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Was ist ein Broken Link?

Ein Broken Link führt ins Leere. Wie tote Links entstehen, wie Sie sie mit Search Console und Crawler finden und wann 301, 410 oder 404 richtig ist.

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Technisches SEOVom Crawler bis zum Suchergebnis
  1. CrawlenBroken Link
  2. Rendern
  3. Indexieren
  4. Ranken
  5. Anzeigen
Einordnung: Broken Link gehört zum Schritt „Crawlen“. Schema zur Einordnung, keine Messwerte.
Inhaltsverzeichnis

Ein Broken Link ist ein Verweis, der ins Leere führt: Der Server liefert die angeforderte Seite nicht aus, der Besucher landet auf einer Fehlermeldung. Im Deutschen heißt dasselbe toter Link oder defekter Link, im Englischen dead link oder broken hyperlink. Gemeint ist immer der gleiche Zustand — nur die Ursache dahinter unterscheidet sich, und genau die entscheidet darüber, wie Sie reparieren.

Technisch gesehen ist ein Link so lange in Ordnung, wie die Zieladresse einen Statuscode aus der 200er-Reihe zurückgibt. Antwortet der Server stattdessen mit 404 („nicht gefunden“) oder 410 („dauerhaft entfernt“), ist der Link tot. Auch ein 5xx-Fehler, ein abgelaufenes Zertifikat oder eine Domain ohne DNS-Eintrag führen für den Nutzer zum selben Ergebnis, obwohl die Diagnose eine andere ist. Die Reihe der HTTP-Statuscodes ist deshalb das erste Werkzeug bei der Fehlersuche.

Eine Sonderform ist der Soft 404: Die Seite existiert nicht mehr, der Server behauptet aber mit Code 200, alles sei in Ordnung, und zeigt einen Platzhaltertext wie „Dieser Artikel ist leider nicht verfügbar“. Für Besucher ist das eine Sackgasse, für Suchmaschinen eine dünne Seite, die im Index landet und Platz belegt. Soft 404 sind heimtückisch, weil kein Prüfwerkzeug sie an der Statuszeile erkennt — Google meldet sie in der Search Console gesondert.

  • Relaunch ohne Weiterleitungsplan. Die häufigste Ursache. Ein neues System vergibt neue Adressen, die alten werden nicht umgeleitet — und jeder Link, den jemals jemand gesetzt hat, zeigt ab dem Livegang ins Leere.
  • Gelöschte Inhalte. Ein ausgelaufenes Angebot, eine vergangene Veranstaltung, eine Stellenanzeige nach der Besetzung. Der Inhalt verschwindet, die Verweise darauf bleiben.
  • Umbenannte Seiten. Jemand korrigiert einen Tippfehler in der URL oder ändert die Kategorie — und ändert damit die Adresse.
  • Tippfehler im Quelltext. Eine fehlende Klammer, ein verschluckter Schrägstrich, ein kopiertes Leerzeichen am Ende der Adresse.
  • Fremde Websites, die verschwinden. Ein Lieferant stellt den Betrieb ein, ein Fachportal zieht um, eine Studie wird hinter eine Anmeldung verschoben. Der Fachbegriff dafür lautet Linkrot: Das Web verliert laufend Adressen, ohne jemanden zu benachrichtigen.
  • Umzug von HTTP auf HTTPS oder von www auf die Variante ohne. Bleiben alte Verweise stehen, laufen sie im besten Fall über eine Weiterleitung, im schlechtesten ins Nichts.
  • Gesperrte oder gelöschte Dateien. PDFs, Preislisten und Bilder werden beim Aufräumen des Medienordners gelöscht — verlinkt sind sie weiterhin.

Die Unterscheidung ist keine Theorie, sondern bestimmt, wer den Fehler beheben kann.

TypWas gemeint istWer repariert
Interner Broken LinkVerweis von Ihrer Seite auf eine andere Seite derselben WebsiteSie selbst — Adresse korrigieren oder Weiterleitung anlegen
Externer Broken LinkIhr externer Link auf eine fremde Website, die nicht mehr antwortetSie selbst — Ziel ersetzen, auf ein Archiv verweisen oder Link entfernen
Eingehender Broken LinkEin fremder Backlink, der auf eine Ihrer gelöschten Seiten zeigtSie selbst per Weiterleitung — der fremde Betreiber ändert seinen Text selten

Der dritte Fall wird am häufigsten übersehen und ist der wertvollste: Hier zeigt eine fremde Empfehlung auf Ihre Website, und Sie fangen sie nicht auf. Jede Weiterleitung, die Sie für solche Adressen einrichten, holt Besucher und Linkwert zurück, die bereits bezahlt sind.

