Was ist Scrum?
Scrum einfach erklärt aus Sicht des Auftraggebers: Rollen, Sprints, Ereignisse und was Sie als Product Owner tun. Mit Vergleich zum Festpreis-Projekt.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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- Betrieb
Inhaltsverzeichnis
Scrum ist ein Rahmenwerk für agile Softwareentwicklung, bei dem ein Team in festen Zeitabschnitten von meist ein bis zwei Wochen jeweils ein nutzbares Stück Software fertigstellt. Nach jedem Abschnitt sieht der Auftraggeber das Ergebnis und entscheidet, was als Nächstes gebaut wird.
Beschrieben ist Scrum im Scrum Guide von Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Die meisten Erklärungen richten sich an Entwickler. Dieser Artikel erklärt Scrum aus Sicht des Unternehmens, das Software beauftragt: Was passiert, was wird von Ihnen erwartet, und woran erkennen Sie Fortschritt?
Wie Scrum funktioniert
Die Arbeit wird in Sprints eingeteilt. Laut Scrum Guide dauert ein Sprint höchstens einen Monat. Jeder Sprint folgt demselben Ablauf:
- Sprint Planning: Das Team wählt aus der Liste aller Anforderungen (dem Product Backlog) die Punkte aus, die es in diesem Sprint schafft.
- Daily Scrum: Ein tägliches Kurztreffen von höchstens 15 Minuten. Wer hängt fest, was wurde erreicht?
- Sprint Review: Das Team zeigt dem Auftraggeber, was fertig ist. Nicht als Folie, sondern als laufende Software.
- Retrospektive: Das Team bespricht, was an der Zusammenarbeit besser werden soll.
Das Ergebnis jedes Sprints heißt Inkrement: ein Stand, der funktioniert und im Prinzip in Betrieb gehen könnte.
Neben den Ereignissen kennt Scrum drei Artefakte. Das Product Backlog ist die geordnete Liste aller Anforderungen, das Sprint Backlog die Auswahl für den laufenden Sprint, das Inkrement das Ergebnis. Für Sie als Auftraggeber ist das Product Backlog das wichtigste Steuerungsinstrument: Was oben steht, wird als Nächstes gebaut. Was unten steht, wird vielleicht nie gebraucht, und das ist in Ordnung.
Damit „fertig“ für alle dasselbe bedeutet, legt das Team eine Definition of Done fest. Sie beschreibt zum Beispiel, dass eine Funktion getestet, dokumentiert und auf der Testumgebung freigegeben sein muss, bevor sie im Review gezeigt wird.
Die drei Scrum-Rollen
| Rolle | Aufgabe | Typisch besetzt durch |
|---|---|---|
| Product Owner | Entscheidet, was gebaut wird und in welcher Reihenfolge; pflegt das Backlog | Fachverantwortliche Person auf Kundenseite oder in enger Abstimmung mit ihr |
| Scrum Master | Sorgt dafür, dass der Ablauf funktioniert, und räumt Hindernisse aus dem Weg | Meist auf Seite des Entwicklungsteams |
| Developers | Bauen, testen und liefern das Inkrement | Das Entwicklungsteam |
Hindernisse heißen in Scrum Impediments. Gemeint ist dasselbe, was im Projektalltag ein Blocker ist: eine fehlende Entscheidung, ein fehlender Zugang, eine Abhängigkeit, die die Arbeit anhält.
Was der Product Owner auf Kundenseite tut
Für Auftraggeber ist das die wichtigste Rolle. Ein Scrum-Projekt läuft nur so gut, wie der Product Owner erreichbar ist und entscheidet. Konkret heißt das:
- Prioritäten setzen: Was bringt den größten Nutzen und kommt deshalb zuerst?
- Fragen beantworten: Innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen, nicht Wochen.
- Am Sprint Review teilnehmen und das Ergebnis ehrlich bewerten.
- Fachwissen einbringen: Wie läuft der Prozess heute wirklich, welche Ausnahmen gibt es?
Ein häufiger Fehler im Mittelstand: Die Rolle wird jemandem „nebenbei“ zugewiesen, der keine Zeit und keine Entscheidungsbefugnis hat. Dann wartet das Team, und die Sprints füllen sich mit Annahmen.
Scrum oder Festpreis-Projekt?
| Scrum | Festpreis-Projekt | |
|---|---|---|
| Umfang | Wächst mit dem Wissen, wird jeden Sprint neu priorisiert | Vorher im Pflichtenheft festgelegt |
| Fortschritt sichtbar | Alle ein bis zwei Wochen als laufende Software | Oft erst zu Meilensteinen |
| Änderungen | Gehören zum Verfahren | Laufen über Änderungsanträge und Nachträge |
| Kostenrahmen | Planbar über Teamgröße und Sprintanzahl | Fest, aber mit Risikoaufschlag |
| Passt gut bei | Neuen Produkten, unklaren Anforderungen | Klar beschriebenen, stabilen Aufgaben |
Beides hat seinen Platz. Wer ein neues Kundenportal baut, weiß am Anfang selten genau, was die Nutzer brauchen. Wer eine bestehende Schnittstelle nach klarer Vorgabe erneuert, fährt mit einem festen Umfang oft besser. Zur Vertragsseite lohnt der Beitrag Werkvertrag oder Dienstvertrag in IT-Projekten.
Vorteile und Risiken
- Vorteil: Sie sehen früh, ob die Software in die richtige Richtung geht, und können gegensteuern, bevor viel Budget verbraucht ist.
- Vorteil: Die wichtigsten Funktionen sind zuerst fertig. Wird das Budget knapp, fehlen die unwichtigen.
- Risiko: Ohne klares Ziel wird aus „flexibel“ schnell „ziellos“. Ein Backlog, das nur wächst, ist ein Warnsignal.
- Risiko: Scrum ohne eingebundenen Auftraggeber ist nur ein Zeitplan mit englischen Begriffen.
In der Praxis: wie SEODACH unterstützt
In unseren Projekten sehen Sie in kurzen Abständen laufende Software, nicht Statusberichte. Nach 14 Tagen steht ein erstes Ergebnis, das Sie ausprobieren können, oft als erstes MVP. Den Ablauf passen wir an Ihr Haus an: Wer bei Ihnen wenig Zeit hat, bekommt kurze, gut vorbereitete Termine mit klaren Fragen.
Wie wir Individualsoftware entwickeln, beschreibt die Seite Individualsoftware entwickeln lassen. Fehlt Ihrem eigenen Team Kapazität für einen Teil des Projekts, übernehmen wir diesen Teil mit Verantwortung für das Ergebnis, siehe Team-Verstärkung.
Häufige Fragen
Was ist Scrum einfach erklärt?
Ein Team baut Software in kurzen, festen Abschnitten. Nach jedem Abschnitt wird das Ergebnis gezeigt, bewertet und die nächste Etappe geplant. So wächst das Produkt schrittweise und bleibt nah an dem, was gebraucht wird.
Welche Rollen gibt es in Scrum?
Drei: den Product Owner, der über Inhalte und Reihenfolge entscheidet, den Scrum Master, der den Ablauf sichert, und die Developers, die die Software bauen.
Ist Scrum dasselbe wie agile Softwareentwicklung?
Nein. Agil ist die Haltung: in kleinen Schritten liefern und auf Änderungen reagieren. Scrum ist das bekannteste Rahmenwerk, um diese Haltung umzusetzen. Daneben gibt es andere, etwa Kanban.
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