Was ist ein CRM-System?
Was ist ein CRM-System? Funktionen, Unterschied zu ERP, Anzeichen, dass Excel nicht mehr reicht, und worauf KMU bei CRM-Software achten sollten.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
Inhaltsverzeichnis
Ein CRM-System (Customer Relationship Management) ist eine Software, in der ein Unternehmen alle Kontakte, Anfragen, Angebote und Gespräche mit Kunden an einer Stelle speichert. So sieht jeder im Team, wer der Kunde ist, was zuletzt besprochen wurde und was als Nächstes zu tun ist.
Ein CRM ist dabei mehr als ein digitales Adressbuch. Ein gutes CRM zeigt, welche Verkaufschancen offen sind, wie wahrscheinlich ein Abschluss ist und wo eine Anfrage liegen bleibt. Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist es der erste Schritt weg von Excel-Listen und Notizzetteln.
Was ein CRM-System kann
Die Funktionen unterscheiden sich je nach Anbieter, der Kern ist aber überall gleich:
- Kontakte und Firmen: Ansprechpartner, Adressen, Rollen und Beziehungen zwischen Personen und Unternehmen.
- Verlauf: E-Mails, Anrufe, Termine und Notizen hängen am Kontakt. Wer den Kunden übernimmt, liest nach, statt nachzufragen.
- Verkaufschancen und Pipeline: Jede Anfrage durchläuft Phasen wie „neu“, „Angebot verschickt“, „in Verhandlung“, „gewonnen“ oder „verloren“. Die Pipeline zeigt auf einen Blick, wie viel Umsatz in Arbeit ist.
- Aufgaben und Wiedervorlagen: Das System erinnert daran, ein Angebot nachzufassen oder einen Vertrag zu verlängern.
- Auswertungen: Wie viele Anfragen kommen pro Monat, aus welchem Kanal, wie viele werden zu Aufträgen?
Viele Systeme bringen zusätzlich E-Mail-Vorlagen, Newsletter oder Marketing-Automation mit. Für den Anfang zählt aber vor allem, dass Kontakte und Verlauf vollständig und aktuell sind.
CRM und ERP – der Unterschied
Beide Begriffe fallen oft zusammen, meinen aber verschiedene Dinge. Das CRM kümmert sich um die Zeit vor und rund um den Verkauf, das ERP um alles, was nach dem Auftrag passiert.
| Merkmal | CRM | ERP |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Kunden, Anfragen, Verkaufschancen | Aufträge, Lager, Einkauf, Buchhaltung |
| Hauptnutzer | Vertrieb, Kundenservice, Marketing | Einkauf, Produktion, Finanzen |
| Typische Frage | Wer hat wann mit dem Kunden gesprochen? | Ist die Ware da, und ist die Rechnung bezahlt? |
Manche ERP-Software enthält ein CRM-Modul, und manche CRM-Systeme bieten einfache Angebots- und Rechnungsfunktionen. Entscheidend ist, dass Kundendaten nicht in beiden Systemen getrennt gepflegt werden. Sonst gibt es zwei Adressen für denselben Kunden und am Ende zwei Wahrheiten.
Wann Excel nicht mehr reicht
Ein eigenes CRM-System lohnt sich meist, sobald mehrere dieser Anzeichen zutreffen:
- Mehr als eine Person bearbeitet Anfragen, und alle führen ihre eigene Liste.
- Kunden fragen nach, weil ein Angebot vergessen wurde.
- Niemand kann sagen, wie viele Anfragen letzten Monat kamen und wie viele davon Aufträge wurden.
- Ist ein Kollege im Urlaub, weiß keiner, was mit seinen Kunden besprochen wurde.
- Anfragen kommen über Telefon, E-Mail, WhatsApp und Website, aber an keiner Stelle zusammen.
Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Ein Kunde schreibt zuerst per E-Mail, ruft dann an und meldet sich später über das Kontaktformular. Drei Mitarbeiter sehen drei Bruchstücke, keiner das Ganze.
CRM-Software für KMU: worauf es ankommt
Die Auswahl an CRM-Software für KMU ist groß, und viele Systeme sind im Grundumfang ähnlich. Wichtiger als die längste Funktionsliste sind diese Fragen:
- Wird es genutzt? Ein CRM, in das das Team nichts einträgt, ist wertlos. Einfache Bedienung schlägt Funktionsvielfalt.
- Kommen die Daten von allein? Je weniger von Hand eingetippt werden muss, desto vollständiger ist der Datenbestand.
- Passt es zu Ihren anderen Programmen? Buchhaltung, Shop, Telefonanlage und Postfach sollten angebunden werden können.
- Wo liegen die Daten? Kundendaten sind personenbezogen. Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und Zugriffsrechte gehören zur Auswahl.
Wie so eine Anbindung aussieht: Eine E-Mail an die Info-Adresse wird dem passenden Kontakt zugeordnet oder legt einen neuen an. Ein Anruf über die Telefonanlage erscheint mit Dauer und Notiz im Verlauf. Eine Bestellung im Shop aktualisiert den Kundenstatus. Technisch läuft das meist über eine API des jeweiligen Programms.
Das größte Risiko liegt selten in der Software selbst. Häufiger scheitert die Einführung daran, dass das CRM neben den übrigen Programmen herläuft und Daten doppelt gepflegt werden müssen.
In der Praxis: Wie SEODACH hilft
Die meisten Unternehmen, die zu uns kommen, haben bereits ein CRM. Das Problem ist, dass es nicht mit dem Rest spricht. Über unsere Systemintegration landen Anfragen aus Website, Postfach und Messenger als Kontakt oder Vorgang direkt im CRM. Angebote, Status und Wiedervorlagen werden automatisch übernommen, Rechnungen gehen weiter in die Buchhaltung. Jeder Datensatz wird einmal erfasst und wandert von dort aus weiter.
Für die Geschäftsführung führen wir die Zahlen aus CRM, Bank und Buchhaltung in PultOS zusammen. Dort stehen Vertrieb, Geld und offene Anfragen auf einer Seite, und jede Rolle sieht nur, was sie sehen soll: der Vertrieb seine Anfragen, die Buchhaltung das Geld.
Häufige Fragen
Was bedeutet CRM auf Deutsch?
CRM steht für Customer Relationship Management, auf Deutsch Kundenbeziehungsmanagement. Gemeint ist sowohl die Strategie, Kundenbeziehungen systematisch zu pflegen, als auch die Software, die das unterstützt.
Brauchen auch kleine Betriebe ein CRM?
Sobald mehr als eine Person mit Kunden spricht, ja. Für kleine Teams reicht oft ein schlankes System mit Kontakten, Verlauf und Wiedervorlagen. Wichtig ist, dass es von Anfang an mit dem Postfach verbunden ist.
Ist ein CRM-System DSGVO-konform?
Das hängt vom Anbieter und vom Umgang mit den Daten ab. Prüfen Sie Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag, Löschfristen und Zugriffsrechte. Kein System ist von sich aus konform, erst die richtige Einrichtung macht es dazu.
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