Was ist Geschäftsprozessmanagement (BPM)?
Was ist Geschäftsprozessmanagement? BPM-Bedeutung, der Zyklus aus Erheben, Modellieren, Umsetzen, Messen, Verbessern und ein Praxisbeispiel.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
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- Schnittstelle
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- Zielsystem
Inhaltsverzeichnis
Geschäftsprozessmanagement (englisch Business Process Management, kurz BPM) ist die dauerhafte Aufgabe, die Abläufe eines Unternehmens zu erfassen, zu gestalten, umzusetzen und anhand von Kennzahlen zu verbessern. Ein einmaliges Projekt ist es nicht: BPM ist ein Kreislauf, der immer wieder von vorn beginnt.
In vielen Mittelstandsbetrieben existieren die Prozesse nur in den Köpfen erfahrener Mitarbeiter. Das funktioniert, bis jemand krank wird, in Rente geht oder das Unternehmen schneller wächst, als Erfahrung weitergegeben werden kann. Prozessmanagement macht dieses Wissen sichtbar und damit steuerbar.
BPM: Bedeutung und Abgrenzung
Ein Geschäftsprozess ist eine Folge von Tätigkeiten, die aus einem Auslöser ein Ergebnis für einen Kunden macht: aus einer Anfrage ein Angebot, aus einem Auftrag eine Rechnung, aus einer Reklamation eine Lösung. Geschäftsprozessmanagement kümmert sich darum, dass diese Ketten zuverlässig, nachvollziehbar und ohne unnötige Umwege laufen.
Im Alltag werden Geschäftsprozessmanagement und Prozessmanagement meist gleichbedeutend verwendet. Wer genau sein will, unterscheidet: Prozessmanagement kann sich auch auf technische oder Produktionsprozesse beziehen, Geschäftsprozessmanagement meint die Abläufe, die direkt mit Kunden, Aufträgen und Geld zu tun haben.
Abzugrenzen ist BPM von zwei verwandten Begriffen:
- Prozessautomatisierung ist ein Werkzeug innerhalb von BPM. Sie übernimmt einzelne Schritte, setzt aber voraus, dass der Ablauf vorher klar ist.
- Qualitätsmanagement nach ISO 9001 verlangt, dass ein Unternehmen seine Prozesse festlegt und steuert. BPM liefert dafür die Grundlage, geht aber weiter, weil es auch Kosten und Durchlaufzeiten verbessern will.
Der BPM-Zyklus in fünf Schritten
Die meisten Modelle beschreiben Prozessmanagement als Kreislauf. Die Bezeichnungen unterscheiden sich, der Kern ist gleich:
- Erheben: Wie läuft der Prozess heute wirklich? Dazu sprechen Sie mit den Menschen, die ihn ausführen, und schauen sich Daten an: Wie lange liegen Anfragen, wo wird nachgefragt, wo doppelt erfasst? Eine strukturierte Prozessanalyse liefert hier die Grundlage.
- Modellieren: Der Ablauf wird als Schema gezeichnet, mit Schritten, Entscheidungen und Verantwortlichen. Der verbreitete Standard dafür ist BPMN. Wie eine solche Darstellung entsteht, zeigt unser Beitrag Prozesslandkarte erstellen mit BPMN.
- Umsetzen: Der verbesserte Soll-Prozess wird eingeführt. Manchmal reicht eine neue Absprache, manchmal braucht es Software oder eine Automatisierung.
- Messen: Kennzahlen zeigen, ob die Änderung wirkt, zum Beispiel Durchlaufzeit, Fehlerquote oder Reaktionszeit auf Anfragen.
- Verbessern: Die Messwerte fließen in die nächste Runde. Schwachstellen werden angegangen, der Kreislauf beginnt erneut.
Der häufigste Fehler ist, nach Schritt zwei aufzuhören. Ein schön gezeichnetes Prozessmodell, das niemand liest und das nach einem halben Jahr nicht mehr stimmt, hilft keinem.
Beispiel: Von der Anfrage bis zur Rechnung
Nehmen wir einen Handwerksbetrieb, der feststellt, dass Angebote oft erst nach einer Woche rausgehen. Die Erhebung zeigt: Anfragen kommen per Telefon, E-Mail und WhatsApp, landen bei verschiedenen Personen, und niemand sieht, welche noch offen sind. Für das Aufmaß fehlt eine feste Zuständigkeit.
Im Modell wird daraus ein klarer Ablauf: Jede Anfrage bekommt einen Eingang, eine verantwortliche Person und eine Frist. Das Aufmaß wird fest eingeplant, das Angebot entsteht aus einer Vorlage. Gemessen wird die Zeit von der Anfrage bis zum Angebot. Nach einigen Wochen zeigt sich, wo es noch hakt, und die nächste Runde setzt genau dort an.
Nutzen und Risiken von Prozessmanagement
Gut gemachtes Geschäftsprozessmanagement bringt:
- Weniger Abhängigkeit von Einzelnen: Neue Mitarbeiter arbeiten sich schneller ein, Vertretungen funktionieren.
- Klare Verantwortung: Jeder Schritt hat einen Namen, Aufgaben fallen nicht zwischen zwei Stühle.
- Grundlage für Automatisierung: Nur ein verstandener Ablauf lässt sich sinnvoll an Software übergeben.
- Messbare Fortschritte: Statt „es läuft irgendwie besser“ gibt es eine Zahl, die das belegt.
Die Risiken sind ebenso bekannt: Zu detaillierte Modelle, die keiner pflegt. Prozessbeschreibungen, die den Idealzustand zeigen statt der Realität. Und Automatisierungen, die jemand gebaut hat, deren Logik aber niemand mehr erklären kann. Deshalb gilt: so genau wie nötig, so einfach wie möglich, und das Schema muss zur Wirklichkeit passen.
In der Praxis: Wie SEODACH hilft
Am Anfang steht bei uns meist der Digitalisierungs-Check. Er zeigt, wo Anfragen liegen bleiben, wo doppelt getippt wird und welcher Prozess sich zuerst lohnt. Das erste Ergebnis liegt nach 14 Tagen vor.
Für die laufende Pflege nutzen unsere Kunden die Prozessmanagement-Software in PultOS. Jeder Ablauf steht dort als Schema in Alltagssprache, das Ihr Team ohne IT-Wissen liest. Soll ein Schritt automatisch laufen, arbeitet er zuerst im Probelauf mit und protokolliert nur, was er tun würde. Eingeschaltet wird erst, wenn das Protokoll stimmt. Die Umsetzung selbst übernehmen wir als Prozessautomatisierung, sodass Schema und Software nie auseinanderlaufen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen BPM und BPMN?
BPM ist die Managementaufgabe, Prozesse dauerhaft zu steuern und zu verbessern. BPMN (Business Process Model and Notation) ist eine standardisierte Zeichensprache, mit der man Prozesse grafisch darstellt. BPMN ist also ein Werkzeug innerhalb von BPM.
Lohnt sich Prozessmanagement für kleine Unternehmen?
Ja, wenn man es schlank hält. Schon die wichtigsten fünf bis zehn Abläufe schriftlich festzuhalten und eine Kennzahl pro Ablauf zu beobachten, macht einen Betrieb robuster. Eine eigene Prozessabteilung braucht dafür niemand.
Womit fange ich an?
Mit dem Prozess, der am meisten Ärger oder Geld kostet. Das ist oft der Weg von der Anfrage zum Angebot oder vom Auftrag zur Rechnung. Diesen einen Ablauf erheben, zeichnen, verbessern und messen, dann den nächsten.
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