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Was ist Low-Code?

Was ist Low-Code? Low-Code und No-Code erklärt: Einsatz im Mittelstand, Grenzen der Plattformen und wann Individualsoftware die bessere Wahl ist.

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Automatisierung & SchnittstellenWie Systeme ohne Handarbeit zusammenarbeiten
  1. Auslöser
  2. Schnittstelle
  3. VerarbeitungLow-Code
  4. Zielsystem
Einordnung: Low-Code gehört zum Schritt „Verarbeitung“. Schema zur Einordnung, keine Messwerte.
Inhaltsverzeichnis

Low-Code bezeichnet Plattformen, auf denen Anwendungen und Abläufe überwiegend per Drag-and-drop, Formularen und vorgefertigten Bausteinen entstehen, ergänzt um wenige Zeilen Programmcode. No-Code geht einen Schritt weiter und verzichtet ganz auf Code, dafür sind die Möglichkeiten enger.

Die Idee dahinter: Fachabteilungen sollen einfache Werkzeuge selbst bauen, ohne auf die IT zu warten. Das funktioniert erstaunlich gut, solange man die Grenzen kennt. Dieser Artikel zeigt, wofür eine Low-Code-Plattform taugt, wo sie an ihre Grenzen stößt und wann Individualsoftware die bessere Wahl ist.

Low-Code und No-Code im Vergleich

Beide Begriffe werden oft gleich verwendet, meinen aber verschiedene Zielgruppen.

MerkmalNo-CodeLow-Code
Wer bautFachanwender ohne ProgrammierkenntnisseTechnisch versierte Anwender und Entwickler
Eigener CodeNicht vorgesehenMöglich, etwa für Berechnungen oder Sonderfälle
Typische ErgebnisseFormulare, einfache Datenbanken, BenachrichtigungenFachanwendungen, Freigabeprozesse, Integrationen
GrenzeAlles, was der Baukasten nicht vorsiehtKomplexe Logik, hohe Last, Abhängigkeit vom Anbieter

Bekannte Vertreter sind Microsoft Power Apps, Airtable oder Retool für Anwendungen sowie Werkzeuge wie n8n, Make oder Zapier für Automatisierungen zwischen Programmen.

So funktioniert eine Low-Code-Plattform

Eine Low-Code-Plattform bringt drei Dinge mit: eine Oberfläche zum Zusammenklicken von Masken und Listen, eine Datenhaltung im Hintergrund und Konnektoren zu verbreiteten Programmen wie Office, CRM oder Buchhaltung. Wer eine Anwendung baut, legt Felder an, zieht Eingabemasken zusammen und definiert Regeln wie „Wenn Betrag über Grenze, dann Freigabe durch Teamleitung“.

Betrieb, Hosting, Updates und Benutzerverwaltung übernimmt der Anbieter. Das ist der große Vorteil: Eine erste Version steht oft in Tagen statt Wochen, und Änderungen macht die Fachabteilung am nächsten Morgen selbst. Es ist zugleich der größte Nachteil, denn die Anwendung lebt nur auf dieser Plattform.

Beispiele aus dem Mittelstand

Typische Anwendungsfälle, in denen Low-Code seine Stärken ausspielt:

  • Urlaubs- und Freigabeanträge: Ein Formular, eine Genehmigungsstufe, eine Benachrichtigung. Dafür braucht niemand ein Entwicklungsprojekt.
  • Checklisten im Außendienst: Monteure füllen am Tablet eine Abnahme aus, das Ergebnis landet als PDF im Auftrag.
  • Kleine Automatisierungen: Neue Anfragen aus dem Kontaktformular werden als Kontakt ins CRM geschrieben und das Team wird informiert.
  • Prototypen: Bevor eine größere Anwendung entwickelt wird, zeigt ein klickbarer Entwurf, ob der Ablauf überhaupt so gewollt ist.

