Was sind Google-Bewertungen?
Google-Bewertungen einfach erklärt: wie Sterne und Texte entstehen, was sie für Ihre lokale Sichtbarkeit bedeuten und welche Regeln gelten.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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Inhaltsverzeichnis
Google-Bewertungen sind öffentliche Rezensionen, die Kundinnen und Kunden zu einem Unternehmen im Google-Unternehmensprofil hinterlassen: eine Sternebewertung von eins bis fünf, oft ergänzt um einen Text und Fotos. Sie erscheinen in der Google-Suche und in Google Maps und beeinflussen, ob Interessenten anrufen und wie sichtbar ein Betrieb in der Umgebung ist.
Wer einen Elektriker, eine Steuerkanzlei oder ein Hotel sucht, sieht die Sterne oft vor dem Namen der Firma. Die Bewertungen sind damit eine Art öffentliches Zeugnis, das Sie nur indirekt beeinflussen können.
Warum Google-Bewertungen so viel Gewicht haben
Bewertungen wirken an zwei Stellen gleichzeitig. Zum einen auf Menschen: Zwischen drei Betrieben in der Kartenansicht entscheidet sich ein Interessent häufig für den mit den aktuelleren und ausführlicheren Rezensionen. Zum anderen auf Google selbst. Google nennt für das lokale Ranking drei Hauptfaktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Anzahl und Qualität der Bewertungen fließen in die Bekanntheit ein. Eine gute Durchschnittsnote allein bringt Sie also nicht nach oben, aber ein Profil ohne Bewertungen hat es in der Umgebung schwer.
Hinzu kommt der Inhalt der Texte. Schreibt ein Kunde „schnelle Hilfe bei Wasserschaden in Pasing“, beschreibt er Leistung und Ort in eigenen Worten. Solche Formulierungen tauchen teilweise als hervorgehobene Stichworte im Profil auf und helfen Suchenden, Ihr Angebot einzuordnen.
So funktionieren Google-Bewertungen
- Wer bewerten darf: Jede Person mit Google-Konto kann ein Unternehmen bewerten. Eine Kaufbestätigung verlangt Google nicht.
- Wo sie erscheinen: im Google-Unternehmensprofil, das in der Suche und in Maps angezeigt wird.
- Antworten: Als verifizierter Inhaber können Sie auf jede Bewertung öffentlich antworten. Die Antwort sehen alle, die das Profil öffnen.
- Löschen: Sie selbst können keine Bewertung entfernen. Sie können eine Rezension aber melden, wenn sie gegen die Google-Richtlinien verstößt, etwa bei Beleidigungen, erkennbar falschen Angaben, Interessenkonflikten oder Spam.
- Filter: Google prüft neue Bewertungen automatisch. Rezensionen, die auffällig wirken, werden teilweise gar nicht erst veröffentlicht oder später entfernt.
Beispiele aus dem Mittelstand
- Dachdeckerbetrieb: Nach jeder abgeschlossenen Baustelle schickt das Büro eine kurze Nachricht mit direktem Link zum Bewertungsformular. Die Bitte kommt am Tag der Abnahme, solange der Kunde noch zufrieden auf das neue Dach schaut.
- Zahnarztpraxis: Eine unfaire Einsternbewertung ohne Text wird sachlich beantwortet, ohne auf Behandlungsdetails einzugehen. Die ärztliche Schweigepflicht gilt auch in der Antwort.
- Autowerkstatt: Die Werkstatt liest die Bewertungen einmal im Monat gemeinsam. Häufen sich Hinweise auf lange Wartezeiten am Telefon, ist das ein Prozessthema, kein Marketingthema.
Google-Bewertungen, Kundenfeedback und Bewertungsportale
Google-Bewertungen sind nicht das einzige Bewertungssystem. Branchenportale, Online-Marktplätze und eigene Kundenumfragen sammeln ebenfalls Meinungen. Der Unterschied liegt in Reichweite und Kontrolle:
| Quelle | Öffentlich | Einfluss auf die lokale Suche | Wer steuert die Regeln |
|---|---|---|---|
| Google-Bewertungen | Ja | Direkt | |
| Branchenportale | Ja | Indirekt, über Erwähnungen und Verweise | Der Portalbetreiber |
| Eigene Kundenbefragung | Nein, sofern Sie nichts veröffentlichen | Keiner | Sie |
Eine interne Umfrage liefert oft ehrlicheres Feedback, weil niemand öffentlich schreibt. Öffentliche Bewertungen dagegen sind das, was potenzielle Kunden sehen. Beides hat seinen Platz. Positive Erwähnungen außerhalb der eigenen Kanäle zählen zu dem, was man Earned Media nennt.
