Was ist eine 301-Weiterleitung?
Eine 301-Weiterleitung leitet eine Adresse dauerhaft um. Unterschied zu 302, 307, 308 und 410, Ketten vermeiden, Weiterleitungen beim Relaunch planen.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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Inhaltsverzeichnis
Eine 301-Weiterleitung ist eine Serverantwort, die Browsern und Suchmaschinen mitteilt, dass eine Seite dauerhaft unter einer neuen Adresse zu finden ist. Besucher landen automatisch auf der neuen Seite, und Google überträgt Rankings und Linksignale auf das neue Ziel.
Die 301 ist das wichtigste Werkzeug, wenn sich Adressen ändern: bei einem Relaunch, einem Domainwechsel, dem Umstieg auf https oder dem Zusammenlegen zweier Seiten.
So funktioniert eine 301-Weiterleitung
Ruft ein Browser eine alte Adresse auf, antwortet der Server nicht mit der Seite, sondern mit dem Statuscode 301 Moved Permanently und der neuen Adresse im Header Location. Der Browser fragt sofort dort nach. Für Besucher dauert das Bruchteile einer Sekunde. Google merkt sich die neue Adresse und ersetzt die alte mit der Zeit im Index.
Eingerichtet wird die Weiterleitung auf dem Webserver, zum Beispiel mit Redirect 301 /alt /neu in der .htaccess eines Apache-Servers, mit return 301 in der Konfiguration von nginx oder über ein Plugin im Redaktionssystem. Weiterleitungen per JavaScript oder Meta-Refresh funktionieren zwar, sind aber unzuverlässiger und sollten die Ausnahme bleiben.
Statuscodes im Überblick: 301, 302, 307, 308 und 410
Alle Weiterleitungen gehören zur 3xx-Gruppe der HTTP-Statuscodes. Sie unterscheiden sich in zwei Punkten: dauerhaft oder vorübergehend, und ob die Anfragemethode erhalten bleibt. Der Code 410 ist keine Weiterleitung, gehört aber in dieselbe Entscheidung: Er sagt, dass eine Seite ohne Ersatz entfallen ist.
| Code | Bedeutung | Wann verwenden |
|---|---|---|
| 301 | Dauerhaft verschoben | Standard für alle endgültigen Umzüge |
| 308 | Dauerhaft verschoben, Methode bleibt erhalten | Wie 301, etwa wenn Formulardaten weitergereicht werden müssen |
| 302 | Vorübergehend verschoben | Kurzfristige Umleitung, etwa während einer Aktion |
| 307 | Vorübergehend verschoben, Methode bleibt erhalten | Wie 302 mit Formulardaten |
| 410 | Endgültig entfernt | Seite gibt es nicht mehr, und es gibt keinen sinnvollen Ersatz |
Für Suchmaschinen zählt vor allem die Unterscheidung dauerhaft oder vorübergehend. Bei 301 und 308 übernimmt Google die neue Adresse in den Index. Bei 302 und 307 bleibt zunächst die alte Adresse stehen, weil der Umzug ja nur vorübergehend sein soll. Wer eine dauerhafte Änderung mit 302 umsetzt, sendet also das falsche Signal. Google wertet eine lange bestehende 302 irgendwann zwar wie eine 301, darauf verlassen sollte man sich nicht.
Im Bericht „Seiten“ der Google Search Console erscheinen Weiterleitungen als „Seite mit Weiterleitung“. Das ist kein Fehler, sondern der Hinweis, dass die alte Adresse korrekt auf eine neue zeigt.
Was mit Rankings und Links passiert
Früher galt, dass jede Weiterleitung einen Teil der Linkkraft kostet. Google hat klargestellt, dass 3xx-Weiterleitungen heute keinen PageRank verlieren. Trotzdem ist eine Umstellung nie ganz folgenlos: Google muss die neuen Adressen erst abrufen und neu bewerten. Nach einem großen Umzug sind Schwankungen über einige Wochen normal. Wer sauber weiterleitet, hält sie klein.
Entscheidend ist das Ziel. Eine 301 auf eine inhaltlich passende Seite überträgt die Signale. Werden dagegen Hunderte alte Adressen pauschal auf die Startseite geleitet, behandelt Google das oft wie eine gelöschte Seite, und die Signale gehen verloren.
Weiterleitungsketten und -schleifen vermeiden
Eine Kette entsteht, wenn A auf B leitet und B auf C. Das passiert, wenn über Jahre mehrere Umstellungen übereinanderliegen: erst http auf https, dann ohne www auf mit www, dann alte Struktur auf neue. Jeder Sprung kostet Ladezeit und Crawl-Aufrufe; Googlebot folgt höchstens zehn Sprüngen und bricht dann ab. Eine Schleife — A auf B und B zurück auf A — macht die Seite ganz unerreichbar.
Die Lösung: Jede alte Adresse leitet direkt auf das endgültige Ziel. Interne Links werden auf die neuen Adressen umgestellt, damit Besucher gar nicht erst über eine Weiterleitung laufen. Verweise, die ins Leere führen, finden Sie mit einer Prüfung auf Broken Links.
Weiterleitungen beim Relaunch planen
Eine der häufigsten Ursachen für Rankingverluste nach einem Relaunch: Die alten Adressen wurden nicht umgeleitet. Der Weiterleitungsplan gehört deshalb vor den Livegang, nicht danach.
- Alle alten Adressen erfassen: aus Crawl, Sitemap, Search Console und Serverprotokollen.
- Jeder alten Adresse ein Ziel zuordnen: die inhaltlich passende neue Seite oder, wenn es keinen Ersatz gibt, 410.
- Weiterleitungen testen, bevor die neue Website online geht.
- Nach dem Livegang überwachen: Status der Indexierung, 404-Fehler in der Search Console, Rankings der wichtigsten Seiten.
- Weiterleitungen dauerhaft bestehen lassen. Google empfiehlt mindestens ein Jahr; da auch externe Links und Lesezeichen weiterleben, sollten sie besser gar nicht entfernt werden.
Die komplette Liste für den Umzug finden Sie in unserer Website-Relaunch-Checkliste.
In der Praxis: Was SEODACH übernimmt
Viele Mittelständler kommen zu uns, nachdem nach einer neuen Website die Anfragen eingebrochen sind. Häufig fehlen dann Weiterleitungen, oder sie zeigen alle auf die Startseite. Wir erstellen für jede alte Adresse ein passendes Ziel, beseitigen Ketten und prüfen nach dem Livegang, ob Google die neuen Seiten übernimmt. So bleibt die Sichtbarkeit, die eine Website über Jahre aufgebaut hat, beim Umzug erhalten. Die Planung gehört zu unserer Suchmaschinenoptimierung und ist bei jedem Relaunch fester Bestandteil.
Häufige Fragen
Wie lange sollte eine 301-Weiterleitung bestehen bleiben?
Mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Solange es externe Links, Lesezeichen oder gedruckte Unterlagen mit der alten Adresse gibt, bringt die Weiterleitung Besucher an die richtige Stelle.
Wann ist 410 besser als 301?
Wenn ein Inhalt ersatzlos entfällt, etwa ein eingestelltes Produkt ohne Nachfolger. Eine 301 auf eine unpassende Seite verwirrt Besucher, und Google behandelt sie oft ohnehin wie eine nicht vorhandene Seite (Soft-404).
Kann ich eine ganze Domain per 301 umziehen?
Ja. Jede Adresse der alten Domain leitet dann auf die entsprechende Adresse der neuen, nicht pauschal auf die Startseite. Zusätzlich melden Sie den Umzug in der Search Console mit dem Tool zur Adressänderung.
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