Was ist Cache?
Ein Cache speichert Daten zwischen, damit Websites und Anwendungen schneller laden. Welche Arten es gibt, wann Cache leeren hilft und was schiefgehen kann.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
- Browser
- DNS
- Server
- CacheCache
- Darstellung
Inhaltsverzeichnis
Ein Cache ist ein Zwischenspeicher, der Daten nach dem ersten Abruf aufbewahrt, damit sie beim nächsten Mal schneller zur Verfügung stehen. Im Web speichern Browser, Server und Netzwerke Bilder, Stylesheets oder ganze Seiten zwischen. Die Website lädt dadurch schneller, der Server wird entlastet – vorausgesetzt, veraltete Inhalte werden rechtzeitig ersetzt.
Einfach erklärt: Der Cache ist wie der Werkzeugwagen neben der Werkbank. Was oft gebraucht wird, liegt griffbereit, statt jedes Mal aus dem Lager geholt zu werden. Dieser Artikel zeigt, welche Arten von Cache es gibt, wie Caching funktioniert und warum es manchmal alte Inhalte zeigt.
Was ein Cache ist
Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet „Versteck“. Ausgesprochen wird es wie „Käsch“. Das Prinzip findet sich überall in der IT: im Prozessor, in der Festplatte, im Betriebssystem, im Browser und auf Webservern.
Der Grundgedanke ist immer derselbe. Daten aus einer langsamen oder weit entfernten Quelle werden an einem schnelleren Ort abgelegt. Wird dieselbe Information erneut benötigt, kommt sie aus dem Zwischenspeicher. Man spricht dann von einem Cache-Treffer. Fehlt sie dort, ist es ein Cache-Fehlschlag, und die Daten werden neu geholt.
Arten von Cache im Web
| Art | Wo die Daten liegen | Typischer Inhalt |
|---|---|---|
| Browser-Cache | Auf dem Gerät des Besuchers | Bilder, Schriften, CSS, JavaScript |
| CDN-Cache | Auf verteilten Servern eines Content Delivery Networks | Statische Dateien und fertige Seiten nahe am Besucher |
| Seiten-Cache | Auf dem Webserver | Fertig erzeugte HTML-Seiten, etwa bei WordPress |
| Objekt- und Datenbank-Cache | Im Arbeitsspeicher des Servers | Ergebnisse häufiger Datenbankabfragen |
| DNS-Cache | Im Betriebssystem und beim Provider | Zuordnung von Domains zu IP-Adressen, siehe DNS |
Bei einer typischen Unternehmenswebsite wirken mehrere dieser Ebenen gleichzeitig. Das erklärt, warum eine Änderung manchmal an einem Gerät schon sichtbar ist und an einem anderen noch nicht.
So funktioniert Caching
- Erster Abruf. Ein Besucher öffnet Ihre Website. Der Browser lädt alle Dateien vom Server.
- Speichern mit Ablaufdatum. Der Server teilt über sogenannte HTTP-Header mit, wie lange eine Datei aufbewahrt werden darf, zum Beispiel über Cache-Control: max-age.
- Wiederholter Abruf. Beim nächsten Seitenaufruf nimmt der Browser das Logo, die Schriften und das Stylesheet aus dem eigenen Speicher. Nur neue oder abgelaufene Inhalte werden geladen.
- Prüfen statt neu laden. Ist eine Datei abgelaufen, fragt der Browser nach, ob sie sich geändert hat. Antwortet der Server mit dem Statuscode 304, bleibt die alte Kopie gültig – siehe HTTP-Statuscodes.
Moderne Websites versehen Dateien mit einer Versionskennung im Dateinamen. Ändert sich das Stylesheet, ändert sich der Name, und alle Browser holen automatisch die neue Fassung. So lassen sich lange Speicherzeiten und aktuelle Inhalte verbinden.
Warum Caching für Unternehmen zählt
- Kürzere Ladezeiten: Besonders wiederkehrende Besucher und Nutzer mit schwacher Mobilverbindung profitieren. Das wirkt sich auf die Core Web Vitals und damit auf die Sichtbarkeit in der Suche aus.
