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ProzesseBPMNOrganisation

Prozesslandkarte erstellen: BPMN für den Mittelstand

Vom leeren Blatt zur Übersicht, mit der sich arbeiten lässt

Oleksandr Grygoriev
Geschäftsführer, SEODACH Solutions GmbH
  • 12 Min. Lesezeit
  • 14 Abschnitte
Prozesslandkarte erstellen: BPMN für den Mittelstand
Inhaltsverzeichnis
  1. Prozesslandkarte, Prozessmodell, BPMN-Diagramm — was ist was?
  2. Der Aufbau in drei Ebenen
  3. Beispiel: die Prozesslandkarte eines Fertigungsbetriebs
  4. Prozesslandkarte erstellen: sieben Schritte, jeder mit Ergebnis
  5. Wie detailliert ist detailliert genug?
  6. BPMN in fünf Symbolen
  7. Software: womit zeichnet man Landkarte und Modelle?
  8. Warum die Karte vor der Software kommt
  9. Vom Bild zum laufenden Prozess
  10. Woran Sie merken, dass die Landkarte trägt
  11. Die vier häufigsten Fehler
  12. Häufige Fragen
  13. Kurz zusammengefasst
  14. Was wir damit machen

Prozesslandkarte, Prozessmodell, BPMN-Diagramm — was ist was?

Drei Begriffe werden in Projekten regelmäßig durcheinandergebracht, obwohl sie unterschiedliche Flughöhen beschreiben:

  • Die Prozesslandkarte ist die Übersicht: eine Seite, auf der alle Prozesse des Unternehmens und ihr Zusammenhang stehen. Sie beantwortet die Frage, was es überhaupt gibt.
  • Das Prozessmodell beschreibt einen einzelnen Ablauf im Detail: Schritte, Entscheidungen, Zuständigkeiten.
  • BPMN ist die Notation, in der solche Modelle gezeichnet werden — eine Handvoll Symbole, auf die sich die Welt geeinigt hat, damit ein Diagramm nicht nur seinem Autor etwas sagt.

Deutlicher wird der Unterschied, wenn man die Darstellungen nach Detailtiefe sortiert:

FlughöheWas sie zeigtUmfangWofür man sie aufschlägt
Prozesslandkartewelche Prozesse es gibt und wie sie zusammenhängeneine Seite für den ganzen BetriebEinarbeitung, Prioritäten setzen, Audit
Prozessmodellwie ein Ablauf wirklich läuft: Schritte, Entscheidungen, Zuständigeein Prozess je DiagrammÜbergaben verbessern, Software einführen
BPMN-Diagrammdasselbe Modell in der genormten Notation, als BPMN-2.0-XML auch für Programme lesbarein Prozess je DateiAbstimmung über Werkzeuggrenzen, Ausführung durch ein System
Arbeitsanweisungwelche Felder, Klicks und Prüfungen ein einzelner Schritt verlangtein Schritt je DokumentAnlernen am Arbeitsplatz

BPMN ist demnach keine eigene Flughöhe, sondern die Sprache der zweiten; welche Symbole dazugehören, steht im Lexikonbeitrag BPMN. Die Reihenfolge ist wichtig: Wer mit dem Detail anfängt, modelliert wochenlang einen Ablauf, der am Ende gar nicht der teuerste war. Die knappe Begriffsdefinition finden Sie unter Prozesslandkarte — hier geht es um das Erstellen.

Der Aufbau in drei Ebenen

Eine brauchbare Prozesslandkarte trennt drei Gruppen. Diese Einteilung ist Standard und funktioniert vom Handwerksbetrieb bis zum Maschinenbauer:

EbeneWas dort stehtTypische Beispiele
Managementprozesse (Führung)Steuern und entscheidenPlanung, Kennzahlen, Investitionen, Audits
KernprozesseAlles, wofür der Kunde zahltAnfrage, Angebot, Auftrag, Leistung, Abnahme, Rechnung
UnterstützungsprozesseAlles, was den Kern arbeitsfähig hältEinkauf, Personal, IT, Buchhaltung, Fuhrpark

Als Vorlage genügt genau diese Struktur: drei Zeilen, die Kernprozesse in der Mitte von links nach rechts in der Reihenfolge, in der ein Auftrag das Haus durchläuft. Darüber die Steuerung, darunter die Unterstützung. Mehr braucht die erste Fassung nicht.

Beispiel: die Prozesslandkarte eines Fertigungsbetriebs

Abstrakt bleibt die Einteilung schwer greifbar, deshalb hier eine ausgefüllte Karte. Der Betrieb: ein metallverarbeitender Zulieferer mit eigener Konstruktion, Einzel- und Kleinserienfertigung und Montage beim Kunden.

GruppeProzesse mit ihren echten Namen
FührungJahres- und Kapazitätsplanung · Preis- und Angebotsfreigabe · Nachkalkulation und Kennzahlen · Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheit · Investitionen in Maschinen und Werkzeuge
KernAnfrage und Machbarkeit prüfen → konstruieren und kalkulieren → Angebot abgeben und nachfassen → Auftrag bestätigen und einplanen → Material disponieren → fertigen (Zuschnitt, Zerspanung, Schweißen) → prüfen und Messprotokoll erstellen → verpacken und versenden → montieren und abnehmen lassen → Rechnung stellen → Reklamation bearbeiten
UnterstützungEinkauf und Lieferantenqualifizierung · Wareneingang und Lager · Instandhaltung und Werkzeugverwaltung · Personal, Unterweisung und Schulung · Buchhaltung und Lohn · IT- und ERP-Betreuung · Fuhrpark

