Was ist ein Alt-Text?
Der Alt-Text beschreibt ein Bild für Screenreader und Suchmaschinen. Wie Sie ihn schreiben, wann er leer bleibt und was Barrierefreiheit verlangt.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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Inhaltsverzeichnis
Ein Alt-Text ist die kurze Textbeschreibung eines Bildes, die im HTML-Code im Attribut alt steht. Screenreader lesen ihn blinden und sehbehinderten Menschen vor, der Browser zeigt ihn an, wenn das Bild nicht lädt, und Suchmaschinen erfahren daraus, was auf dem Bild zu sehen ist. Er ist damit Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung zugleich.
Im Alltag geht der Alt-Text oft unter, weil ihn niemand sieht. Genau deshalb fehlt er auf vielen Firmenwebsites – oder steht dort als Dateiname wie „IMG_4711.jpg“.
Was ein Alt-Text ist
„Alt“ steht für alternative text, also Ersatztext. Im Code sieht das so aus:
<img src="dachsanierung.jpg" alt="Dachdecker verlegt neue Tonziegel auf einem Einfamilienhaus">
Im Content-Management-System heißt das Feld meist „Alternativtext“ oder „Alt-Text“ und erscheint beim Hochladen oder Bearbeiten eines Bildes. Umgangssprachlich wird es manchmal fälschlich „Alt-Tag“ genannt; gemeint ist dasselbe Attribut.
Wofür der Alt-Text gebraucht wird
- Barrierefreiheit. Wer eine Website mit Screenreader nutzt, erfährt nur über den Alt-Text, was ein Bild zeigt. Die WCAG verlangen für jeden informativen Nicht-Text-Inhalt eine Textalternative. Für viele Angebote an Verbraucher ist Barrierefreiheit inzwischen auch gesetzlich geregelt, siehe Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
- Bildersuche. Google nutzt den Alt-Text zusammen mit dem umgebenden Text, um Bilder einzuordnen. Gute Beschreibungen machen Ihre Fotos in der Bildersuche auffindbar.
- Kontext für die Seite. Auch für die Einordnung der ganzen Seite ist der Alt-Text ein kleines Signal, besonders wenn Bilder zentrale Inhalte zeigen.
- Verlinkte Bilder. Ist ein Bild verlinkt, übernimmt der Alt-Text die Rolle des Ankertextes.
- Fallback. Lädt ein Bild nicht, etwa bei schlechter Mobilverbindung, sieht der Besucher wenigstens die Beschreibung.
So schreiben Sie einen guten Alt-Text
- Beschreiben, was zu sehen ist – und zwar das, was im Zusammenhang der Seite wichtig ist. Ein Foto der Werkhalle auf der Karriereseite braucht eine andere Beschreibung als dasselbe Foto auf der Seite über Ihren Maschinenpark.
- Kurz bleiben. Ein Satz oder eine Wortgruppe reicht meist. Längere Erklärungen gehören in den Text neben dem Bild.
- Keine Floskeln. „Bild von“ oder „Foto zeigt“ ist überflüssig, der Screenreader kündigt das Bild ohnehin an.
- Suchbegriffe natürlich einbauen. Wenn das Bild tatsächlich eine Edelstahltreppe zeigt, darf „Edelstahltreppe“ im Alt-Text stehen. Eine Aufzählung von Keywords hilft niemandem.
- Text im Bild wiedergeben. Enthält eine Grafik wichtige Wörter oder Zahlen, müssen diese im Alt-Text oder im umgebenden Text stehen.
