Was ist Indexierung bei Google?
Wie Google Seiten indexiert, was „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ bedeutet und wie Sie die Indexierung Ihrer Website prüfen und verbessern.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
- Crawlen
- Rendern
- IndexierenIndexierung bei Google
- Ranken
- Anzeigen
Inhaltsverzeichnis
Indexierung ist der Schritt, in dem Google eine abgerufene Seite auswertet und in seinen Suchindex aufnimmt, die riesige Datenbank, aus der alle Suchergebnisse stammen. Eine Seite, die nicht im Index steht, kann bei keiner Suchanfrage erscheinen, so gut ihr Inhalt auch ist.
Für Unternehmen ist das der Punkt, an dem Sichtbarkeit anfängt oder endet. Dieser Artikel zeigt, wie Google von der ersten Entdeckung bis zur Aufnahme vorgeht, was die Meldungen in der Search Console bedeuten und was Sie tun können, wenn eine Seite nicht indexiert wird.
Crawlen, Rendern, Indexieren: der Weg in den Index
Bevor eine Seite in den Ergebnissen auftaucht, durchläuft sie drei Stationen:
- Entdecken und Crawlen. Google erfährt über Links, die XML-Sitemap oder eine manuelle Meldung von der Adresse. Der Googlebot ruft die Seite ab, sofern die robots.txt das erlaubt. Wie gut das gelingt, beschreibt der Begriff Crawlability.
- Rendern. Google führt JavaScript aus und baut die Seite so auf, wie ein Browser sie zeigen würde. Inhalte, die erst nach dem Laden per Skript erscheinen, sieht Google erst in diesem Schritt, manchmal mit Verzögerung.
- Indexieren. Google analysiert Text, Überschriften, Bilder und strukturierte Angaben, erkennt Duplikate und wählt eine kanonische Version. Erst dann entscheidet der Algorithmus, ob die Seite überhaupt in den Index kommt.
Der letzte Punkt überrascht viele: Crawlen ist keine Zusage. Google nimmt nicht jede abgerufene Seite auf, sondern nur solche, die es für nützlich und eigenständig hält. Die Reihenfolge danach, also Ranking und Anzeige, spielt erst eine Rolle, wenn die Seite im Index angekommen ist.
Indexierungsstatus in der Search Console
Den verlässlichsten Blick auf die Indexierung bietet die Google Search Console. Im Bericht „Seitenindexierung“ sehen Sie, wie viele Seiten indexiert sind und aus welchem Grund andere fehlen. Die häufigsten Meldungen:
| Status | Was er bedeutet | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert | Google hat die Seite abgerufen, sich aber gegen die Aufnahme entschieden. | Inhalt stärken, von Dopplungen abgrenzen, intern besser verlinken. |
| Gefunden – zurzeit nicht indexiert | Die Adresse ist bekannt, der Abruf wurde aber verschoben. | Interne Links setzen, Serverantwortzeit prüfen, unnötige URLs reduzieren. |
| Durch „noindex“-Tag ausgeschlossen | Die Seite verbietet die Aufnahme selbst. | Prüfen, ob das gewollt ist; sonst noindex entfernen. |
| Duplikat – Google hat eine andere Seite als kanonisch bestimmt | Google hält eine andere URL für die Hauptversion. | Canonical-Angaben und interne Links vereinheitlichen. |
| Seite mit Weiterleitung / Nicht gefunden (404) | Die URL leitet weiter oder existiert nicht mehr. | Meist in Ordnung; interne Links auf das Ziel umstellen. |
Nicht jede ausgeschlossene Seite ist ein Problem. Weiterleitungen, gewollte noindex-Seiten oder Filterseiten eines Shops dürfen draußen bleiben. Kritisch wird es, wenn Leistungsseiten, Standortseiten oder neue Fachartikel in den Ausschlussgruppen landen.
Indexierung prüfen: drei Wege
- URL-Prüfung in der Search Console. Sie geben eine Adresse ein und sehen, ob sie im Index ist, wann Google sie zuletzt abgerufen hat und welche kanonische URL Google gewählt hat. Mit „Live-URL testen“ prüfen Sie den aktuellen Stand der Seite.
