Was ist eine Keyword-Recherche?
Keyword-Recherche zeigt, mit welchen Begriffen Kunden nach Ihrer Leistung suchen. Ablauf in fünf Schritten, Werkzeuge und typische Fehler.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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Inhaltsverzeichnis
Eine Keyword-Recherche ist die systematische Suche nach den Begriffen und Fragen, die Ihre potenziellen Kunden bei Google eingeben. Sie ermittelt Suchvolumen, Konkurrenz und die Absicht hinter jeder Anfrage. Das Ergebnis ist eine geordnete Liste, die festlegt, welche Seiten eine Website braucht und welche Inhalte darauf gehören.
Ohne diese Grundlage schreibt man Texte aus der eigenen Sicht. Mit ihr schreibt man für die Wörter, die Kunden tatsächlich verwenden – und die weichen oft überraschend deutlich von der Fachsprache im Betrieb ab.
Worum es bei der Keyword-Recherche geht
Ein Anlagenbauer spricht von „Absauganlagen für Schweißrauch“, sein Kunde sucht nach „Schweißrauch absaugen“. Ein Softwarehaus nennt sein Produkt „Ressourcenplanung“, die Interessenten tippen „Einsatzplanung Monteure“. Die Recherche macht diese Unterschiede sichtbar.
Sie beantwortet drei Fragen: Wonach wird gesucht? Wie oft? Und was erwartet der Suchende auf der Seite, die er anklickt? Die dritte Frage ist die wichtigste, denn sie bestimmt, ob eine Leistungsseite, ein Ratgeber oder eine Vergleichsseite die passende Antwort ist. Mehr dazu im Artikel über den Search Intent.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Startbegriffe sammeln. Leistungen, Produkte, Branchen, Regionen und die Fragen, die Ihr Vertrieb am Telefon hört. Das sind die sogenannten Seed-Keywords.
- Erweitern. Mit Werkzeugen und der Google-Suche selbst kommen verwandte Begriffe, Synonyme, Fragen und längere Wortkombinationen dazu.
- Bewerten. Für jeden Begriff werden Suchvolumen, Keyword-Schwierigkeit und Absicht erfasst. Ein Blick auf die aktuelle SERP zeigt, welche Art von Seite Google dafür belohnt.
- Gruppieren. Begriffe mit gleicher Absicht landen in einem Cluster. Ein Cluster wird später von einer Seite bedient, nicht von fünf nahezu gleichen.
- Priorisieren. Was bringt Anfragen, was ist realistisch erreichbar, was passt zu Ihrer Kapazität? Daraus entsteht die Reihenfolge der Umsetzung.
Werkzeuge und Datenquellen
- Google Search Console. Zeigt, zu welchen Suchanfragen Ihre Website bereits erscheint. Oft stecken dort Begriffe mit vielen Impressionen und wenigen Klicks – ein naheliegender Startpunkt.
- Google Keyword-Planer. Kostenlos im Google-Ads-Konto. Ohne laufende Kampagnen zeigt er Suchvolumen nur als grobe Spannen.
- Google selbst. Die Vorschläge beim Tippen, die Blöcke „Ähnliche Fragen“ und die verwandten Suchen am Seitenende sind eine unterschätzte Quelle.
- SEO-Tools. Anbieter wie Sistrix, Semrush oder Ahrefs liefern Volumen, Schwierigkeit und die Keywords von Mitbewerbern.
- Ihr eigenes Haus. E-Mails, Anfrageformulare, Protokolle aus dem Vertrieb. Hier stehen die Formulierungen, die kein Tool kennt.
Einen Überblick über die gängigen Werkzeuge gibt unser Beitrag zu SEO-Tools.
Ein Beispiel: Fensterbau in Augsburg
Ein Fensterbauer mit Montageteam möchte mehr Aufträge aus dem Raum Augsburg. Die Startliste ist kurz: „Fenster Augsburg“, „Fenstertausch“, „Kunststofffenster“.