Beispiele aus dem Betriebsalltag
| Bild | Schwacher Alt-Text | Besserer Alt-Text |
|---|---|---|
| Referenzfoto eines Malerbetriebs | maler münchen malerarbeiten günstig | Frisch gestrichene Altbaufassade in Gelb mit weißen Fensterfaschen |
| Teamfoto einer Steuerkanzlei | team.jpg | Die fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kanzlei vor dem Bürogebäude |
| Diagramm zur Energieeinsparung | Grafik | Säulendiagramm: Stromverbrauch der Halle vor und nach der LED-Umrüstung |
| Logo als Link zur Startseite | logo | Firmenname – zur Startseite |
Rein dekorative Bilder, etwa Hintergrundmuster oder Trennlinien, bekommen dagegen ein leeres Attribut: alt="". So überspringen Screenreader sie, statt Unsinn vorzulesen. Fehlt das Attribut ganz, lesen manche Programme stattdessen den Dateinamen vor.
Alt-Text, Title-Attribut und Bildunterschrift
- Alt-Text: unsichtbar, ersetzt das Bild für Menschen, die es nicht sehen können.
- Title-Attribut: erscheint als kleiner Hinweis, wenn man mit der Maus über das Bild fährt. Auf Smartphones und für viele Screenreader spielt es kaum eine Rolle und ersetzt den Alt-Text nicht.
- Bildunterschrift: sichtbar für alle. Sie ergänzt das Bild um Kontext, den man ihm nicht ansieht – etwa Ort, Jahr oder Projektname.
Steht in der Bildunterschrift bereits eine vollständige Beschreibung, muss der Alt-Text sie nicht wörtlich wiederholen. Er sollte sich dann auf das Visuelle beschränken.
Häufige Fehler
- Fehlender Alt-Text bei Produktfotos und Referenzbildern – ein Befund, der in fast jedem SEO-Audit auftaucht.
- Dateinamen oder Platzhalter wie „DSC_0023“ oder „Bild1“.
- Keyword-Stapel. Wirkt auf Suchmaschinen manipulativ und ist für Screenreader-Nutzer eine Zumutung.
- Überall derselbe Text. Zehn Bilder mit dem Alt-Text „Unser Unternehmen“ sagen nichts.
- Wichtige Informationen nur im Bild. Öffnungszeiten, Preise oder Telefonnummern als Grafik ohne Textalternative.
In der Praxis: Jedes Bild mit Beschreibung
Im Website-Abo schicken Sie uns neue Fotos einfach per Nachricht, und wir pflegen sie ein. Dazu gehört, dass jedes Bild einen passenden Alt-Text bekommt und in einer Größe ausgeliefert wird, die die Seite nicht ausbremst. So entsteht die SEO-Grundlage der Website ganz nebenbei, ohne dass Sie sich um Attribute kümmern müssen.
Bei bestehenden Websites mit vielen Bildern prüfen wir fehlende und schwache Alt-Texte im technischen Audit der SEO-Betreuung und liefern eine Liste, welche Bilder zuerst eine Beschreibung brauchen.
Häufige Fragen
Wie lang darf ein Alt-Text sein?
Eine feste Grenze schreibt keine Norm vor. Bewährt haben sich kurze Beschreibungen in einem Satz. Komplexe Grafiken wie Diagramme erklären Sie besser im Text neben dem Bild und fassen im Alt-Text nur die Kernaussage zusammen.
Braucht jedes Bild einen Alt-Text?
Jedes Bild braucht das Attribut, aber nicht jedes einen Inhalt. Informative Bilder bekommen eine Beschreibung, rein dekorative ein leeres alt="".
Kann KI Alt-Texte automatisch schreiben?
KI kann brauchbare Entwürfe erzeugen, gerade bei großen Bildbeständen. Sie weiß aber nicht, warum ein Bild auf einer bestimmten Seite steht oder welches Projekt es zeigt. Eine kurze Prüfung durch jemanden, der den Betrieb kennt, bleibt sinnvoll.
Bringt ein Alt-Text bessere Rankings?
Er ist ein kleiner Baustein, vor allem für die Bildersuche. Den größeren Unterschied macht er für Besucher, die auf Screenreader angewiesen sind – und für Sie, wenn Barrierefreiheit geprüft wird.
Brauchen Sie Unterstützung?
Unsere Experten helfen Ihnen, die richtigen SEO- und Digitalstrategien für Ihr Unternehmen umzusetzen.
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