Was ist ein Backlink?
Backlinks einfach erklärt: warum Links anderer Websites für Google zählen, woran Sie gute Links erkennen und wie Mittelständler sie verdienen.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
Inhaltsverzeichnis
Ein Backlink ist ein Link auf einer fremden Website, der auf Ihre Website verweist – etwa vom Branchenverband, aus einem Zeitungsartikel oder von der Seite eines Partners. Suchmaschinen werten solche Links als Empfehlung: Wer auf Sie verlinkt, hält Ihre Inhalte für nützlich. Deshalb gehören Backlinks bis heute zu den wichtigsten Signalen für die Platzierung.
Einfach gesagt: Backlinks sind die digitale Form der Mundpropaganda. Dieser Artikel erklärt, wie Google sie bewertet, welche Links wertvoll sind und wie Sie als Unternehmen zu Links kommen, ohne sich Risiken einzuhandeln.
Was ein Backlink ist
Aus Sicht Ihrer Website gibt es zwei Richtungen: Links, die von Ihren Seiten auf andere zeigen, sind ausgehende Links. Links, die von anderen Seiten auf Ihre zeigen, sind Backlinks, auch eingehende Links genannt. Ein Backlink besteht aus drei Teilen:
- Quelle: die Seite, auf der der Link steht, zum Beispiel ein Artikel im Mitgliederbereich eines Verbands.
- Ziel: die Seite Ihrer Website, auf die er zeigt – die Startseite oder besser eine passende Unterseite.
- Ankertext: der anklickbare Text, etwa „Anbieter für Industrieböden in Franken“.
Zusätzlich kann der Link Attribute tragen, die Suchmaschinen Hinweise geben, zum Beispiel nofollow oder sponsored. Was diese bedeuten, erklärt der Artikel zum Nofollow-Link.
Warum Backlinks für Google zählen
Google hat seine Suche von Anfang an auf der Idee aufgebaut, dass Links Stimmen sind. Eine Seite, auf die viele angesehene Seiten verweisen, ist vermutlich wichtiger als eine Seite, auf die niemand verweist. Heute wertet Google Hunderte weitere Signale aus, doch Links helfen weiterhin dabei,
- neue Seiten überhaupt zu finden, weil der Crawler den Links folgt,
- die thematische Einordnung einer Website zu verstehen,
- zwischen mehreren inhaltlich ähnlichen Seiten die vertrauenswürdigere auszuwählen.
Links sind damit der Kern der Offpage-SEO. Sie ersetzen keine guten Inhalte, verstärken aber deren Wirkung.
Woran Sie einen guten Backlink erkennen
Die Anzahl der Links ist weniger wichtig als ihre Herkunft. Ein einziger Link aus der Fachzeitschrift Ihrer Branche wiegt mehr als hundert Einträge in beliebigen Verzeichnissen.
| Merkmal | Guter Link | Schwacher Link |
|---|---|---|
| Thema | Die Quelle behandelt Ihre Branche oder Region | Themenfremde Sammelseite |
| Leser | Die Seite hat echte Besucher, die klicken könnten | Niemand liest die Seite außer Crawlern |
| Einbettung | Im Fließtext, mit Bezug zum Inhalt | In einer langen Linkliste im Footer |
| Ankertext | Natürlich: Firmenname, Thema, Leistung | Auffällig oft dasselbe exakte Suchwort |
| Entstehung | Redaktionelle Entscheidung der Quelle | Gegen Geld oder im Tausch gesetzt |
Kennzahlen wie das Domain Rating aus SEO-Tools helfen bei der ersten Einschätzung, sind aber Schätzwerte der Tool-Anbieter, keine Google-Werte.
Wie Unternehmen Backlinks verdienen
Die belastbarsten Links entstehen aus echten Beziehungen und aus Inhalten, auf die andere gern verweisen:
- Verbände und Kammern: Mitgliederverzeichnisse von Innungen, IHK-Fachgruppen oder Branchenverbänden verweisen auf ihre Mitglieder. Prüfen Sie, ob Ihr Eintrag vollständig ist und auf die richtige Seite zeigt.
