Was ist ein Ankertext?
Der Ankertext ist der sichtbare, klickbare Text eines Links. Welche Arten es gibt, wie Google ihn liest und wann er zum Risiko wird.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
Inhaltsverzeichnis
Der Ankertext (englisch anchor text) ist der sichtbare, anklickbare Text eines Links, meist farbig oder unterstrichen dargestellt. Er beschreibt Lesern und Suchmaschinen, was sie hinter dem Link erwartet. Ein Link mit dem Text „Wartungsvertrag für Kältetechnik“ sagt deutlich mehr über seine Zielseite aus als ein schlichtes „hier klicken“.
So klein das Detail wirkt: Ankertexte gehören zu den ältesten Signalen, mit denen Google Seiten einordnet. Und sie entscheiden mit darüber, ob ein Besucher überhaupt klickt.
Was ein Ankertext ist
Im HTML-Code steht der Ankertext zwischen dem öffnenden und dem schließenden Link-Element:
<a href="/wartung-kaelteanlagen">Wartung von Kälteanlagen</a>
Die Adresse im Attribut href bestimmt, wohin der Link führt. Der Text dazwischen bestimmt, was der Mensch liest. Ist statt Text ein Bild verlinkt, übernimmt dessen Alt-Text die Rolle des Ankertextes.
Die gängigen Arten von Ankertexten
- Exakt passend. Der Linktext entspricht genau dem Suchbegriff der Zielseite, etwa „Kältetechnik Wartung“.
- Teilweise passend. Der Suchbegriff ist in einen natürlichen Satzteil eingebettet: „wie eine regelmäßige Wartung der Kältetechnik abläuft“.
- Marke. Der Firmen- oder Produktname, zum Beispiel „Müller Kältetechnik“.
- Nackte URL. Die Adresse selbst wird als Text angezeigt.
- Generisch. „Hier“, „mehr erfahren“, „Link“. Diese Texte sagen nichts über das Ziel.
- Bildlink. Ein verlinktes Bild ohne Text; hier zählt der Alt-Text.
Eine natürliche Verteilung enthält von allem etwas. Auffällig wird es, wenn eine Art stark überwiegt – vor allem bei Links, die von fremden Websites kommen.
Wie Suchmaschinen Ankertexte lesen
Google nutzt den Ankertext als Hinweis darauf, worum es auf der verlinkten Seite geht. Verlinken viele Seiten mit ähnlichen, beschreibenden Texten auf dieselbe Adresse, stärkt das die Einordnung der Zielseite für dieses Thema. Auch der Text rund um den Link fließt mit ein, sodass ein kurzer Linktext in einem aussagekräftigen Satz ebenfalls gut funktioniert.
Google selbst rät in seinen Hinweisen für Websitebetreiber zu Linktexten, die beschreibend, knapp und im Zusammenhang verständlich sind. Dieselbe Anforderung stellt die Barrierefreiheit: Nach den WCAG muss der Zweck eines Links aus seinem Text oder dem direkten Umfeld erkennbar sein. Screenreader-Nutzer lassen sich oft alle Links einer Seite als Liste vorlesen – eine Reihe von „hier, hier, mehr“ ist dann wertlos.
Gute und schwache Linktexte im Vergleich
| Schwach | Besser |
|---|---|
| Mehr Informationen finden Sie hier. | Alle Details stehen in unserer Übersicht zur Industriewartung. |
| Klicken Sie hier für das Datenblatt. | Datenblatt Rollenförderer RF 400 (PDF) |
| Weiterlesen | Wie lange eine Baugenehmigung in Bayern dauert |
| Industriewartung München günstig | Industriewartung im Großraum München |
Die letzte Zeile zeigt den umgekehrten Fehler: Ein Ankertext, der wie eine Suchanfrage klingt, liest sich für Menschen holprig und wirkt auf Suchmaschinen manipulativ.
Ankertexte intern und bei Backlinks
Bei der internen Verlinkung haben Sie jeden Linktext selbst in der Hand. Hier sind beschreibende, auch keywordnahe Texte unproblematisch und sinnvoll, solange sie natürlich klingen und variieren.
Bei einem Backlink von einer fremden Website ist das anders. Natürliche Verweise tragen meist den Firmennamen, die Adresse oder einen beschreibenden Satzteil. Zeigen auffällig viele externe Links mit exakt demselben Suchbegriff auf eine Seite, deutet das auf gekaufte oder gezielt gesteuerte Links hin. Solche Muster wertet Google seit vielen Jahren ab.
Risiken und Grenzen
- Überoptimierung. Überall exakt denselben Begriff zu verlinken, bringt keinen Vorteil mehr und kann bei externen Links schaden.
- Irreführende Texte. Wenn der Linktext etwas anderes verspricht als die Zielseite hält, springen Besucher ab.
- Zu lange Anker. Ganze Absätze als Link sind unübersichtlich. Ein paar Wörter, die das Ziel benennen, reichen.
- Überschätzung. Ein guter Ankertext hilft einer Seite, die Frage des Suchenden gut beantwortet. Einer schwachen Seite hilft er nicht.
In der Praxis: Linktexte, die etwas sagen
Im technischen Audit unserer SEO-Betreuung sehen wir uns auch die Linktexte an: Welche Leistungsseiten werden mit aussagekräftigen Texten angesteuert, wo stehen nur „hier“ und „mehr“, und wo wiederholt sich ein Begriff unnatürlich oft? Die Korrekturen sind meist schnell umgesetzt und verbessern zugleich die Lesbarkeit.
Bei neuen Texten achten wir von Anfang an darauf. Fachartikel und Leistungsseiten, die unser Team für Inhalte und Übersetzung schreibt, verlinken mit beschreibenden Formulierungen – in jeder Sprachversion eigens angepasst.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Ankertext sein?
So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Meist sind das zwei bis sechs Wörter, die das Ziel eindeutig benennen. Bei Dokumenten hilft ein Hinweis auf das Format, etwa „(PDF)“.
Darf ich denselben Ankertext mehrmals verwenden?
Intern ja, wenn er zur Zielseite passt. Variieren Sie trotzdem, wie in einem normalen Text auch. Führt dieselbe Formulierung dagegen auf unterschiedliche Seiten, kann das Google verwirren.
Zählt der Ankertext bei nofollow-Links?
Google behandelt nofollow als Hinweis und kann solche Links trotzdem berücksichtigen. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Für Besucher spielt der Unterschied ohnehin keine Rolle: Ein klarer Linktext hilft immer.
Wie prüfe ich die Ankertexte meiner Backlinks?
Die Google Search Console listet unter „Links“ die häufigsten Linktexte externer Verweise auf. Ausführlichere Auswertungen liefern SEO-Tools, die auch zeigen, von welchen Domains die Links stammen. Fällt dabei ein einzelner Suchbegriff auf, der auffällig oft vorkommt, lohnt ein genauer Blick auf die Herkunft dieser Links. Gerade nach früheren Linkkäufen oder Verzeichniseinträgen finden sich dort oft Altlasten, die Sie kennen sollten.
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