Nach der Erweiterung sieht das Bild anders aus. Es gibt Suchen mit klarer Kaufabsicht („Fenster austauschen Kosten“, „Fensterbauer Augsburg“), Informationsfragen („Wann Fenster austauschen“, „Förderung neue Fenster“) und sehr spezielle Anfragen („Holz-Alu-Fenster Altbau Denkmalschutz“). Die Gruppierung ergibt fünf Cluster: Leistungsseite Fenstertausch, Seite für Altbau und Denkmalschutz, Ratgeber Kosten, Ratgeber Förderung und die Standortseite Augsburg.
Die Priorität bekommen die Leistungsseite und die Standortseite, weil dort Anfragen entstehen. Der Förderratgeber folgt, weil er Menschen erreicht, die in einigen Monaten bestellen.
Keyword-Recherche und Themenplanung
Die Recherche liefert Rohmaterial. Die Themenplanung macht daraus einen Plan mit Seiten, Verantwortlichen und Terminen. Häufig werden verwandte Cluster um eine zentrale Übersichtsseite gebaut, eine sogenannte Pillar Page, von der aus die Detailseiten verlinkt sind.
Auch zur Wettbewerbsanalyse gibt es eine klare Grenze: Diese schaut, wofür andere ranken. Die Keyword-Recherche fragt, wonach Ihre Kunden suchen. Beides ergänzt sich, sollte aber nicht verwechselt werden – nicht jedes Keyword eines Mitbewerbers passt zu Ihrem Angebot.
Typische Fehler
- Nur auf Volumen schauen. Ein Begriff mit vielen Suchen und unklarer Absicht bringt Besucher, aber selten Anfragen.
- Eine Seite pro Keyword. „Fenster tauschen“ und „Fenster austauschen“ brauchen keine zwei Seiten. Das führt zu interner Konkurrenz und dünnen Inhalten.
- Die SERP nicht ansehen. Wenn Google für einen Begriff nur Onlineshops zeigt, wird eine Dienstleisterseite dort schwer ranken.
- Einmal recherchieren, nie wieder. Sprache, Produkte und Suchgewohnheiten ändern sich. Ein jährlicher Abgleich mit der Search Console hält die Liste aktuell.
- Fachsprache übernehmen. Was intern selbstverständlich ist, kennt der Kunde oft nicht.
In der Praxis: Von der Liste zur Seitenstruktur
In unserer SEO-Betreuung steht die Suchanfragen-Analyse am Anfang: Wir prüfen, welche Begriffe Ihre Kunden wirklich eingeben und wie viel Konkurrenz dahintersteht. Daraus entsteht ein Themenplan mit einer eigenen Seite pro Leistung und, wo es sich lohnt, pro Region – statt einer Liste von Schlagworten.
Sollen Kunden Sie auch in anderen Ländern finden, recherchieren wir die Begriffe im jeweiligen Zielmarkt neu. Wörtliche Übersetzungen treffen selten, wie Menschen dort suchen. Das übernimmt unser Team für Inhalte und Übersetzung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Keyword-Recherche?
Für eine überschaubare Website mit einigen Leistungen reichen meist wenige Arbeitstage. Bei vielen Produkten, mehreren Regionen oder Sprachen dauert es entsprechend länger. Wichtiger als die Dauer ist, dass am Ende konkrete Seiten und eine Reihenfolge stehen.
Sind Keywords mit null Suchvolumen wertlos?
Nicht unbedingt. Tools zeigen bei sehr seltenen Anfragen oft null, obwohl einzelne Menschen genau danach suchen. Im B2B kann eine einzige Anfrage über einen solchen Begriff einen großen Auftrag bedeuten.
Brauche ich für die Recherche ein kostenpflichtiges Tool?
Für den Einstieg reichen Search Console, Keyword-Planer und die Google-Suche. Kostenpflichtige Tools sparen Zeit und zeigen, wofür Mitbewerber gefunden werden. Für einen dauerhaften SEO-Prozess lohnen sie sich meist.
Gilt die Recherche auch für KI-Suchen?
Die Grundlage ist dieselbe: Welche Fragen stellen Ihre Kunden? In KI-Assistenten formulieren Menschen allerdings länger und oft in ganzen Sätzen statt in Stichworten. Deshalb lohnt es, die Fragen aus Vertrieb und Kundendienst zusätzlich zu sammeln.
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