- Partner und Lieferanten: Hersteller führen zertifizierte Fachbetriebe, Softwareanbieter ihre Integrationspartner. Ein kurzer Hinweis genügt oft.
- Presse und Fachmedien: Ein neues Werk, ein ungewöhnliches Projekt, eine Ausbildungsinitiative – regionale Zeitungen und Fachportale berichten darüber und verlinken häufig.
- Nützliche Inhalte: Checklisten, Rechner, Normenübersichten oder ehrliche Vergleiche werden von anderen zitiert, weil sie Arbeit sparen.
- Engagement vor Ort: Sponsoring im Sportverein, Vorträge an der Hochschule, Messeauftritte – vieles davon hinterlässt ohnehin eine Erwähnung im Netz.
Mehr zu Planung und Vorgehen finden Sie im Artikel zum Linkbuilding.
Beispiele aus dem Mittelstand
- Dachdeckerbetrieb: Die Innung listet den Betrieb, der Hersteller der verbauten Solarziegel führt ihn als geschulten Partner, die Lokalzeitung berichtet über die Sanierung der Stadthalle. Drei Links, alle thematisch und regional passend.
- Softwarehaus: Eine frei zugängliche Übersicht zu Pflichtangaben der E-Rechnung wird von Steuerberatern und Branchenportalen verlinkt, weil sie das Thema verständlich zusammenfasst.
- Zulieferer: Ein Fachbeitrag in einer Branchenzeitschrift über ein neues Prüfverfahren verweist auf die technische Seite des Unternehmens.
Risiken: gekaufte und künstliche Links
Links zu kaufen, zu tauschen oder massenhaft selbst zu setzen, verstößt gegen die Richtlinien von Google für Spam. Google erkennt viele solcher Muster und wertet die Links dann nicht, im schlimmeren Fall wird die Website abgewertet. Warnzeichen bei Angeboten:
- „Garantierte“ Anzahl von Links zu einem Festpreis,
- Artikel auf Seiten, deren einziger Zweck das Verkaufen von Links ist,
- immer identische Ankertexte mit Ihrem Wunsch-Suchwort.
Bezahlte Platzierungen wie Advertorials sind nicht verboten, müssen aber als sponsored oder nofollow gekennzeichnet sein. Sie bringen dann Besucher und Bekanntheit, aber keinen Rankingvorteil.
In der Praxis: Empfehlungen, die sich in der Suche auszahlen
In unserer SEO-Arbeit prüfen wir zuerst, welche Links Ihre Website bereits hat, welche davon auf nicht mehr vorhandene Seiten zeigen und welche naheliegenden Quellen fehlen – Verbände, Partner, Hersteller. Oft liegt der größte Hebel in Seiten, auf die andere gern verweisen würden, wenn es sie gäbe. Solche Inhalte erstellen wir mit Ihnen im Rahmen von Inhalte und Übersetzung.
Häufige Fragen
Wie viele Backlinks braucht meine Website?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, wie Ihre Wettbewerber in der Suche aufgestellt sind und wie gut die Links zu Ihrem Thema passen. Für lokale Anbieter reichen oft wenige, gut passende Links aus der Region und der Branche.
Wie finde ich heraus, wer auf meine Website verlinkt?
Die Google Search Console zeigt unter „Links“ eine Auswahl der externen Links, die Google kennt. SEO-Tools wie Ahrefs oder Sistrix liefern umfangreichere Listen, arbeiten aber mit eigenen Crawlern und Schätzungen.
Schaden schlechte Backlinks meiner Website?
Einzelne minderwertige Links von fremden Seiten ignoriert Google in der Regel. Problematisch wird es, wenn ein Muster erkennbar ist, das nach Manipulation aussieht. Das Disavow-Tool ist für solche Ausnahmefälle gedacht, nicht für die Routinepflege.
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