Förderung für Digitalisierung und KI: Programme für KMU im Überblick
Was 2026 noch läuft, was ausgelaufen ist und welches Programm zu welchem Vorhaben passt

Inhaltsverzeichnis
- Förderprogramme für KMU im Überblick
- go-digital und Digital Jetzt: was aus den Bundesprogrammen wurde
- BAFA-Förderung: Beratung zur Digitalisierung bezuschussen
- Digitalbonus Bayern: Förderung der Digitalisierung in Bayern
- Landesprogramme außerhalb Bayerns
- KfW-Kredit: wenn das Vorhaben größer ist
- KI-Förderung: was es bundesweit für KI-Projekte gibt
- Woran Förderanträge am häufigsten scheitern
- Wie wir Sie unterstützen – und wo nicht
- Häufige Fragen zur Förderung
Förderung für Digitalisierung und KI gibt es für kleine und mittlere Unternehmen auch 2026, nur anders als vor zwei Jahren: Die Bundeszuschüsse go-digital und Digital Jetzt sind ausgelaufen. Geblieben sind Landesprogramme wie der Digitalbonus Bayern, die BAFA-Beratungsförderung bis Ende 2026, Förderkredite der KfW und kostenfreie Angebote der Mittelstand-Digital Zentren. Dieser Überblick zeigt, was zu welchem Vorhaben passt.
Stand Oktober 2026. Alle Angaben stammen aus den Seiten der Förderstellen, die wir im Text verlinken. Förderbedingungen ändern sich oft kurzfristig; maßgeblich ist immer die Richtlinie in ihrer aktuellen Fassung. Wir sind kein Fördermittelberater und stellen keine Anträge für Sie.
Förderprogramme für KMU im Überblick
Die Tabelle fasst die Programme zusammen, nach denen kleine und mittlere Unternehmen uns am häufigsten fragen. Die Spalte „Stand“ zeigt, ob Sie heute noch einen Antrag stellen können.
| Programm | Für wen | Art und Höhe | Stand Oktober 2026 |
|---|---|---|---|
| Digitalbonus Bayern | kleine Gewerbebetriebe in Bayern, unter 50 Beschäftigte | Zuschuss bis 7.500 Euro, im Digitalbonus Plus bis 30.000 Euro, höchstens 50 % der Ausgaben | läuft bis 31.12.2027, monatliche Kontingente |
| BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU | KMU mit Sitz in Deutschland | Zuschuss zu einer Beratung, je nach Region 50 oder 80 % einer Bemessungsgrundlage von 3.500 Euro | Richtlinie gilt bis 31.12.2026 |
| KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung | Freiberufler, KMU und Mittelstand bis 500 Mio. Euro Gruppenumsatz | zinsgünstiger Kredit über die Hausbank, je nach Digitalisierungsstufe mit Zuschuss von 3 oder 5 % des ausgezahlten Kredits | beantragbar |
| Mittelstand-Digital Zentren | KMU und Handwerk bundesweit | kostenfreie Informationen, Workshops und Praxisprojekte | laufend |
| go-digital | KMU und Handwerk | war: Zuschuss für autorisierte Beratungsunternehmen | zum 31.12.2024 ausgelaufen |
| Digital Jetzt | KMU | war: Zuschuss für Software, Hardware und Qualifizierung | keine Anträge seit Ende 2023 |
Für die Suche nach weiteren Programmen von Bund, Ländern und EU ist die Förderdatenbank des Bundes die verlässlichste Quelle. Die IHK und die Handwerkskammer in Ihrer Region beraten zu Förderprogrammen kostenfrei.
go-digital und Digital Jetzt: was aus den Bundesprogrammen wurde
Viele Ratgeber nennen noch go-digital oder Digital Jetzt. Beide nehmen keine Anträge mehr an. go-digital ist zum 31. Dezember 2024 ausgelaufen, Digital Jetzt schon Ende 2023. Ein gleichwertiges Nachfolgeprogramm des Bundes, das die Einführung von Software in kleinen Betrieben direkt bezuschusst, gibt es nach unserem Stand nicht. Als Wege bleiben die Programme der Länder, die Mittelstand-Digital Zentren und die Förderkredite der KfW.
