap gedacht ist
Suchmaschinen finden Seiten vor allem, indem sie Links folgen. Das funktioniert gut, solange jede Seite von anderen Seiten aus erreichbar ist. Schwierig wird es bei großen Websites, bei neuen Seiten ohne eingehende Links, bei Produktkatalogen mit tausenden Einträgen oder bei Inhalten, die nur über eine Suchfunktion erreichbar sind.
Die Sitemap löst dieses Problem nicht allein, sie ergänzt das Crawling. Sie ist eine Empfehlung, keine Anweisung: Eine Seite in der Sitemap wird nicht automatisch indexiert, und eine Seite außerhalb der Sitemap kann trotzdem in Google erscheinen. Ob eine Seite in den Index kommt, entscheidet Google nach Qualität und technischen Signalen – mehr dazu unter Indexierung.
Arten von Sitemaps
- XML-Sitemap: Die Standardform für Suchmaschinen. Sie listet URLs, optional mit Änderungsdatum.
- Sitemap-Index: Eine Datei, die auf mehrere einzelne Sitemaps verweist, etwa getrennt nach Seiten, Blog und Produkten.
- Bild- und Video-Sitemaps: Erweiterungen, die Google zusätzliche Informationen über Medieninhalte geben.
- News-Sitemap: Für Nachrichtenseiten, die in Google News erscheinen.
- HTML-Sitemap: Eine normale Seite für Besucher mit einer Übersicht der wichtigsten Bereiche. Für Suchmaschinen heute zweitrangig, für Nutzer auf großen Websites aber hilfreich.
So ist eine XML-Sitemap aufgebaut
Jeder Eintrag enthält mindestens die vollständige Adresse einer Seite im Feld loc. Dazu kommen optionale Felder:
| Feld | Bedeutung | Nutzt Google es? |
|---|---|---|
loc | Vollständige, kanonische URL | Ja, Pflichtfeld |
lastmod | Datum der letzten inhaltlichen Änderung | Ja, wenn die Angabe nachweislich stimmt |
changefreq | Erwartete Änderungshäufigkeit | Nein, wird ignoriert |
priority | Relative Wichtigkeit einer Seite | Nein, wird ignoriert |
Eine einzelne Sitemap darf höchstens 50.000 URLs enthalten und unkomprimiert nicht größer als 50 MB sein. Größere Websites teilen die Liste auf mehrere Dateien auf und verbinden sie über einen Sitemap-Index.
Welche Seiten hineingehören
In die Sitemap gehören nur Seiten, die Sie tatsächlich in Suchergebnissen sehen wollen. Konkret heißt das:
- Seiten, die mit Status 200 antworten, nicht mit Weiterleitung oder Fehler
- die kanonische Fassung einer Seite, nicht Varianten mit Filter- oder Tracking-Parametern (siehe Canonical-Tag)
- keine Seiten mit noindex und keine, die per robots.txt gesperrt sind
- keine internen Seiten wie Warenkorb, Login oder Suchergebnislisten
Ein Beispiel: Ein Großhändler für Sanitärbedarf mit 12.000 Artikeln führt in der Sitemap nur die Produktseiten und Kategorien. Filterkombinationen wie „Farbe weiß, Preis aufsteigend“ bleiben draußen. So bekommt Google eine saubere Liste statt hunderttausender fast gleicher Adressen.
Sitemap einreichen und prüfen
- In der robots.txt angeben: Eine Zeile
Sitemap: https://www.ihre-domain.de/sitemap.xmlin der robots.txt zeigt allen Suchmaschinen, wo die Datei liegt. - In der Search Console einreichen: Im Bericht „Sitemaps“ der Google Search Console tragen Sie die Adresse ein und sehen danach, wie viele URLs gefunden wurden.
- Bing Webmaster Tools: Dasselbe gilt für Bing, dessen Daten auch in andere Suchdienste einfließen.
- Regelmäßig prüfen: Der Seitenindexierungsbericht zeigt, welche Sitemap-URLs nicht indexiert wurden und warum.
Die frühere Möglichkeit, Google über eine Ping-Adresse über eine neue Sitemap zu informieren, hat Google 2023 abgeschaltet. Für schnelle Meldungen an Bing und weitere Suchmaschinen gibt es das Protokoll IndexNow.
Häufige Fehler
- Veraltete Sitemap: Ein Plugin hat die Datei vor Jahren erzeugt, seit dem Relaunch zeigt sie auf nicht mehr existierende Adressen.
- Falsches lastmod: Das Datum wird bei jedem Aufruf auf heute gesetzt. Google erkennt das und ignoriert die Angabe dann ganz.
- Weiterleitungen und Fehlerseiten: Nach einer Umstellung auf HTTPS oder neue URLs listet die Sitemap noch die alten Adressen.
- Test- und Staging-Seiten: Eine Kopie der Website auf einer Subdomain liefert eine eigene Sitemap aus, die ebenfalls gefunden wird.
- Widersprüche: Eine Seite steht in der Sitemap, trägt aber noindex oder verweist per Canonical auf eine andere Seite. Solche gemischten Signale kosten bei großen Websites unnötig Crawl-Budget.
In der Praxis: Sitemaps, die sich selbst pflegen
Eine Sitemap sollte nie von Hand gepflegt werden. Bei den Websites, die wir bauen, entsteht sie bei jeder Veröffentlichung automatisch aus den tatsächlich vorhandenen Seiten, mit echtem Änderungsdatum und ohne ausgeblendete Inhalte. Bei bestehenden Websites prüfen wir im Rahmen unserer SEO-Arbeit, ob Sitemap, robots.txt und Canonical-Angaben zueinander passen und ob Google die gelisteten Seiten tatsächlich aufnimmt. Wer seine Website im Website-Abo betreibt, muss sich um diese Technik nicht kümmern.
Häufige Fragen
Braucht jede Website eine Sitemap?
Kleine, gut verlinkte Websites mit wenigen Seiten werden auch ohne Sitemap gefunden. Schaden kann sie aber nie, und bei großen Websites, Online-Shops oder häufig neuen Inhalten ist sie klar zu empfehlen.
Wo finde ich die Sitemap meiner Website?
Meist unter /sitemap.xml oder /sitemap_index.xml Ihrer Domain. Sicher ist ein Blick in die robots.txt oder in den Sitemap-Bericht der Search Console.
Wie oft muss die Sitemap aktualisiert werden?
Immer dann, wenn Seiten hinzukommen, wegfallen oder sich inhaltlich ändern. Am zuverlässigsten ist eine Sitemap, die das System bei jeder Änderung automatisch neu erzeugt.
Beschleunigt eine Sitemap die Indexierung?
Sie hilft Google, neue Seiten früher zu entdecken. Ob und wann eine Seite in den Index kommt, hängt aber von ihrer Qualität, der internen Verlinkung und technischen Signalen ab.
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