Auswirkungen auf Nutzer und SEO

Zuerst das Nüchterne: Ein paar tote Links versenken keine Website. Google behandelt 404-Fehler als normalen Zustand des Webs — Seiten verschwinden, das ist eingeplant. Schaden entsteht durch Menge, Lage und Dauer.

  • Abbrüche an der falschen Stelle. Ein toter Link im Menü, im Angebotspfad oder in der Bestätigungs-E-Mail kostet direkt Anfragen. Der Besucher sucht nicht weiter, er geht zurück zur Suche.
  • Verlorener Linkwert. Zeigt ein Backlink auf eine 404-Seite, verpufft die Empfehlung. Eine Weiterleitung auf die passende Nachfolgeseite erhält den Wert weitgehend.
  • Verschwendetes Crawl-Budget. Bei kleinen Websites nebensächlich, bei großen Shops spürbar: Der Crawler ruft immer wieder Adressen ab, hinter denen nichts steht, statt neue Inhalte zu entdecken. Mehr dazu unter Crawlability.
  • Signal für Vernachlässigung. Eine Website, auf der die Preisliste aus dem Vorjahr fehlt und drei Menüpunkte ins Leere führen, wirkt auf Interessenten genauso, wie sie gepflegt ist.
  • Verzerrte Zahlen. Fehlerseiten tauchen in der Statistik als Seitenaufrufe auf und treiben die Absprungrate nach oben, ohne dass jemand den Grund sieht.

Google Search Console. Der kostenlose Einstieg. Im Bericht zur Seitenindexierung stehen die Adressen, die Google als „Nicht gefunden (404)“ oder „Soft 404“ einstuft — inklusive der Angabe, über welche Seite Google sie entdeckt hat. Das ist der schnellste Weg zur Ursache. Dazu kommt der Bericht über Backlinks: Sortieren Sie die verlinkten Seiten und prüfen Sie, welche davon nicht mehr existieren.

Ein Crawler für die eigene Website. Werkzeuge wie Screaming Frog, Sitebulb oder die Site-Audits von Ahrefs und Semrush laufen die Website wie ein Suchmaschinen-Bot ab und listen jeden Verweis mit seinem Statuscode. Entscheidend ist die Spalte „gefunden auf“: Sie sagt Ihnen, welche Quellseite den toten Link enthält. Ohne diese Angabe suchen Sie den Fehler in einer Liste von Adressen, die Sie nicht bearbeiten können.

Serverprotokolle. In den Logdateien steht, welche 404-Adressen tatsächlich abgerufen werden und wie oft. Diese Liste ist die ehrlichste Priorisierung, die Sie bekommen können: Was niemand aufruft, muss auch nicht zuerst repariert werden.

Externe Ziele automatisch prüfen. Fremde Links altern unbemerkt; ein monatlicher Lauf über alle ausgehenden Verweise fängt das ab.

Nicht jeder Fehlerstatus ist ein echter Fund. Manche Server blocken automatische Anfragen und antworten Prüfwerkzeugen mit 403 oder 429, obwohl die Seite im Browser einwandfrei lädt. Prüfen Sie Treffer stichprobenartig von Hand, bevor Sie Links entfernen.

301, 410 oder 404: die richtige Antwort

Für jede tote Adresse gibt es genau drei sinnvolle Antworten. Die Wahl richtet sich danach, ob es einen Nachfolger gibt.

