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Was ist Prozessautomatisierung?

Prozessautomatisierung einfach erklärt: wie Abläufe ohne Handarbeit laufen, Beispiele aus dem Mittelstand, Abgrenzung zu RPA und typische Kosten.

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Automatisierung & SchnittstellenWie Systeme ohne Handarbeit zusammenarbeiten
  1. Auslöser
  2. Schnittstelle
  3. Verarbeitung
  4. Zielsystem
Einordnung: Prozessautomatisierung betrifft das ganze Zusammenspiel. Schema zur Einordnung, keine Messwerte.
Inhaltsverzeichnis

Prozessautomatisierung bedeutet, dass wiederkehrende Arbeitsschritte in einem Unternehmen von Software erledigt werden statt von Menschen. Ein Ereignis wie eine eingehende Rechnung oder eine neue Anfrage löst den Ablauf aus, Regeln entscheiden über den nächsten Schritt, und die beteiligten Systeme tauschen Daten ohne Abtippen aus. Menschen greifen nur dort ein, wo eine Entscheidung nötig ist.

Der Begriff ist bewusst weit gefasst. Er umfasst die einfache Regel, die eine E-Mail weiterleitet, genauso wie einen Ablauf über fünf Systeme vom Auftrag bis zur Zahlung. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern das Ergebnis: weniger Handarbeit, weniger Fehler, kürzere Durchlaufzeiten.

Prozessautomatisierung: Bedeutung

Im Deutschen werden Prozessautomatisierung, Automatisierung von Geschäftsprozessen und Business Process Automation (BPA) weitgehend gleich verwendet. Gemeint sind kaufmännische und organisatorische Abläufe: Angebote, Bestellungen, Rechnungen, Anfragen, Terminvergaben, Berichte. Davon zu trennen ist die Prozessautomatisierung in der Verfahrenstechnik, bei der Anlagen, Sensoren und Steuerungen in Fabriken gemeint sind. Dieser Artikel behandelt die kaufmännische Seite.

Automatisiert wird immer ein konkreter Ablauf, kein ganzes Unternehmen. Deshalb steht am Anfang die Frage, welcher Prozess den meisten Aufwand verursacht und wie er heute tatsächlich läuft. Genau das klärt eine Prozessanalyse.

Wie Prozessautomatisierung funktioniert

Jede Automatisierung lässt sich auf vier Bausteine zurückführen:

  • Auslöser: Etwas passiert – ein Formular wird abgeschickt, eine E-Mail kommt an, ein Datum ist erreicht, ein Status ändert sich im CRM.
  • Daten: Die nötigen Informationen werden gelesen, etwa Kundennummer, Betrag und Positionen. Bei Dokumenten wie PDFs oder Scans übernimmt das eine Texterkennung, zunehmend mit KI.
  • Regeln: Bedingungen legen fest, welcher Weg gilt. Betrag unter einer Grenze: direkt buchen. Darüber: Freigabe durch die Geschäftsführung.
  • Aktionen in Zielsystemen: Über Schnittstellen wird ein Vorgang angelegt, eine Rechnung erzeugt, eine Nachricht verschickt oder eine Aufgabe zugewiesen.

Dazu kommt ein fünfter, oft vergessener Baustein: die Überwachung. Ein automatischer Ablauf, der still stehen bleibt, ist schlimmer als ein manueller, weil niemand es bemerkt.

Formen der Automatisierung

  • Integration über Schnittstellen: Systeme sprechen direkt über eine API oder Webhooks miteinander. Das ist die stabilste Form und die erste Wahl, wenn beide Seiten eine Schnittstelle bieten.
  • Workflow-Automatisierung: Ein Werkzeug steuert die Abfolge von Schritten, Freigaben und Benachrichtigungen, etwa eine Integrationsplattform oder eine Process Engine.
  • RPA: Ein Software-Roboter bedient die Oberfläche eines Programms wie ein Mensch. Das hilft bei Altsystemen ohne Schnittstelle, ist aber anfälliger für Änderungen.
  • KI-gestützte Automatisierung: Sprachmodelle lesen unstrukturierte Eingänge wie E-Mails oder Dokumente, ordnen sie zu und bereiten Antworten vor. Verbindliche Entscheidungen bleiben beim Menschen.

Beispiele aus dem Mittelstand

  • Eingangsrechnungen: Rechnungen aus dem Postfach werden erkannt, geprüft, dem Kostenträger zugeordnet und zur Freigabe vorgelegt. Die Buchhaltung sieht nur noch Abweichungen.
  • Anfragen: Anfragen aus Website, E-Mail und Messenger landen gesammelt an einer Stelle, werden dem richtigen Ansprechpartner zugewiesen, und der Kunde erhält sofort eine Eingangsbestätigung.
  • Vom Auftrag zur Rechnung: Ein im CRM gewonnener Auftrag erzeugt automatisch Projekt, Auftragsbestätigung und nach Abschluss die Rechnung in der Buchhaltungssoftware.
  • Berichte: Zahlen aus mehreren Systemen werden jede Woche zusammengeführt, statt sie am Montagmorgen aus Tabellen zu kopieren.