Wenn Ihnen jemand 2026 einen Zuschuss über go-digital verspricht, fragen Sie nach dem Bewilligungsbescheid. Neue Vorhaben lassen sich darüber nicht mehr fördern.
BAFA-Förderung: Beratung zur Digitalisierung bezuschussen
Das Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ des BAFA bezuschusst Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen, also auch zur Digitalisierung von Abläufen. Gefördert wird die Beratung, nicht die anschließende Umsetzung.
- Höhe: Bemessungsgrundlage sind höchstens 3.500 Euro Beratungskosten je Beratung. In den neuen Bundesländern (ohne Berlin und die Region Leipzig) sowie den Regionen Lüneburg und Trier liegt der Zuschuss bei 80 %, in den übrigen Regionen einschließlich Berlin und Leipzig bei 50 %.
- Wie oft: bis zu fünf abgeschlossene Beratungen je Unternehmen, höchstens zwei pro Jahr.
- Reihenfolge: Antrag online beim BAFA vor Beginn der Beratung stellen und das Informationsschreiben abwarten. Erst dann den Beratungsvertrag schließen.
- Berater: Das Beratungsunternehmen muss die Anforderungen der Richtlinie erfüllen; das prüft das BAFA. Klären Sie das vor dem Auftrag.
- Laufzeit: Die Richtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2026. Ob und in welcher Form eine Nachfolgeregelung kommt, war im Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht.
Für ein KMU, das vor einer größeren Entscheidung steht, etwa ERP-Wechsel oder Einführung von KI, ist die BAFA-Beratung ein guter Weg, die Vorarbeit bezuschussen zu lassen. Wer dagegen schon weiß, was umgesetzt werden soll, braucht eher einen Zuschuss für die Umsetzung, und den gibt es derzeit vor allem auf Landesebene.
Digitalbonus Bayern: Förderung der Digitalisierung in Bayern
Für kleine Betriebe in Bayern ist der Digitalbonus Bayern derzeit die direkteste Förderung der Umsetzung. Der Freistaat bezuschusst Entwicklung, Einführung und Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen sowie Maßnahmen zur IT-Sicherheit. Bis zu 7.500 Euro gibt es im Standard, bis zu 30.000 Euro im Digitalbonus Plus für Vorhaben mit besonderem Innovationsgehalt, jeweils höchstens die Hälfte der förderfähigen Ausgaben. Das Programm läuft laut digitalbonus.bayern bis zum 31. Dezember 2027.
Drei Punkte entscheiden über fast jeden Antrag: Es darf noch kein Auftrag erteilt sein, die Lösung muss in betriebliche Abläufe eingreifen (eine Standard-Website oder Online-Marketing reichen nicht), und der Antrag läuft über das ELSTER-Unternehmenskonto des eigenen Unternehmens. Alle Bedingungen, die Ausschlussliste und den Ablauf Schritt für Schritt finden Sie in unserem Beitrag zum Digitalbonus.
Landesprogramme außerhalb Bayerns
Fast jedes Bundesland hat eigene Programme, Zuschnitt und Laufzeit unterscheiden sich stark. Drei Beispiele, damit Sie wissen, wonach Sie suchen:
- Baden-Württemberg: die Digitalisierungsprämie Plus von Wirtschaftsministerium und L-Bank, als Darlehen mit Tilgungszuschuss.
- Nordrhein-Westfalen: Mittelstand Innovativ & Digital (MID) über die NRW.BANK. Seit 1. Januar 2026 fördert MID-Digitalisierung die Entwicklung digitaler Produkte, etwa mit KI; für die Digitalisierung interner Abläufe gibt es das Teilprogramm MID-Digitale Prozesse (Stand 2026). Einzelne Linien öffnen nur in befristeten Aufrufen.