Regeln und Fallstricke
Beim Thema Bewertungen gibt es Grenzen, die Sie kennen sollten, weil Verstöße teuer werden können:
- Gekaufte oder erfundene Bewertungen verbietet Google, und seit Mai 2022 sind gefälschte Verbraucherbewertungen auch im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ausdrücklich als unlauter aufgeführt. Wettbewerber und Verbände können abmahnen.
- Gegenleistungen wie Rabatte oder Gutscheine für eine Bewertung untersagt Google. Sie dürfen um Bewertungen bitten, aber nicht dafür bezahlen.
- Selektives Fragen („Bewertungs-Gating“), also nur zufriedene Kunden zur Bewertung zu schicken und die anderen auf ein internes Formular umzuleiten, lässt Google ebenfalls nicht zu.
- Bewertungen von Mitarbeitenden über den eigenen Arbeitgeber gelten als Interessenkonflikt.
- Zeigen Sie Bewertungen auf Ihrer Website, müssen Sie nach § 5b UWG darüber informieren, ob und wie Sie prüfen, dass sie von echten Kunden stammen.
Ein weiterer, oft übersehener Punkt: Eine Antwort auf eine negative Bewertung ist nicht für den Verfasser geschrieben, sondern für alle, die das Profil danach öffnen. Rechtfertigungen oder Gegenangriffe schaden mehr als die Bewertung selbst.
In der Praxis: Bewertungen als fester Ablauf
Gute Bewertungen entstehen selten zufällig. Sie entstehen, wenn das Fragen zum Ablauf gehört, etwa als Schritt nach der Rechnung oder der Abnahme, und wenn jemand die Antworten zeitnah schreibt. Bei der Local-SEO-Betreuung kümmern wir uns genau darum: Wir pflegen Ihr Unternehmensprofil, richten einfache Wege zur Bewertung ein und formulieren Antwortvorschläge, die Sie freigeben. Wie sich Bewertungen, Anrufe und Anfragen entwickeln, sehen Sie jeden Monat im Bericht.
Wenn Sie über die Karte hinaus mehr Anfragen aus Ihrer Region wollen, verbinden wir das Profil bei der Neukundengewinnung mit lokalen Leistungsseiten und Anzeigen. Eine Übersicht zum Einstieg bietet unsere Local-SEO-Checkliste; die Grundlagen zum Thema finden Sie unter Local SEO.
Häufige Fragen
Kann ich eine negative Google-Bewertung löschen lassen?
Nur wenn sie gegen die Richtlinien verstößt oder rechtswidrig ist, etwa bei unwahren Tatsachenbehauptungen oder Beleidigungen. Dann melden Sie die Bewertung im Profil. Bei hartnäckigen Fällen kann eine anwaltliche Prüfung sinnvoll sein. Eine bloß kritische Meinung bleibt stehen.
Wie viele Bewertungen braucht ein Unternehmen?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist der Vergleich mit den Betrieben, die in Ihrer Umgebung für dieselbe Leistung angezeigt werden, und dass laufend neue Bewertungen hinzukommen. Eine Handvoll aktueller Rezensionen wirkt oft glaubwürdiger als viele, die Jahre alt sind.
Soll ich auf jede Bewertung antworten?
Ja, wenn es sich organisieren lässt. Kurze, persönliche Antworten auf positive Bewertungen zeigen, dass jemand zuhört. Bei negativen Bewertungen gilt: sachlich bleiben, das Anliegen anerkennen und einen Weg zum direkten Gespräch anbieten.
Darf ich Kunden per E-Mail um eine Bewertung bitten?
Eine Bitte im Zusammenhang mit einem konkreten Auftrag ist üblich. Rechtlich kann eine solche E-Mail aber als Werbung gelten, für die eine Einwilligung nötig ist. Am sichersten ist die Bitte direkt beim Termin, auf der Rechnung oder mit einer Einwilligung, die Sie vorher eingeholt haben.
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Unsere Experten helfen Ihnen, die richtigen SEO- und Digitalstrategien für Ihr Unternehmen umzusetzen.
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