Was ist hreflang?
hreflang zeigt Google, welche Sprachversion einer Seite für welches Land gilt. Syntax, x-default und typische Fehler mehrsprachiger Websites erklärt.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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Inhaltsverzeichnis
hreflang ist eine Angabe im Quelltext, mit der eine Website Suchmaschinen mitteilt, welche Sprach- oder Länderversion einer Seite für welche Nutzer gedacht ist. Google zeigt dann einem Suchenden in Österreich die österreichische Version und einer Suchenden in Frankreich die französische.
hreflang ist kein Rankingfaktor. Die Angabe sorgt dafür, dass die richtige Version einer Seite angezeigt wird — und nicht die falsche Sprache oder eine Version, die sich wie ein Duplikat verhält.
Wozu hreflang dient
Eine mehrsprachige Website hat für jeden Inhalt mehrere Adressen: /de/leistungen, /en/services, /fr/services. Ohne Hinweis muss Google selbst herausfinden, welche davon zusammengehören. Das geht oft gut, aber nicht immer. Besonders schwierig wird es, wenn sich Versionen kaum unterscheiden, etwa Deutsch für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dann kann Google sie für doppelte Inhalte halten und nur eine davon zeigen.
hreflang löst das, indem jede Version alle anderen Versionen einschließlich sich selbst aufzählt. Aus der Einzelseite wird eine Gruppe, und Google wählt innerhalb der Gruppe die passende Adresse für den Suchenden.
Syntax und Beispiel
Im <head> der deutschen Seite stehen für eine Website mit drei Versionen diese Zeilen:
<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://www.beispiel.de/de/leistungen"><link rel="alternate" hreflang="en" href="https://www.beispiel.de/en/services"><link rel="alternate" hreflang="fr" href="https://www.beispiel.de/fr/services"><link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.beispiel.de/en/services">
Dieselben vier Zeilen stehen auch auf der englischen und der französischen Seite. Die Regeln im Einzelnen:
- Sprachcode nach ISO 639-1, zweistellig:
de,en,fr. - Optional ein Ländercode nach ISO 3166-1:
de-AT,de-CH,en-GB. Ein Land allein ohne Sprache ist nicht erlaubt. - Absolute Adressen mit Protokoll und Domain, keine relativen Pfade.
- Selbstverweis: Jede Seite nennt auch sich selbst.
- Gegenseitigkeit: Verweist A auf B, muss B auf A verweisen. Fehlt die Rückbestätigung, ignoriert Google die Angabe.
Neben den Link-Tags im Kopf gibt es zwei weitere Wege: hreflang im HTTP-Header (für PDFs) und hreflang in der XML-Sitemap. Die Sitemap-Variante eignet sich für große Websites, weil der Quelltext schlank bleibt. Wichtig ist, sich für einen Weg zu entscheiden.
x-default: die Rückfallversion
x-default legt fest, welche Seite Nutzer sehen, für deren Sprache oder Land es keine eigene Version gibt. Das ist meist die englische Version oder eine Sprachauswahlseite. Der Wert ist optional, bei internationalen Websites aber dringend zu empfehlen.
Typische hreflang-Fehler
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Verweis auf eine Version, die es nicht gibt | Die Angabe zeigt auf eine 404-Seite, die ganze Gruppe wird unzuverlässig |
| Fehlender Rückverweis | Google ignoriert das Paar |
Falsche Codes wie en-UK oder de-EU | Die Angabe wird verworfen; richtig ist en-GB, eine EU-Region gibt es nicht |
| Verweis auf weitergeleitete oder noindex-Seiten | Widersprüchliche Signale, die Version erscheint nicht |
| Canonical zeigt auf eine andere Sprachversion | Google behandelt die Seite als Duplikat und blendet sie aus |
| Automatische Weiterleitung nach Browsersprache | Der Crawler sieht nur eine Version |
Zum Canonical gilt eine einfache Regel: Jede Sprachversion verweist mit ihrem Canonical-Tag auf sich selbst, nicht auf die Originalsprache. hreflang verbindet die Versionen, der Canonical bestimmt die Hauptadresse innerhalb einer Version.
Der häufigste Fehler in der Praxis ist der erste in der Tabelle. Viele Systeme erzeugen hreflang automatisch für alle Sprachen, auch wenn eine Seite nur auf Deutsch existiert. Die Links führen dann ins Leere. Deshalb sollte hreflang nur für Versionen ausgegeben werden, die tatsächlich übersetzt und veröffentlicht sind.
Ein Beispiel aus dem Mittelstand
Ein Maschinenbauer aus Bayern verkauft in Deutschland, Österreich und der Schweiz, dazu nach Polen und Tschechien. Die deutschsprachigen Seiten unterscheiden sich nur in Preisen, Ansprechpartnern und Lieferbedingungen. Ohne hreflang zeigt Google Kunden in Wien häufig die deutsche Seite mit deutschen Kontaktdaten, und die Anfrage landet beim falschen Vertrieb. Mit den Angaben de-DE, de-AT, de-CH, pl und cs sowie einer englischen Rückfallversion als x-default sieht jeder Markt seine eigene Version — mit den richtigen Preisen und dem richtigen Ansprechpartner.
hreflang prüfen
Eine eigene Auswertung zu hreflang bietet die Search Console heute nicht mehr. Geprüft wird mit einem Crawler, der alle Sprachversionen abruft und die Gruppen abgleicht: Sind alle Verweise gegenseitig, antworten alle Ziele mit Status 200, stimmen Codes und Canonicals? Nach jeder neuen Sprache und jedem Umbau der Navigation lohnt ein neuer Durchlauf.
In der Praxis: Was SEODACH übernimmt
Für eine Beratungsfirma haben wir die Website in 16 Sprachen lokalisiert — mit eigener Suchmaschinenoptimierung für jede Sprachversion. Dazu gehört, dass die hreflang-Gruppen vollständig und gegenseitig sind und keine Version auf eine Seite verweist, die es nicht gibt. So kann Google jedem Markt die passende Sprachversion zeigen, statt überall die deutsche Seite auszuspielen. Übersetzung, Texte und Technik liefern wir aus einer Hand, siehe Inhalte und Übersetzung; die technische Prüfung ist Teil unserer Suchmaschinenoptimierung.
Häufige Fragen
Brauche ich hreflang für eine rein deutschsprachige Website?
Nein. hreflang ist nur sinnvoll, wenn es mindestens zwei Sprach- oder Länderversionen desselben Inhalts gibt.
Reicht das lang-Attribut im HTML?
Für Google nicht. Das Attribut lang hilft Screenreadern und Browsern, Google nutzt für die Zuordnung der Versionen aber hreflang und den Inhalt selbst.
Muss jede Seite in jeder Sprache existieren?
Nein. hreflang wird pro Seite gesetzt. Gibt es einen Artikel nur auf Deutsch, bekommt er keine Verweise auf andere Sprachen.
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