- Hessen: Distr@l für innovative Digitalisierungsprojekte, von der Machbarkeitsstudie bis zur Umsetzung.
Für alle Landesprogramme gilt: Lesen Sie die aktuelle Förderrichtlinie, bevor Sie Angebote einholen. Was wir hier zusammenfassen, ersetzt die Prüfung durch die Förderstelle nicht.
KfW-Kredit: wenn das Vorhaben größer ist
Für größere Investitionen in Digitalisierung bietet die KfW den ERP-Förderkredit Digitalisierung an. Das ist ein zinsgünstiger Kredit, den Sie über Ihre Hausbank beantragen. Antragsberechtigt sind Freiberufler, kleine und mittlere Unternehmen sowie Mittelständler bis 500 Mio. Euro Gruppenumsatz. In der Stufe Basic gibt es keinen Zuschuss; in den Stufen LevelUp und HighEnd kommt ein Zuschuss von 3 bzw. 5 % des ausgezahlten Kreditbetrags hinzu, höchstens 200.000 Euro (Stand Oktober 2026). Er passt, wenn ein ERP-Projekt, eine eigene Software oder die Modernisierung der IT-Landschaft finanziert werden soll und die Summe den Rahmen eines Landeszuschusses übersteigt. Konditionen und Stufen stehen im aktuellen Merkblatt der KfW.
KI-Förderung: was es bundesweit für KI-Projekte gibt
Ein bundesweites Zuschussprogramm, das die Einführung von KI-Lösungen in kleinen Betrieben direkt bezuschusst, ist uns Stand Oktober 2026 nicht bekannt. KI-Förderung läuft deshalb meist über die allgemeinen Digitalisierungsprogramme:
- In Bayern: Der Digitalbonus Plus nennt KI und intelligente Datenanalyse ausdrücklich als Beispiele für den besonderen Innovationsgehalt. Ein KI-Agent, der Lieferscheine oder Reklamationen liest und Vorgänge im System anlegt, kann inhaltlich passen. Ob er reicht, entscheidet die Bezirksregierung.
- Beratung vor der KI-Einführung: Die BAFA-Beratungsförderung kann die Vorarbeit bezuschussen: Welche Abläufe eignen sich, welche Daten sind da, was kostet der Betrieb.
- Größere KI-Vorhaben: Innovationsprogramme der Länder und der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW.
- Kostenfreie Orientierung: Die Mittelstand-Digital Zentren bieten Informationsveranstaltungen und Workshops zu KI an.
Was ein KI-Projekt kostet und woraus sich der Preis zusammensetzt, beschreibt unser Beitrag KI-Einführung: Kosten.
KI-Schulung: Förderung für die Weiterbildung
Seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 der EU-KI-Verordnung Unternehmen, die KI einsetzen, Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihres Personals zu ergreifen. Der Digital-Omnibus (Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27. Juli 2026) hat die Formulierung abgeschwächt: Gefordert ist, die KI-Kompetenz zu fördern, ein bestimmtes Niveau wird nicht garantiert; gestrichen ist die Pflicht nicht; mehr dazu im Beitrag zur KI-Schulungspflicht. Für längere Weiterbildungen Beschäftigter kann die Bundesagentur für Arbeit Lehrgangskosten und Lohnkosten bezuschussen. Voraussetzung sind unter anderem eine zugelassene Maßnahme und ein Umfang von mehr als 120 Stunden. Kurze Inhouse-Workshops, wie wir sie in der KI-Akademie anbieten, fallen in der Regel nicht darunter. Im Digitalbonus Bayern zählt Schulung mit, wenn sie zur eingeführten Lösung gehört, höchstens bis zur Hälfte der förderfähigen Ausgaben.
Woran Förderanträge am häufigsten scheitern
- Zu früh beauftragt. Bei fast allen Zuschüssen gilt ein erteilter Auftrag, auch mündlich, als Beginn des Vorhabens. Danach ist es nicht mehr förderfähig.
