Neu: PultOS — Ihr Unternehmen auf einem Bildschirm • 71 fertige Integrationen • Server in Deutschland

Was ist agile Softwareentwicklung?

Agile Softwareentwicklung: in kurzen Schritten liefern, früh testen, laufend nachsteuern. Prinzipien, Methoden, Beispiele und typische Fehler.

· Aktualisiert:

SoftwareentwicklungVom Bedarf zur laufenden Software
  1. Anforderungen
  2. Prototyp
  3. Entwicklung
  4. Auslieferung
  5. Betrieb
Einordnung: agile Softwareentwicklung betrifft das ganze Zusammenspiel. Schema zur Einordnung, keine Messwerte.
Inhaltsverzeichnis

Agile Softwareentwicklung ist eine Arbeitsweise, bei der Software in kurzen Abschnitten von wenigen Wochen entsteht. Nach jedem Abschnitt gibt es ein lauffähiges Zwischenergebnis, das Nutzer und Auftraggeber prüfen. Ihre Rückmeldung bestimmt, was als Nächstes gebaut wird. Statt eines starren Gesamtplans wird der Plan laufend an neue Erkenntnisse angepasst.

Der Gedanke ist einfach: Bei den meisten Softwareprojekten weiß am Anfang niemand genau, wie das Ergebnis aussehen muss. Agile Methoden machen aus dieser Unsicherheit keinen Fehler im Plan, sondern einen festen Bestandteil des Vorgehens.

Was agil in der Softwareentwicklung bedeutet

Der Begriff geht auf das Manifest für agile Softwareentwicklung zurück, das 17 Entwickler im Jahr 2001 formuliert haben. Es stellt vier Wertpaare auf. Wichtiger sind demnach:

  • Menschen und Zusammenarbeit als Prozesse und Werkzeuge,
  • funktionierende Software als umfassende Dokumentation,
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden als Vertragsverhandlung,
  • Reagieren auf Veränderung als das Befolgen eines Plans.

Das Manifest betont ausdrücklich, dass die rechte Seite ebenfalls Wert hat. Agil heißt also nicht „ohne Dokumentation“ oder „ohne Plan“, sondern: Der Plan dient dem Ergebnis, nicht umgekehrt. Dazu kommen zwölf Prinzipien, etwa häufige Auslieferung, tägliche Zusammenarbeit von Fachbereich und Entwicklung und regelmäßige Rückschau im Team.

So läuft ein agiles Projekt ab

Die Details hängen von der Methode ab, das Grundmuster ist fast immer gleich:

  1. Anforderungen sammeln und ordnen. Wünsche werden als kurze, verständliche Einträge in einer Liste gesammelt, häufig als User Story. Die Liste ist nach Nutzen sortiert: Oben steht, was den größten Wert bringt.
  2. Einen Abschnitt planen. Das Team nimmt sich aus dem oberen Teil der Liste so viel vor, wie es in einem Zeitraum von meist ein bis vier Wochen schaffen kann.
  3. Bauen und testen. Entwicklung, Test und Abstimmung laufen parallel, nicht nacheinander. Automatische Tests und eine CI/CD-Strecke sorgen dafür, dass jede Änderung schnell geprüft ist.
  4. Vorführen. Am Ende zeigt das Team, was fertig ist – an echter Software, nicht an Folien.
  5. Nachsteuern. Aus den Rückmeldungen wird die Liste neu sortiert. Manches fällt weg, anderes kommt hinzu.

Die bekanntesten Rahmenwerke dafür sind Scrum mit festen Sprints und Rollen und Kanban mit einem kontinuierlichen Fluss ohne feste Zeitabschnitte. Dazu kommen Praktiken wie testgetriebene Entwicklung oder Pair Programming aus Extreme Programming.

Beispiele aus dem Mittelstand

  • Kundenportal eines Großhändlers. Statt ein Jahr lang das komplette Portal zu planen, geht nach wenigen Wochen eine erste Version live, in der Stammkunden ihre Bestellhistorie sehen. Online-Bestellung, Reklamation und Preisanfragen folgen in weiteren Abschnitten – in der Reihenfolge, die die Kunden tatsächlich nutzen.
  • Einsatzplanung für einen Handwerksbetrieb. Die Disposition testet jede Zwischenversion im Alltag. Dabei zeigt sich früh, dass die Monteure die Tagesansicht auf dem Handy brauchen, nicht die Wochenübersicht am Bildschirm. Der Plan wird umgestellt, bevor viel Aufwand in die falsche Ansicht geflossen ist.
  • Ablösung einer Access-Datenbank. Das neue System übernimmt Modul für Modul die Aufgaben der alten Datenbank. Jedes Modul läuft produktiv, bevor das nächste beginnt.