- Bericht „Seitenindexierung“. Er zeigt Muster über die ganze Website, etwa wenn nach einem Relaunch hunderte Seiten plötzlich als Duplikat gelten.
- Die Suche mit
site:. Eine Abfrage wiesite:ihredomain.de/leistungengibt einen groben Eindruck, aber keine exakte Zahl. Für Entscheidungen taugt sie nicht.
Seite indexieren lassen
Eine neue oder überarbeitete Seite können Sie über die URL-Prüfung mit „Indexierung beantragen“ melden. Das beschleunigt den Abruf, erzwingt aber keine Aufnahme. Wichtiger als der Antrag sind die Signale, die dauerhaft wirken:
- Die Seite steht in der Sitemap und wird von thematisch passenden Seiten intern verlinkt.
- Sie beantwortet eine eigene Frage und ist keine Variante einer anderen Seite.
- Sie liefert den Statuscode 200, lädt zügig und zeigt den Hauptinhalt auch ohne Klicks oder Skript-Tricks.
- Alte Adressen leiten per 301-Weiterleitung auf die neue Seite, statt parallel weiterzuleben.
Typische Fälle aus dem Mittelstand
- Relaunch mit Nebenwirkung. Die neue Website geht online, der noindex-Schalter aus der Testphase bleibt aktiv. Wochen später sind die Anfragen eingebrochen, und niemand weiß warum.
- Standortseiten als Textkopien. Ein Handwerksbetrieb legt zwanzig Seiten für zwanzig Orte an, der Text unterscheidet sich nur im Ortsnamen. Google indexiert zwei davon und meldet den Rest als „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“.
- Parameter-Wildwuchs im Shop. Filter und Sortierungen erzeugen tausende URLs. Google verbraucht seine Zeit auf diesen Varianten, während neue Produkte lange unentdeckt bleiben; mehr dazu unter Crawl-Budget.
- Inhalt nur per JavaScript. Leistungstexte werden erst nach dem Laden eingeblendet. Beim Rendern fehlt ein Teil, und die Seite wirkt für Google dünner, als sie ist.
Nutzen und Risiken
Eine saubere Indexierung heißt: Jede Seite, die Kunden finden sollen, steht im Index, und Seiten ohne eigenen Wert bleiben draußen. Das bündelt die Signale auf wenige starke Seiten und macht Veränderungen messbar.
Das Risiko liegt in beide Richtungen. Zu wenig im Index kostet Anfragen. Zu viel im Index, etwa Suchergebnisseiten, Tag-Archive oder Druckversionen, verwässert die Website und bindet Crawling-Zeit. Beides fällt im Browser nicht auf, nur in den Daten.
In der Praxis: Indexierung als fester Prüfpunkt
In unserer Suchmaschinenoptimierung steht die Indexierung am Anfang des technischen Audits. Wir gleichen ab, welche Seiten Kunden finden sollen und welche Google tatsächlich aufgenommen hat, und bringen beides zur Deckung. Nach einem Relaunch oder dem Start neuer Leistungsseiten beobachten wir den Bericht „Seitenindexierung“, bis alle wichtigen Seiten im Index sind. Sie sehen im Monatsbericht in klarer Sprache, welche Seiten neu dazugekommen sind und welche noch fehlen.
Häufige Fragen
Warum wird meine Seite nicht indexiert?
Die häufigsten Gründe sind ein vergessenes noindex, eine Sperre in der robots.txt, ein Canonical auf eine andere URL, zu ähnlicher Inhalt oder fehlende interne Links. Die URL-Prüfung in der Search Console zeigt, welcher Grund vorliegt.
Wie lange dauert die Indexierung einer neuen Seite?
Das reicht von wenigen Stunden bis zu mehreren Wochen. Gut verlinkte Seiten auf einer regelmäßig gepflegten Website kommen meist schneller in den Index als isolierte Seiten auf einer neuen Domain.
Ist „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ ein Fehler?
Technisch nicht. Google hat die Seite gelesen und bewusst nicht aufgenommen. Betrifft es wichtige Seiten, ist das ein inhaltliches Signal: Die Seite unterscheidet sich zu wenig von anderen oder beantwortet keine eigene Frage.
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