Was ist ein Dofollow-Link?
Ein Dofollow-Link gibt Linkautorität weiter. HTML-Beispiel, Unterschied zu Nofollow, wie Sie Dofollow erkennen und welche Backlinks wirklich zählen.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
Inhaltsverzeichnis
Ein Dofollow-Link ist ein ganz normaler Hyperlink: Suchmaschinen dürfen ihm folgen und rechnen ihn als Empfehlung für die Zielseite. Der Name führt in die Irre, denn ein Attribut rel="dofollow" gibt es im HTML nicht und hat es nie gegeben. „Dofollow“ ist nur die Bezeichnung für den Normalzustand — jeder Link ist ein Dofollow-Link, solange ihn niemand ausdrücklich mit rel="nofollow", rel="sponsored" oder rel="ugc" kennzeichnet.
Dofollow im HTML — das Beispiel
So sieht ein Dofollow-Link aus. Es ist schlicht ein Link ohne rel-Attribut:
<a href="https://beispiel.de/ratgeber">Ratgeber zum Thema</a>Zum Vergleich derselbe Link als Nofollow:
<a href="https://beispiel.de/ratgeber" rel="nofollow">Ratgeber zum Thema</a>Und so sieht es aus, wenn jemand „dofollow“ wörtlich nimmt — das Attribut ist wirkungslos, Suchmaschinen ignorieren den unbekannten Wert:
<a href="https://beispiel.de/ratgeber" rel="dofollow">Ratgeber zum Thema</a>Der dritte Fall schadet nicht, er ist nur überflüssig. Wer Dofollow will, lässt das rel-Attribut einfach weg. Andere rel-Werte wie noopener oder noreferrer haben mit der Bewertung nichts zu tun und heben Dofollow nicht auf. In der SEO-Betreuung zählt für uns nicht das Attribut, sondern was an Klicks und Anfragen ankommt.
Dofollow und Nofollow im Vergleich
| Merkmal | Dofollow | Nofollow |
|---|---|---|
| HTML | Kein rel-Attribut nötig | rel="nofollow", sponsored oder ugc |
| Bewertung durch Google | Wird als Empfehlung gewertet | Wird als Hinweis behandelt, meist nicht gewertet |
| Linkautorität („Link-Juice“) | Wird weitergegeben | Wird in der Regel nicht weitergegeben |
| Für Besucher | Kein Unterschied | Kein Unterschied — im Browser ist nichts zu sehen |
| Besucher über den Link | Ja | Ja — Klicks zählen unabhängig vom Attribut |
| Typischer Einsatz | Redaktionelle Empfehlungen, Quellenangaben, interne Verlinkung | Bezahlte Platzierungen, Kommentare, ungeprüfte Quellen |
Ausführlich stehen die Varianten und ihre Regeln im Artikel Nofollow-Link. Die Kurzfassung: Seit 2019 behandelt Google die rel-Werte als Hinweis und nicht mehr als strikte Anweisung. Ein Nofollow-Link kann also in Einzelfällen bewertet werden — planbar ist das nicht, und darauf lässt sich keine Arbeit aufbauen.
Warum Dofollow-Links zählen
Suchmaschinen bewerten Seiten unter anderem danach, wer auf sie verweist. Ein Backlink von einer fachlich passenden, selbst gut bewerteten Website wirkt wie eine Referenz: Jemand mit Ruf stellt sich hinter diesen Inhalt. Dofollow ist die Voraussetzung dafür, dass diese Referenz überhaupt ankommt.
Zwei Punkte werden dabei regelmäßig überschätzt:
- Die Menge. Hundert Verweise aus Verzeichnissen ohne Leser ersetzen keinen Verweis aus einem Fachmedium. Der Wert hängt an Thema, Sichtbarkeit und Vertrauen der verweisenden Seite — ein Anhaltspunkt dafür ist das Domain Rating, das allerdings eine Schätzung von Drittanbietern bleibt.
- Das Attribut allein. Ein Dofollow-Link aus einem gekauften Beitrag ist kein besseres Signal, nur ein riskanteres: Bezahlte Verweise ohne Kennzeichnung verstoßen gegen die Richtlinien von Google.
Unterschätzt wird dagegen die eigene Website. Interne Links sind fast immer Dofollow und verteilen Autorität dorthin, wo sie gebraucht wird. Wer seine wichtigsten Seiten intern nur einmal im Fußbereich verlinkt, verschenkt Wirkung, für die niemand anfragen muss.
Dofollow in der internen Verlinkung
Bei eingehenden Verweisen können Sie nur bitten. Bei internen Verweisen entscheiden Sie selbst — und weil interne Links standardmäßig Dofollow sind, verteilen sie Autorität genau so, wie Sie die Navigation und die Texte aufgebaut haben.
- Aus dem Text heraus verlinken. Ein Verweis mitten im Absatz wird stärker gewichtet als derselbe Verweis in einer Linkliste am Seitenende.