Agil, Wasserfall oder hybrid?

Das Gegenmodell ist das Wasserfallmodell: Erst werden alle Anforderungen festgeschrieben, dann wird entworfen, gebaut, getestet und ausgeliefert – jede Phase nach der anderen.

MerkmalAgilWasserfall
Anforderungenwachsen und ändern sich im Projektstehen vor Beginn fest
Erstes nutzbares Ergebnisnach wenigen Wochenam Projektende
Änderungeneingeplantüber ein formales Änderungsverfahren
Geeignet fürneue Produkte, unklare Anforderungenstabile, gut bekannte Vorgaben

In der Praxis arbeiten viele Mittelständler hybrid: Ein Lastenheft legt Ziel, Budgetrahmen und Pflichtanforderungen fest, die Umsetzung läuft dann in agilen Abschnitten. Das verbindet Planungssicherheit mit der Möglichkeit, unterwegs klüger zu werden.

Typische Fehler und Grenzen

  • Agil als Ausrede. Wer keine Ziele festlegt und das „agil“ nennt, bekommt keine Flexibilität, sondern ein Projekt ohne Richtung. Auch agile Projekte brauchen ein klares Produktziel.
  • Kein Ansprechpartner im Fachbereich. Agile Entwicklung lebt von schnellen Entscheidungen. Hat im Unternehmen niemand Zeit, Zwischenstände zu prüfen, verliert das Verfahren seinen Kern.
  • Rituale ohne Wirkung. Tägliche Abstimmungen und Rückschauen sind Mittel, kein Selbstzweck. Werden sie zur Pflichtübung, kosten sie Zeit, ohne etwas zu verbessern.
  • Festpreis und agil. Beides passt nur, wenn der Umfang flexibel bleibt. Üblich sind Festpreise pro Abschnitt oder ein fester Budgetrahmen mit priorisierter Liste.
  • Vernachlässigte Qualität. Kurze Zyklen verführen dazu, Aufräumarbeiten zu verschieben. Ohne regelmäßiges Aufräumen im Code wachsen technische Schulden, bis jede neue Funktion spürbar länger dauert.

In der Praxis: Zwischenstände statt Überraschungen

Wenn wir Individualsoftware entwickeln, sehen Sie früh ein erstes Ergebnis: Unser Richtwert liegt bei 14 Tagen bis zum ersten Ergebnis. Danach geht es in kurzen Abschnitten weiter, und Sie entscheiden nach jeder Vorführung mit, was als Nächstes kommt. Wo zuerst geklärt werden soll, ob eine Idee technisch trägt, beginnen wir mit einem Proof of Concept. Geht es um eine Anwendung im Browser, etwa ein Kundenportal, finden Sie mehr unter Web-Anwendungen.

Häufige Fragen

Ist agile Softwareentwicklung dasselbe wie Scrum?

Nein. Agil ist die Haltung, Scrum ist eine von mehreren Methoden, sie umzusetzen. Kanban, Extreme Programming oder hybride Vorgehen sind ebenfalls agil.

Wird agile Entwicklung teurer?

Nicht zwangsläufig. Sie gibt das Budget eher dort aus, wo Nutzen entsteht, weil Funktionen, die niemand braucht, früh auffallen und gar nicht erst gebaut werden. Teurer wird es, wenn Entscheidungen im Unternehmen lange liegen bleiben.

Wie viel Zeit muss unser Team einplanen?

Mindestens eine Person aus dem Fachbereich sollte regelmäßig erreichbar sein und zu den Vorführungen kommen. Für kleinere Projekte reichen oft wenige Stunden pro Woche.

Braucht ein agiles Projekt ein Lastenheft?

Ein schlankes schon. Es hält Ziel, Rahmen und unverzichtbare Anforderungen fest. Die Details entstehen dann Schritt für Schritt im Projekt.

Brauchen Sie Unterstützung?

Unsere Experten helfen Ihnen, die richtigen SEO- und Digitalstrategien für Ihr Unternehmen umzusetzen.

Erstgespräch vereinbaren
Schreiben Sie uns per WhatsApp