Was ist JSON?
JSON einfach erklärt: wie das Datenformat aufgebaut ist, wofür APIs und Webhooks es nutzen und worin es sich von XML und CSV unterscheidet. Mit Beispielen.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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Inhaltsverzeichnis
JSON (JavaScript Object Notation) ist ein textbasiertes Format, in dem Programme strukturierte Daten austauschen. Es besteht aus Paaren von Namen und Werten, die sich zu Objekten und Listen verschachteln lassen. JSON ist für Maschinen leicht zu verarbeiten, für Menschen noch gut lesbar und das Standardformat der meisten Web-Schnittstellen.
Wer schon einmal einen Blick hinter eine moderne Web-Anwendung geworfen hat, hat JSON gesehen: geschweifte Klammern, Anführungszeichen, Doppelpunkte. Dieser Artikel erklärt, was diese Zeichen bedeuten und warum das Format für die Verbindung von Systemen so wichtig geworden ist.
Was JSON bedeutet
JSON entstand Anfang der 2000er-Jahre als schlanke Alternative zu XML und wurde vor allem durch Douglas Crockford bekannt. Obwohl der Name auf die Programmiersprache JavaScript verweist, ist das Format sprachunabhängig: Praktisch jede Programmiersprache kann JSON lesen und schreiben. Genormt ist es als ECMA-404 und im Internetstandard RFC 8259.
Durchgesetzt hat sich JSON aus einem schlichten Grund: Es ist kurz. Dieselbe Kundenadresse braucht in JSON deutlich weniger Zeichen als in XML, Browser können es ohne Zusatzprogramme verarbeiten, und Entwickler erkennen die Struktur auf einen Blick. Mit dem Siegeszug von Web-Anwendungen und Smartphone-Apps wurde es so fast nebenbei zur gemeinsamen Sprache zwischen Programmen.
Wichtig für das Verständnis: JSON ist nur eine Schreibweise für Daten. Es enthält keine Logik, keine Formatierung und keine Regeln darüber, welche Felder Pflicht sind. Das macht es flexibel – und verlangt, dass Sender und Empfänger sich auf eine Struktur einigen.
Aufbau: Objekte, Listen, Werte
Ein Auftrag aus einem Onlineshop könnte als JSON so aussehen:
{
"auftragsnummer": "A-2026-0815",
"kunde": { "name": "Beispiel GmbH", "ort": "Augsburg" },
"positionen": [
{ "artikel": "Schraube M8", "menge": 200, "preis": 0.12 },
{ "artikel": "Dübel 10 mm", "menge": 200, "preis": 0.08 }
],
"bezahlt": false,
"notiz": null
} Darin stecken alle Bausteine des Formats:
- Objekte in geschweiften Klammern fassen benannte Felder zusammen, etwa den Kunden.
- Listen (Arrays) in eckigen Klammern enthalten mehrere gleichartige Einträge, hier die Positionen.
- Werte sind Texte in doppelten Anführungszeichen, Zahlen, die Wahrheitswerte
trueundfalseodernullfür „kein Wert“.
Mehr gibt es nicht. Datumsangaben, Geldbeträge oder Dateien kennt JSON nicht als eigene Typen; sie werden als Text oder Zahl nach einer vereinbarten Konvention abgelegt.
Wo JSON im Unternehmen vorkommt
- Schnittstellen: Fast jede REST-API und jede GraphQL-Schnittstelle antwortet mit JSON. Ob Zahlungsanbieter, Versanddienstleister oder CRM: Die Daten kommen in diesem Format.
- Webhooks: Meldet ein Shop „neue Bestellung“ an ein anderes System, steckt die Bestellung als JSON im Webhook.
- Konfiguration: Viele Programme speichern ihre Einstellungen in JSON-Dateien.
- Strukturierte Daten auf Websites: Angaben für Suchmaschinen zu Firma, Öffnungszeiten oder Produkten werden als JSON-LD in die Seite eingebettet, siehe strukturierte Daten.
- KI-Anwendungen: Sprachmodelle werden häufig angewiesen, ihre Ergebnisse als JSON zurückzugeben, damit ein Programm sie weiterverarbeiten kann – etwa die ausgelesenen Felder einer Eingangsrechnung.
JSON, XML und CSV im Vergleich
| Merkmal | JSON | XML | CSV |
|---|---|---|---|
| Struktur | Verschachtelt, Objekte und Listen | Verschachtelt, Elemente und Attribute | Flache Tabelle |
| Lesbarkeit | Kompakt | Ausführlicher | Einfach, solange flach |
| Prüfung gegen Regeln | Mit JSON Schema möglich | Mit XSD etabliert | Kaum |
| Typischer Einsatz | Web-APIs, Apps | E-Rechnung, Behörden, Branchenstandards | Exporte, Excel |
JSON hat XML nicht verdrängt. Wo verbindliche Normen gelten, etwa bei der XRechnung, ist XML weiter Standard. In einer typischen Integration kommen daher oft alle drei Formate vor und werden unterwegs ineinander übersetzt.
Typische Fallstricke
- Zahlen und Nachkommastellen: Geldbeträge als Gleitkommazahl führen zu Rundungsfehlern. Sicherer ist, Beträge in Cent oder als Text mit fester Genauigkeit zu übertragen.
- Datumsformate: „03.04.2026“ ist für ein US-System der 4. März. Bewährt hat sich das ISO-Format
2026-04-03, bei Zeitpunkten mit Zeitzone. - Zeichenkodierung: JSON wird in UTF-8 übertragen. Kommt ein Altsystem mit anderer Kodierung dazu, werden aus Umlauten schnell Sonderzeichen.
- Stillschweigende Änderungen: Benennt ein Anbieter ein Feld um, bricht die Verbindung – oft ohne Fehlermeldung, weil der Wert einfach fehlt. Eine Prüfung gegen ein Schema fängt das ab.
- Kleine Syntaxfehler: Ein fehlendes Komma oder ein Komma zu viel am Ende einer Liste macht die ganze Datei ungültig.
In der Praxis: Daten, die zwischen Systemen ankommen
Bei der Systemintegration ist JSON unser täglicher Werkstoff: Wir übersetzen die Antworten von Shop, Bank und CRM in die Felder Ihrer Buchhaltung oder Ihres ERP, prüfen sie gegen ein Schema und melden Abweichungen, bevor falsche Daten weiterwandern. Wenn aus Dokumenten wie Rechnungen oder Lieferscheinen strukturierte Datensätze werden sollen, übernimmt das der Bereich Dokumente und Daten – am Ende steht auch dort ein sauberer JSON-Datensatz, den ein Mensch nur noch bei Abweichungen ansieht.
Häufige Fragen
Wie öffne ich eine JSON-Datei?
Mit jedem Texteditor. Übersichtlicher wird es in Code-Editoren oder im Browser, die die Verschachtelung einrücken und einklappbar machen. Für große Dateien eignen sich spezielle Viewer.
Kann Excel JSON lesen?
Aktuelle Excel-Versionen können JSON über die Datenabfrage importieren und in Tabellen umwandeln. Bei tief verschachtelten Daten gelingt das nur teilweise, weil eine Tabelle flach ist.
Ist JSON eine Programmiersprache?
Nein. JSON ist ein reines Datenformat. Es beschreibt Inhalte, führt aber nichts aus – das macht es auch sicherer als Formate, die Befehle enthalten können.
Was ist JSON Schema?
Eine Beschreibung, welche Felder ein JSON-Dokument haben muss, welche Typen erlaubt sind und welche Werte gültig sind. Damit lassen sich eingehende Daten automatisch prüfen.
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