- Wichtige Seiten mehrfach erreichbar machen. Was nur über die Suchfunktion oder eine Sitemap zu finden ist, gilt als unwichtig — im Zweifel wird es spät entdeckt.
- Beschreibende Linktexte verwenden. „Preise für die Wartung“ sagt mehr als „mehr erfahren“ — für Besucher wie für Suchmaschinen.
- Klickpfade kurz halten. Je mehr Schritte von der Startseite bis zur Zielseite nötig sind, desto weniger Gewicht kommt an. Kurze Wege von der Startseite aus sind deshalb keine Frage der Ästhetik.
- Verweise auf Weiterleitungen bereinigen. Zeigt ein interner Link auf eine Adresse, die nur noch weiterleitet, geht bei jedem Aufruf ein Schritt verloren. Im Quelltext auf das Endziel zeigen.
Diese Arbeit kostet nichts außer Sorgfalt und wirkt schneller als jeder Versuch, fremde Verweise einzusammeln.
Dofollow-Links erkennen
- Quelltext ansehen. Rechtsklick, „Seitenquelltext anzeigen“, nach der Zieladresse suchen. Steht kein
relmitnofollow,sponsoredoderugcdaran, ist der Link Dofollow. - Entwicklerwerkzeuge. Rechtsklick auf den Link, „Untersuchen“ — hier sehen Sie die gerenderte Fassung, also auch Links, die erst per JavaScript entstehen.
- Browser-Erweiterung. Mehrere Erweiterungen färben Nofollow-Links auf der Seite ein. Praktisch für den schnellen Blick, ungeeignet für eine vollständige Prüfung.
- Crawler. Werkzeuge wie Screaming Frog listen jeden ausgehenden Verweis mit seinem
rel-Wert — der richtige Weg, wenn Sie Ihre eigene Website prüfen. - Backlink-Werkzeuge. Ahrefs, Semrush und vergleichbare Dienste zeigen bei eingehenden Verweisen an, ob sie Dofollow sind. Die Daten sind immer eine Stichprobe des Webs, kein Vollbild.
Welche Dofollow-Links wirklich Wert haben
| Merkmal | Wertvoll | Wenig hilfreich |
|---|---|---|
| Thema | Fachlich verwandt zum verlinkten Inhalt | Beliebiges Thema, Hauptsache Link |
| Platzierung | Im Fließtext, an einer sinnvollen Stelle | Im Fußbereich, in Linklisten, in Seitenleisten |
| Linktext | Beschreibt, was auf der Zielseite steht | „Hier klicken“ oder immer dasselbe Keyword |
| Zustandekommen | Redaktionell gesetzt, weil der Inhalt passt | Gekauft, getauscht, selbst eingetragen |
| Umfeld | Seite hat echte Leser und eigene Sichtbarkeit | Seite existiert nur, um Links zu verkaufen |
Ein einziger passender Verweis aus einem Fachmedium, einem Verband oder einer Hochschule wiegt schwerer als eine lange Liste selbst eingetragener Einträge. Das ist unbequem, weil die zweite Variante schneller geht — aber die erste hält.
Dofollow-Links aufbauen
Die Methoden sind seit Jahren dieselben und allesamt Handarbeit. Die verlässlichsten:
- Inhalte, die zitiert werden. Eigene Auswertungen, Rechner, Checklisten oder Übersichten, die es so noch nicht gibt. Ohne Anlass verlinkt niemand.
- Fachbeiträge und Interviews. In Branchenmedien, Verbandspublikationen und Podcasts. Der Verweis ist dort Teil der Autorenzeile.
- Vorhandene Erwähnungen einsammeln. Häufig wird ein Unternehmen genannt, ohne verlinkt zu werden. Eine kurze Nachricht an die Redaktion ist der schnellste Verweis, den es gibt.
- Tote Verweise ersetzen. Wer einen gleichwertigen Ersatz für eine nicht mehr erreichbare Quelle anbietet, hat einen sachlichen Grund für die Kontaktaufnahme — siehe Broken Link.
- Partner, Lieferanten, Referenzen. Kundenlisten, Projektseiten und Mitgliederverzeichnisse verweisen oft ohne Kennzeichnung.
Alles davon gehört zum handwerklichen Teil des Linkbuildings. Was dagegen nicht funktioniert: Linkkauf ohne Kennzeichnung, Tauschringe und automatisierte Einträge. Solche Verweise kosten Geld, wirken selten und lassen sich im Nachhinein schwer wieder loswerden.
Typische Fehler
rel="dofollow"ins HTML schreiben. Wirkungslos. Der Normalfall braucht kein Attribut.- Bezahlte Verweise als Dofollow lassen. Anzeigen, gesponserte Beiträge und Affiliate-Links gehören mit
rel="sponsored"gekennzeichnet. - Alle ausgehenden Links auf Nofollow setzen. Eine Zeit lang war das Mode. Es spart keine Autorität, wirkt unnatürlich und entwertet Quellenangaben, die Ihren eigenen Text glaubwürdig machen. Mehr dazu unter ausgehender Link.