Schwierig wird es bei der Angebotskalkulation mit vielen Sonderfällen, bei einem Kundenportal mit Tausenden Nutzern oder bei allem, was tief in ERP und Buchhaltung eingreift. Dort kippt der schnelle Start oft in einen Umbau, der mehr kostet als eine saubere Lösung von Anfang an.

Vorteile und Grenzen

Die Vorteile:

  • Kurze Zeit bis zur ersten nutzbaren Version
  • Fachabteilungen können selbst Hand anlegen
  • Kein eigener Server, keine eigene Wartung
  • Gut geeignet, um Anforderungen auszuprobieren

Die Grenzen zeigen sich meist erst nach einigen Monaten:

  • Anbieterbindung: Daten lassen sich exportieren, die Logik der Anwendung in der Regel nicht. Wer wechselt, baut neu.
  • Lizenzkosten pro Nutzer: Was mit fünf Anwendern günstig ist, wird mit fünfzig spürbar teurer.
  • Komplexe Logik: Verschachtelte Regeln werden im Baukasten unübersichtlich, Fehler sind schwer zu finden.
  • Schattensysteme: Wenn jede Abteilung ihre eigenen Apps baut, entstehen Datenbestände, von denen die IT nichts weiß. Das betrifft auch den Datenschutz.

Low-Code vs. Individualsoftware: Wann der Wechsel sinnvoll ist

Low-Code und Individualsoftware schließen sich nicht aus, oft ist das eine die Vorstufe des anderen. Individualsoftware lohnt sich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Der Ablauf ist ein Wettbewerbsvorteil und soll genau so laufen, wie Ihr Betrieb arbeitet.
  • Die Anwendung wird von Kunden oder Partnern genutzt, nicht nur intern.
  • Die Zahl der Nutzer oder Datensätze wächst deutlich.
  • Das Team verbringt mehr Zeit mit Umwegen um die Plattform als mit der eigentlichen Arbeit.
  • Sie wollen den Quellcode besitzen und den Anbieter frei wählen können.

Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Beitrag Individualsoftware oder Standardsoftware.

In der Praxis: Wie SEODACH hilft

Wir raten nicht reflexartig zur Eigenentwicklung. Wenn eine einfache Automatisierung reicht, richten wir sie als Teil unserer Prozessautomatisierung ein, mit Überwachung, damit sie nicht still ausfällt. Wichtig ist uns dabei, dass jemand in Ihrem Team versteht, was die Automatisierung tut. Eine Automatisierung, die nur ihr Erbauer erklären kann, wird zum Risiko, sobald er die Firma verlässt.

Stößt eine Low-Code-Lösung an ihre Grenzen, übernehmen wir den Schritt zur Individualsoftware. Die bestehende Lösung dient dabei als lebende Anforderung: Wir sehen, was das Team wirklich nutzt, und bauen genau das als Web-Anwendung. Sie testen zuerst einen Prototyp, der Quellcode gehört Ihnen, und Betrieb und Weiterentwicklung kommen aus derselben Hand.

Häufige Fragen

Ist Low-Code billiger als Individualsoftware?

Am Anfang meistens ja. Über mehrere Jahre hängt es von den Lizenzkosten pro Nutzer und vom Aufwand für Umwege ab. Wer beides ehrlich rechnet, kommt je nach Anwendungsfall zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Können Mitarbeiter ohne IT-Kenntnisse mit Low-Code arbeiten?

Mit No-Code-Werkzeugen ja, für einfache Formulare und Listen. Bei Low-Code hilft technisches Grundverständnis, vor allem bei Datenmodellen und Schnittstellen. Sinnvoll ist, dass jemand die gebauten Anwendungen im Blick behält.

Kann ich eine Low-Code-Anwendung später in Individualsoftware überführen?

Die Daten lassen sich in der Regel übernehmen, die Anwendungslogik wird neu gebaut. Der Vorteil: Die Anforderungen sind dann erprobt, und die neue Software startet mit einem klaren Bild davon, was gebraucht wird.

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