SituationRichtige AntwortWarum
Der Inhalt ist umgezogen oder es gibt eine eindeutige Nachfolgeseite301 (dauerhaft weitergeleitet)Nutzer und Suchmaschinen landen am richtigen Ort, der Linkwert bleibt weitgehend erhalten
Der Inhalt ist ersatzlos weg und kommt nicht wieder410 (entfernt)Deutlicheres Signal als 404; Google nimmt solche Adressen in der Regel schneller aus dem Index
Die Adresse hat nie existiert oder stammt aus einem Tippfehler404 stehen lassenKorrekter Zustand; eine Weiterleitung würde nur Verwirrung erzeugen
Der Ausfall ist vorübergehend (Wartung)503Der Crawler kommt später wieder, statt die Seite als tot zu werten

Zwei Regeln haben sich in der Praxis bewährt. Erstens: Leiten Sie auf die nächstähnliche Seite weiter, nicht pauschal auf die Startseite. Sammelweiterleitungen auf die Startseite wertet Google häufig als Soft 404, und der Besucher steht wieder am Anfang. Zweitens: Vermeiden Sie Ketten. Führt A auf B, B auf C und C auf D, geht bei jedem Schritt Zeit verloren, und ab einer gewissen Länge folgt der Crawler nicht mehr. Zeigen Sie direkt auf das Endziel.

  1. Kaputte Wege im Geschäftsprozess zuerst. Kontaktformular, Angebotsseite, Preisliste, Downloads im Angebot, Links in automatischen E-Mails. Hier kostet jeder Tag Anfragen.
  2. Adressen mit fremden Backlinks. Für jede 404-Adresse, auf die von außen verwiesen wird, eine 301 auf das passende Ziel.
  3. Interne tote Links auf viel besuchten Seiten. Quelltext korrigieren statt weiterleiten — eine Weiterleitung repariert das Symptom, der falsche Link bleibt im Text.
  4. Externe Ziele, die verschwunden sind. Ersetzen Sie sie durch eine gleichwertige Quelle. Wenn es keine gibt, hilft ein Verweis auf die archivierte Fassung; wenn auch das nicht passt, nehmen Sie den Link heraus und lassen den Satz stehen.
  5. Der Rest nach Häufigkeit. Die Logdateien sagen Ihnen, welche Adressen überhaupt noch jemand aufruft.

Wichtig ist die Nacharbeit: nach dem Anlegen der Weiterleitungen erneut crawlen und die Search Console beobachten. Erst wenn die gemeldeten Fehler über Wochen zurückgehen, ist die Aufräumaktion angekommen.

Die 404-Seite als Notausgang

Ganz ohne Fehlerseiten kommt keine Website aus. Eine brauchbare 404-Seite braucht wenig: den Hinweis, dass die Seite nicht existiert, ein Suchfeld, die Hauptnavigation, Links zu den drei bis fünf wichtigsten Bereichen und einen Weg zum Kontakt. Wichtig ist der technische Teil, den niemand sieht: Die Seite muss den Statuscode 404 liefern, nicht 200. Andernfalls sammelt Ihr Index beliebig viele identische Fehlerseiten — ein klassischer Fall von Duplicate Content.

Broken Link Building dreht die Sache um: Statt eigene tote Links zu reparieren, suchen Sie fremde. Das Prinzip ist einfach — irgendwo in Ihrer Branche verweist ein Fachartikel, eine Verbandsseite oder eine Linksammlung auf eine Quelle, die es nicht mehr gibt. Wer einen gleichwertigen Ersatz anbietet, hat einen sachlichen Grund für eine Kontaktaufnahme.

  1. Zielseiten sammeln. Ressourcenlisten, Fachglossare und Branchenübersichten, die für Ihr Thema relevant sind.
  2. Tote Verweise finden. Die Seiten mit einem Crawler oder einer Browser-Erweiterung prüfen; Backlink-Werkzeuge zeigen zusätzlich, welche Adressen im Netz häufig verlinkt sind und nicht mehr antworten.
  3. Prüfen, was dort stand. Über ein Webarchiv lässt sich rekonstruieren, welcher Inhalt gemeint war — ohne das zu wissen, können Sie keinen Ersatz anbieten.
  4. Gleichwertigen Inhalt bereitstellen. Ein vorhandener Beitrag reicht, wenn er dasselbe beantwortet. Sonst schreiben Sie ihn.
  5. Kurz und sachlich schreiben. Hinweis auf den toten Link, Angebot des Ersatzes, fertig. Der Nutzen für den Empfänger ist der Fehler auf seiner Seite, nicht Ihr Link.