- Immer denselben Linktext verwenden. Ein Profil, in dem hundert Verweise exakt dasselbe Keyword tragen, sieht gebaut aus — weil es gebaut ist.
- Interne Verlinkung vergessen. Der günstigste Hebel überhaupt, weil er vollständig in der eigenen Hand liegt.
Häufige Fragen zu Dofollow-Links
Gibt es rel="dofollow" wirklich nicht?
Nein. Im HTML-Standard existiert kein solcher Wert. Wer ihn schreibt, erzeugt ein unbekanntes Attribut, das ignoriert wird. Dofollow entsteht dadurch, dass kein einschränkendes rel gesetzt ist.
Sind interne Links Dofollow?
In aller Regel ja, und das sollen sie auch sein. Interne Verweise steuern, welche Seiten als wichtig gelten. Ein nofollow auf interne Links bringt keinen Vorteil.
Wie viele Dofollow-Links braucht eine Website?
Es gibt keine Zahl. Maßgeblich ist der Vergleich mit den Seiten, die zu Ihren Suchbegriffen vorne stehen — und dort zählt die Qualität der verweisenden Seiten mehr als ihre Anzahl.
Ist ein Nofollow-Link wertlos?
Nein. Er bringt Besucher, macht ein Linkprofil natürlicher und kann Aufmerksamkeit erzeugen, aus der weitere Verweise entstehen. Nur auf die Weitergabe von Linkautorität sollten Sie sich bei ihm nicht verlassen.
Wie erkenne ich, ob ein Backlink Dofollow ist?
Im Quelltext der verweisenden Seite nach der Zieladresse suchen und prüfen, ob am <a>-Element ein rel mit nofollow, sponsored oder ugc steht. Backlink-Werkzeuge zeigen dieselbe Information gesammelt an.
Zählt ein Dofollow-Link aus einem Kommentar?
Meist nicht. Kommentarbereiche und Foren setzen in der Regel rel="ugc" oder nofollow. Wo das fehlt, entstehen die bekannten Spam-Einträge — ein Verweis aus einer solchen Umgebung ist kein Gewinn, auch wenn er technisch Dofollow ist.
Darf ich Dofollow-Links kaufen?
Bezahlte Verweise müssen gekennzeichnet werden — mit rel="sponsored". Ein gekaufter Dofollow-Link ohne Kennzeichnung verstößt gegen die Richtlinien von Google und ist ein Risiko, das in keinem Verhältnis zum erhofften Nutzen steht.
Zusammenfassung
Ein Dofollow-Link ist der Normalfall: ein Link ohne einschränkendes rel-Attribut, dem Suchmaschinen folgen und den sie als Empfehlung werten. Ein Attribut rel="dofollow" gibt es nicht. Wertvoll wird ein solcher Verweis nicht durch das fehlende Attribut, sondern durch das Umfeld — fachlich passend, redaktionell gesetzt, im Fließtext, von einer Seite mit eigenen Lesern. Bezahltes gehört gekennzeichnet, Nutzerinhalte ebenfalls. Welche Verweise sich lohnen und welche nur Arbeit machen, entscheiden wir gemeinsam mit dem Kunden in der laufenden SEO-Betreuung; die Inhalte, die überhaupt erst einen Grund zum Verlinken geben, entstehen in der Inhaltsproduktion. Ob interne Verweise und Quellenangaben technisch sauber gesetzt sind, prüfen wir bei betreuten Websites im laufenden Betrieb mit.
Brauchen Sie Unterstützung?
Im kostenfreien Erstgespräch klären wir, was davon sich in Ihrem Unternehmen lohnt und womit Sie anfangen sollten.
Erstgespräch vereinbarenSie schreiben kurz, worum es geht — wir melden uns und sagen, ob und wie wir helfen können. Kostenfrei und unverbindlich.
Lieber direkt sprechen? +49 89 24 8853 444 · WhatsApp
Weitere Artikel im Wiki-Lexikon
Was ist ein Backlink?
Backlinks einfach erklärt: warum Links anderer Websites für Google zählen, woran Sie gute Links erkennen und wie Mittelständler sie verdienen.
Begriff öffnenWas ist ein Nofollow-Link?
Nofollow-Links im Überblick: HTML-Beispiel, die drei rel-Werte nofollow, sponsored und ugc, wann welcher richtig ist und was sich 2019 geändert hat.
Begriff öffnenWas ist Domain Rating?
Domain Rating (DR) ist der Ahrefs-Wert von 0 bis 100 für die Stärke eines Backlink-Profils. So prüfen Sie DR kostenlos und lesen die Zahl richtig.
Begriff öffnenWas ist ein Ankertext?
Der Ankertext ist der sichtbare, klickbare Text eines Links. Welche Arten es gibt, wie Google ihn liest und wann er zum Risiko wird.
Begriff öffnen