- Doppelförderung. Dieselbe Maßnahme lässt sich in der Regel nicht aus zwei Programmen bezuschussen.
- De-minimis vergessen. Viele Programme sind De-minimis-Beihilfen. Alle Beihilfen der letzten drei Jahre müssen bekannt und angegeben sein.
- Eigenleistung eingerechnet. Gefördert werden Ausgaben für externe Anbieter, nicht die Arbeitszeit Ihres eigenen Teams.
- Falsches Vorhaben. Standard-Software, eine neue Website oder Werbung sind bei den meisten Digitalisierungsprogrammen ausgeschlossen.
Wie wir Sie unterstützen – und wo nicht
Den Antrag stellt Ihr Unternehmen selbst, über die Bewilligung entscheidet allein die Förderstelle. Wir liefern, was ein Antrag inhaltlich braucht, und setzen das Vorhaben nach der Freigabe um:
- einen Digitalisierungs-Check, der zeigt, welcher Ablauf sich zuerst lohnt;
- ein schriftliches Angebot mit Aufteilung in Entwicklung, Einführung, Schulung und Lizenzen;
- eine fachliche Projektbeschreibung, bei KI-Vorhaben mit Blick auf den Innovationsgehalt;
- die Umsetzung, ob als Individualsoftware, Prozessautomatisierung oder KI-Implementierung, plus Unterlagen für den Verwendungsnachweis.
Wenn Sie zuerst nur eine Frage klären wollen, etwa welches Programm zu Ihrem Vorhaben passt, reicht oft eine IT-Beratung von 45 Minuten. Für alles andere: Kostenfreies Erstgespräch vereinbaren, und zwar bevor Sie einen Auftrag erteilen.
Häufige Fragen zur Förderung
Gibt es 2026 noch go-digital?
Nein. go-digital ist zum 31. Dezember 2024 ausgelaufen, neue Anträge sind nicht möglich. Ein direktes Nachfolgeprogramm des Bundes gibt es nach unserem Stand nicht.
Wie hoch ist die BAFA-Förderung für eine Beratung?
Je Beratung werden höchstens 3.500 Euro Kosten zugrunde gelegt. Der Zuschuss beträgt je nach Region 50 % oder 80 % davon, also höchstens 1.750 oder 2.800 Euro. Die Richtlinie gilt bis Ende 2026.
Welche staatliche Förderung für Digitalisierung gibt es für kleine Betriebe?
Vor allem Landesprogramme wie den Digitalbonus Bayern, dazu die BAFA-Beratungsförderung und Förderkredite der KfW. Welche Programme in Ihrem Bundesland laufen, zeigt die Förderdatenbank des Bundes.
Wird eine neue Website gefördert?
In der Regel nicht. Standard-Websites, Shops und Online-Marketing sind bei den meisten Programmen ausgeschlossen. Förderfähig kann eine Web-Anwendung sein, die tief in Ihre Abläufe eingebunden ist, etwa ein Kundenportal mit Anbindung an die Auftragsbearbeitung.
Kann ein Dienstleister den Antrag für mich stellen?
Beim Digitalbonus Bayern ausdrücklich nicht: Der Antrag läuft über das ELSTER-Unternehmenskonto des eigenen Unternehmens. Auch bei anderen Programmen bleibt Ihr Unternehmen Antragsteller. Dienstleister liefern Angebot und Projektbeschreibung.
Lassen sich mehrere Förderungen kombinieren?
Für unterschiedliche Maßnahmen oft ja, etwa eine BAFA-Beratung vorab und später ein Landeszuschuss für die Umsetzung. Für dieselbe Maßnahme in der Regel nicht. Prüfen Sie das vor jedem Antrag in den jeweiligen Richtlinien.
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Gemeinsam klären wir, welche Abläufe sich zuerst zu digitalisieren lohnen und welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind.
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