- Weniger Serverlast: Wird eine Seite nicht bei jedem Aufruf neu berechnet, verkraftet derselbe Server deutlich mehr gleichzeitige Besucher, etwa nach einer Messe oder einem Newsletter.
- Geringere Kosten: Weniger Rechenzeit und Datenverkehr bedeuten oft kleinere Server.
- Stabilität: Manche CDNs liefern bei einem Serverausfall für eine gewisse Zeit weiter die zwischengespeicherte Fassung aus.
Ein Beispiel aus dem Mittelstand: Ein Onlineshop für Ersatzteile erzeugt Produktseiten mit Tausenden Artikeln aus der Warenwirtschaft. Ohne Cache wird bei jedem Aufruf die Datenbank befragt. Mit Seiten- und Objekt-Cache kommen die meisten Aufrufe aus dem Zwischenspeicher, und nur Preise oder Bestände werden aktuell nachgeladen.
Wann und wie Sie den Cache leeren
Sehen Sie nach einer Änderung an der Website noch die alte Version, liegt es fast immer am Cache. Die Reihenfolge der Prüfung:
- Browser: Seite mit Strg + F5 (Windows) oder Cmd + Shift + R (Mac) neu laden oder ein privates Fenster öffnen.
- Website-System: Viele CMS haben einen Button „Cache leeren“ im Adminbereich.
- CDN: Im Dashboard des Anbieters den Cache für die betroffenen Adressen löschen („Purge“).
Für Besucher müssen Sie in der Regel nichts tun, wenn die Website richtig eingerichtet ist. Muss jeder Kunde erst selbst den Cache leeren, um Ihre neue Preisliste zu sehen, ist die Konfiguration verbesserungsbedürftig.
Typische Fehler und Risiken
- Veraltete Inhalte: Zu lange Speicherzeiten ohne Versionskennung zeigen alte Preise, Öffnungszeiten oder Stellenanzeigen.
- Persönliche Daten im Cache: Wird eine Seite mit Kundenkonto oder Warenkorb für alle zwischengespeichert, sieht im schlimmsten Fall ein Besucher die Daten eines anderen. Solche Seiten müssen vom Caching ausgenommen werden.
- Formulare mit altem Sicherheitstoken: Zwischengespeicherte Formulare lassen sich manchmal nicht absenden.
- Zu viele Plugins: Mehrere Cache-Erweiterungen gleichzeitig behindern sich gegenseitig und erschweren die Fehlersuche.
- Test nur am eigenen Rechner: Wer seinen Browser-Cache kennt, übersieht, was neue Besucher erleben.
In der Praxis: schnell und trotzdem aktuell
Gutes Caching fällt nicht auf: Die Seite lädt schnell, und Änderungen sind sofort sichtbar. Bei unseren Web-Anwendungen legen wir von Anfang an fest, was zwischengespeichert werden darf und was nie, etwa Kundenkonten oder Angebote. Im laufenden Betrieb überwachen wir Ladezeiten und Serverlast und passen die Einstellungen an, wenn sich Inhalte oder Besucherzahlen ändern.
Häufige Fragen
Was ist ein Cache einfach erklärt?
Ein Zwischenspeicher für Daten, die oft gebraucht werden. Statt sie jedes Mal neu zu laden, holt der Computer sie aus dem schnelleren Speicher.
Ist es schlimm, den Browser-Cache zu leeren?
Nein. Websites laden danach beim ersten Aufruf etwas langsamer, weil alle Dateien neu geholt werden. Gespeicherte Anmeldungen können je nach Einstellung verloren gehen, wenn gleichzeitig Cookies gelöscht werden.
Was ist der Unterschied zwischen Cache und Cookies?
Der Cache speichert Dateien der Website, damit sie schneller lädt. Cookies speichern kleine Informationen über den Besuch, etwa eine Anmeldung oder eine Spracheinstellung.
Hilft Caching bei SEO?
Indirekt. Suchmaschinen berücksichtigen die Ladezeit und die Nutzererfahrung. Gut eingestelltes Caching verbessert beides, ersetzt aber keine guten Inhalte.
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