Weitere Anwendungsfälle mit konkreten Abläufen sammelt der Beitrag Prozessautomatisierung: Beispiele.

Abgrenzung zu RPA, Workflow und BPMN

BegriffWas er beschreibtVerhältnis zur Prozessautomatisierung
Prozessoptimierungeinen Ablauf verbessern, oft ohne Softwarekommt vorher: erst vereinfachen, dann automatisieren
BPMNNotation, um Prozesse als Diagramm zu beschreibenBauplan, aus dem die Automatisierung entsteht
Workflowkonkrete Schrittfolge mit Zuständigkeitendas, was automatisiert wird
RPASoftware bedient Oberflächen wie ein Menscheine Technik unter mehreren
Marketing Automationautomatisierte Kampagnen und KontaktpflegeSpezialfall für das Marketing

Kurz gesagt: Prozessautomatisierung ist das Ziel, RPA, Schnittstellen und KI sind Werkzeuge dafür, BPMN und Workflow beschreiben den Ablauf, der automatisiert wird.

Typische Stolpersteine

  • Den Umweg automatisieren. Wer einen umständlichen Ablauf unverändert in Software gießt, bekommt einen schnellen umständlichen Ablauf. Vorher Schritte streichen.
  • Ausnahmen unterschätzen. Der Standardfall ist schnell gebaut. Aufwand entsteht bei Gutschriften, Teillieferungen und fehlenden Angaben. Für diese Fälle braucht es einen klaren Weg zum Menschen, nach dem Prinzip Human in the Loop.
  • Stille Ausfälle. Ändert ein Anbieter seine Schnittstelle, bricht die Verbindung ab, ohne dass es jemand merkt. Jede Automatisierung braucht ein Lebenszeichen und einen Alarm.
  • Werkzeugwildwuchs. Wenn jede Abteilung eigene Automatisierungen in unterschiedlichen Tools baut, weiß bald niemand mehr, was wo läuft. Eine zentrale Übersicht der Abläufe verhindert das.
  • Datenschutz nachträglich. Sobald personenbezogene Daten durch fremde Dienste fließen, braucht es Auftragsverarbeitungsverträge und eine Entscheidung über den Serverstandort – vor dem Start, nicht danach.

In der Praxis: vom Engpass zum laufenden Ablauf

Bei unserer Prozessautomatisierung beginnen wir mit einer Bestandsaufnahme und automatisieren zuerst den Ablauf mit dem größten Engpass, nicht den technisch spannendsten. Vorhandene Werkzeuge bleiben, wir verbinden sie. Ein erstes Ergebnis sehen Sie nach etwa 14 Tagen, produktiv läuft der erste Ablauf nach 2–6 Wochen. In automatisierten Abläufen fällt typischerweise rund 80 % der Handarbeit weg. Die Schemas der Abläufe sind in unserer Prozessmanagement-Software in Alltagssprache beschriftet, und bevor etwas scharf geschaltet wird, protokolliert ein Probelauf nur, was passieren würde. Alle Systeme laufen auf Servern in Deutschland.

Häufige Fragen

Was kostet Prozessautomatisierung?

Das hängt von der Zahl der beteiligten Systeme, der Menge an Ausnahmen und davon ab, ob Schnittstellen vorhanden sind. Bei uns startet das Basispaket mit einem Modul ab 2.000 €, nach dem Prozess-Audit erhalten Sie ein Festpreisangebot. Dazu kommen gegebenenfalls laufende Kosten für Betrieb und Lizenzen der angebundenen Dienste.

Welche Prozesse eignen sich für die Automatisierung?

Abläufe, die häufig vorkommen, festen Regeln folgen und mit digitalen Daten arbeiten. Gute Kandidaten sind Rechnungseingang, Anfragenverteilung, Auftragsbestätigungen und Berichte. Schlecht geeignet sind seltene Einzelfälle und Entscheidungen mit viel Ermessen.

Ist Prozessautomatisierung dasselbe wie RPA?

Nein. RPA ist eine Technik, bei der Software die Oberfläche eines Programms bedient. Prozessautomatisierung ist der Oberbegriff und nutzt, wo möglich, stabilere Wege wie direkte Schnittstellen.

Fallen durch Automatisierung Arbeitsplätze weg?

Meist verschiebt sich die Arbeit. Wegfallen Abtippen, Kopieren und Nachfassen. Die Mitarbeitenden kümmern sich um Ausnahmen, Kundengespräche und Entscheidungen, für die vorher keine Zeit blieb.

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