Die Methode ist aufwendig und die Antwortquote niedrig — dafür entstehen Verweise, die inhaltlich passen. Sie ist damit das Gegenteil eingekaufter Links und gehört zum handwerklichen Teil des Linkbuildings. Die interne Variante ist schneller und wird oft vergessen: Prüfen Sie zuerst, welche Ihrer eigenen verlinkten Seiten nicht mehr existieren. Dort liegt Linkwert, für den niemand mehr anfragen muss.

Broken Links vorbeugen

  • Vor jedem Relaunch eine Adressliste ziehen — aus Sitemap, Crawl und Search Console — und daraus eine Weiterleitungstabelle bauen, bevor das neue System live geht.
  • Adressen stabil halten. Keine Jahreszahlen, keine Kampagnenkürzel, keine Kategorienamen in der URL, die sich ändern können.
  • Löschen mit Entscheidung. Gibt es eine Nachfolgerin, dann 301; gibt es keine, dann 410.
  • Interne Links relativ setzen, damit sie einen Domain- oder Protokollwechsel überstehen.
  • Regelmäßig prüfen. Ein monatlicher Crawl und ein Blick in die Search Console reichen für die meisten Firmenwebsites.

Tote Links, falsche Weiterleitungen und Fehlerseiten sind typische Befunde eines SEO-Audits. Bei Websites, die wir im laufenden Betrieb betreuen, läuft diese Prüfung automatisch mit, sodass Fehler auffallen, bevor Besucher sie melden. Größere Aufräumaktionen nach einem Systemwechsel planen wir gemeinsam mit der technischen Suchmaschinenoptimierung.

Häufige Fragen zu Broken Links

Schaden Broken Links dem Ranking?

Nicht direkt und nicht einzeln. Google rechnet damit, dass Seiten verschwinden. Spürbar wird es, wenn viele Adressen mit Backlinks ins Leere laufen, wenn Besucher an wichtigen Stellen abbrechen oder wenn der Crawler bei einer großen Website einen erheblichen Teil seiner Abrufe an Fehlerseiten verliert.

Was ist der Unterschied zwischen einem toten Link und einem defekten Link?

Keiner. „Toter Link“, „defekter Link“, „Broken Link“ und „Dead Link“ bezeichnen dasselbe: einen Verweis, dessen Ziel nicht erreichbar ist.

Soll ich alle 404-Fehler weiterleiten?

Nein. Weiterleiten sollten Sie nur Adressen mit einem echten Nachfolger oder mit eingehenden Links. Erfundene Adressen, alte Spam-Anfragen und Tippfehler bleiben 404 — das ist die korrekte Antwort, keine Baustelle.

Wie oft sollte ich auf Broken Links prüfen?

Monatlich für die eigene Website, zusätzlich nach jedem Relaunch, nach größeren Umbauten und nach dem Löschen von Inhalten. Ausgehende Links auf fremde Websites brauchen einen eigenen Turnus, weil sie ohne Ihr Zutun altern.

Was mache ich mit einem Backlink auf eine gelöschte Seite?

Eine 301 auf die thematisch nächste vorhandene Seite einrichten. Das ist die günstigste Form des Linkaufbaus, die es gibt — die Empfehlung existiert bereits, sie läuft nur ins Leere.

Zählt ein 403- oder 500-Fehler auch als Broken Link?

Für den Besucher ja, technisch nein. Bei 403 fehlt eine Berechtigung, bei 500 liegt ein Serverfehler vor — beides sollte behoben, nicht weitergeleitet werden. Nur bei dauerhaft entfernten Inhalten sind 404 und 410 die richtige Antwort.

Zusammenfassung

Ein Broken Link ist ein Verweis, dessen Ziel nicht mehr antwortet. Entscheidend ist nicht die Zahl der Fehler, sondern ihre Lage: Tote Links im Angebotspfad kosten Anfragen, Adressen mit Backlinks kosten Reichweite, und Soft 404 verstopfen den Index. Der Weg ist immer derselbe — mit Search Console und Crawler finden, nach Nachfolger entscheiden (301, 410 oder bewusst 404), von der wichtigsten Stelle her reparieren und danach kontrollieren, ob die Meldungen zurückgehen. Wer zusätzlich fremde tote Links für den eigenen Linkaufbau nutzt, macht aus der Pflichtaufgabe einen Off-Page-Hebel.

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