Was ist ein KPI-Dashboard?
Was ein KPI-Dashboard zeigen sollte, welche Kennzahlen Geschäftsführung und Vertrieb brauchen, woher die Daten kommen und wie oft sie aktuell sein müssen.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
Inhaltsverzeichnis
Ein KPI-Dashboard ist eine Übersicht, die die wichtigsten Kennzahlen eines Unternehmens oder einer Abteilung auf einer Seite zeigt – laufend aktualisiert und mit ihrem Verlauf. Es beantwortet auf einen Blick, ob die Firma auf Kurs ist und wo jemand handeln muss.
Der Begriff klingt nach großen Konzernen und BI-Projekten. Im Mittelstand geht es meist um etwas Einfacheres: Die Geschäftsführung will morgens wissen, wie viel Geld auf dem Konto ist, wie viele Anfragen hereingekommen sind und welche Rechnungen offen sind – ohne drei Leute zu fragen und zwei Excel-Dateien zu öffnen.
Wie ein KPI-Dashboard aufgebaut ist
Jede Kennzahl auf einem guten Dashboard besteht aus vier Teilen:
- Der aktuelle Wert: zum Beispiel die Zahl der neuen Anfragen in dieser Woche.
- Der Verlauf: dieselbe Zahl über die letzten Wochen, damit Sie sehen, ob sie steigt oder fällt.
- Ein Vergleich: ein Ziel, der Vorjahreswert oder ein Durchschnitt – damit klar ist, ob der Wert gut oder schlecht ist.
- Ein Verantwortlicher: jemand, der reagiert, wenn die Zahl kippt.
Der Verlauf ist wichtiger als der Einzelwert. Zwölf Anfragen diese Woche sagen wenig. Zwölf Anfragen nach vier Wochen mit je zwanzig sind ein Signal.
Wie viele Kennzahlen gehören darauf?
Für die Geschäftsführung fünf bis sieben. Nicht vierzig. Ein Dashboard mit vierzig Kacheln sieht gründlich aus, wird aber nach zwei Wochen nicht mehr angeschaut, weil niemand weiß, welche Zahl gerade zählt. Jede Kennzahl muss eine Frage beantworten, auf die eine Entscheidung folgt. Gibt es keine Entscheidung, die an einer Zahl hängt, gehört sie in einen Bericht, nicht auf das Dashboard. Was eine Zahl zur Schlüsselkennzahl macht, erklärt der Artikel zum Key Performance Indicator.
KPI-Dashboard: Beispiele nach Bereich
| Bereich | Typische Kennzahlen |
|---|---|
| Geschäftsführung | Kontostand und Liquidität der nächsten Wochen, Umsatz, Auftragseingang, offene Forderungen |
| Vertrieb | Neue Anfragen, Reaktionszeit, Angebote, Conversion Rate von Angebot zu Auftrag |
| Marketing | Anfragen pro Kanal, Kosten pro Anfrage, Besucher der Website |
| Produktion und Service | Termintreue, Durchlaufzeit, Reklamationen, Auslastung |
| Buchhaltung | Überfällige Rechnungen, nicht zugeordnete Zahlungen, offene Belege |
Ein Management-Dashboard bündelt die zwei oder drei wichtigsten Zahlen aus jedem Bereich. Abteilungen sehen ihre eigene, ausführlichere Ansicht.
Woher die Daten kommen
Die Zahlen für ein Kennzahlen-Dashboard liegen in fast jedem Betrieb schon vor, nur verstreut: Kontostand und Zahlungen bei der Bank, Rechnungen in der Buchhaltung, Aufträge im ERP-System, Anfragen im Postfach oder im CRM, Besucherzahlen in der Webanalyse. Ein Dashboard holt diese Daten automatisch zusammen.
Eine Regel spart viel Ärger: Jede Kennzahl hat genau eine Quelle. Wenn der Umsatz einmal aus der Buchhaltung und einmal aus dem Vertrieb kommt, gibt es zwei Zahlen und eine lange Diskussion, welche stimmt. Von Hand gepflegte Werte sind die Ausnahme – sie veralten, sobald die zuständige Person im Urlaub ist.
Wie oft die Zahlen aktuell sein müssen
- Täglich: Kontostand, neue Anfragen, offene Anfragen ohne Antwort.
- Wöchentlich: Auftragseingang, Angebote, Reaktionszeit, Anfragen pro Kanal.
- Monatlich: Umsatz, Deckungsbeitrag, Kosten pro Anfrage.
„Echtzeit“ klingt gut, ist aber selten nötig. Wichtiger ist ein fester Rhythmus, in dem jemand die Zahlen tatsächlich anschaut – etwa jeden Montag der Wochenverlauf und jeden Morgen die Tageswerte.
Nutzen und typische Fehler
Ein gutes Dashboard verkürzt die Zeit zwischen „etwas läuft schief“ und „jemand merkt es“. Ein Rückgang der Anfragen fällt nach einer Woche auf statt am Quartalsende. Dazu kommt ein Effekt, der oft unterschätzt wird: Wenn alle dieselben Zahlen sehen, wird in Besprechungen über Maßnahmen geredet statt über die richtige Zahl.
Die häufigsten Fehler:
- Zahlenfriedhof: zu viele Kennzahlen, keine davon mit Konsequenz.
- Nur Momentaufnahmen: Werte ohne Verlauf, bei denen niemand erkennt, ob es besser oder schlechter wird.
- Handpflege: Zahlen, die jemand wöchentlich abtippt und die deshalb nie aktuell sind.
- Alle sehen alles: Ein Dashboard für jeden, bei dem der Vertrieb die Gehälter sieht und die Geschäftsführung in Details ertrinkt.
In der Praxis: So hilft SEODACH
Mit PultOS bekommen Sie ein KPI-Dashboard ohne eigenes BI-Projekt. PultOS legt sich über Bank, Kasse, Buchhaltung, Postfach und Messenger und zeigt Geld, Vertrieb und offene Anfragen auf einer Seite. Dafür stehen 71 fertige Integrationen bereit. Jeder sieht nur seins: die Geschäftsführung alles, die Buchhaltung das Geld, der Vertrieb seine Anfragen und Zahlen. Fällt eine Kennzahl binnen einer Woche um mehr als 30 %, meldet sich das System von selbst – eine kippende Zahl fällt so auf, bevor sie zum Problem wird.
Häufige Fragen
Reicht Excel als KPI-Dashboard?
Für den Anfang ja, wenn die Datei klein bleibt. Die Grenze kommt, sobald jemand die Zahlen jede Woche von Hand aus mehreren Programmen übertragen muss. Dann ist das Dashboard veraltet, bevor es jemand öffnet, und fehleranfällig obendrein.
Brauche ich dafür ein BI-Tool wie Power BI?
Nicht zwingend. BI-Tools sind stark bei tiefen Auswertungen, brauchen aber jemanden, der Datenmodelle baut und pflegt. Für die täglichen fünf bis sieben Zahlen einer Geschäftsführung reicht oft eine fertige Lösung, die direkt an Ihre Systeme angebunden ist.
Wer sollte die Kennzahlen auswählen?
Die Geschäftsführung gemeinsam mit den Bereichsverantwortlichen. Jede Kennzahl braucht einen Eigentümer, der sie erklärt und reagiert, wenn sie sich schlecht entwickelt. Eine Zahl ohne Eigentümer gehört nicht aufs Dashboard.
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