An dieser Karte lohnt es sich, dreierlei zu bemerken:

  • Die Reklamation steht in der Kette, nicht in der Unterstützung. Der Kunde erlebt sie als Teil der Leistung, und sie entscheidet mit darüber, ob er den nächsten Auftrag vergibt.
  • „Angebot abgeben und nachfassen“ ist ein Prozess, nicht zwei. Trennt man beides, hat das Nachfassen am Ende niemanden — und genau dort verschwinden die meisten Angebote.
  • Elf Glieder, mehrere Zuständigkeitswechsel. Zwischen Vertrieb, Konstruktion, Disposition, Fertigung, Prüfung und Buchhaltung wandert der Auftrag mehrfach weiter. Jeder Wechsel ist eine Stelle, an der er liegen bleiben kann.

Dasselbe Beispiel für eine Dienstleistungsfirma

Bei einem Planungsbüro, einer Agentur oder einem IT-Dienstleister ändert sich die Mitte deutlich, die Ränder kaum:

GruppeProzesse mit ihren echten Namen
FührungAuftragsvorschau und Auslastung · Angebotsfreigabe · Projektcontrolling und Nachkalkulation · Qualitätsregeln und Freigabestufen
KernErstkontakt annehmen → Bedarf aufnehmen → Aufwand schätzen und Angebot schreiben → Vertrag schließen → Projekt starten und einplanen → Leistung in Abschnitten erbringen → abstimmen und freigeben lassen → abnehmen und dokumentieren → abrechnen → betreuen und weiterentwickeln
UnterstützungEinstellung und Weiterbildung · Werkzeuge und Lizenzen · Wissensablage und Vorlagen · Buchhaltung · Datenschutz und IT-Sicherheit

Der Unterschied liegt nicht in der Zahl der Prozesse, sondern darin, was knapp ist: im Fertigungsbetrieb Material und Maschinenzeit, im Dienstleistungsbetrieb Wissen und verfügbare Stunden. Deshalb rutscht die Auslastungsplanung dort von der Unterstützung nach oben in die Führung.

Für die Übertragung auf den eigenen Betrieb genügt diese Dreiteilung: In die Mitte kommt, wofür der Kunde zahlt und was er merkt, wenn es schlecht läuft. Nach oben, was Vorrang, Preis und Regeln festlegt. Nach unten, was täglich gebraucht wird, sich aber keinem einzelnen Auftrag zuordnen lässt.

Prozesslandkarte erstellen: sieben Schritte, jeder mit Ergebnis

Prozessprojekte versanden, wenn ein Schritt nichts hinterlässt, das man am nächsten Tag ansehen kann. Deshalb steht hier hinter jedem Schritt, was danach schriftlich vorliegt.

  1. Rahmen festlegen. Welcher Standort, welche Gesellschaft, welche Leistungen — und wozu die Karte dienen soll: Einarbeitung, Audit, Softwareauswahl oder Automatisierung. Ergebnis: ein Satz zum Zweck und eine Liste der Personen, die in den Workshop gehören.
  2. Den Weg des Auftrags abschreiten. Vom ersten Kundenkontakt bis zum Geldeingang durchgehen und an jeder Stelle fragen: Wer hat jetzt den Vorgang? Ergebnis: die Kette der Kernprozesse in der echten Reihenfolge, noch ohne Schönheitskorrektur.
  3. Die Ränder einsammeln. Alles, was täglich passiert, aber nicht in der Kette steht — Einkauf, Instandhaltung, Lohn, IT —, dazu die Steuerung: Planung, Freigaben, Kennzahlen. Ergebnis: die beiden Zeilen über und unter der Kette.
  4. Verdichten und benennen. Doppelungen zusammenführen, jeden Prozess als Verb und Objekt schreiben: „Angebot kalkulieren“, nicht „Kalkulation“. Abteilungsnamen sind keine Prozessnamen. Ergebnis: eine Karte, die auf eine Seite passt, in Worten, die im Betrieb wirklich gesprochen werden.
  5. Verantwortliche und Auslöser eintragen. Pro Prozess ein Name und das Ereignis, das ihn startet: ein Anruf, eine Mail, ein Termin, ein Lagerbestand. Ergebnis: eine Karte, auf der kein Prozess mehr „macht immer der Kollege“ heißt.
  6. Die Systeme darüberlegen. Welches Programm trägt welchen Prozess? Markieren Sie zwei Sorten von Kästchen: solche ohne jedes System und solche mit drei. Ergebnis: die Liste der Stellen, an denen Daten abgetippt oder doppelt erfasst werden.
  7. Priorisieren und den ersten Prozess modellieren. Nicht den größten, sondern den teuersten mit überschaubarem Umfang. Ergebnis: ein Prozessmodell des Ist-Zustands und eine Liste der Brüche darin.

Der Ein-Tages-Workshop im Zeitplan

Der Kern des Verfahrens passt auf einen Tag, wenn die Entscheider im Raum sind: die Schritte zwei bis vier am Morgen, Schritt sieben am Nachmittag. Schritt eins klären Sie vorher, die Schritte fünf und sechs tragen Sie in den Tagen danach in die Karte ein.

  1. Zwei Stunden: die Landkarte. Alle Prozesse auf Karten sammeln, in die drei Ebenen sortieren, Doppelungen zusammenführen. Erst danach diskutieren, nicht währenddessen.
  2. Eine Stunde: priorisieren. Jeder Teilnehmer markiert die drei Prozesse mit dem meisten Ärger und die drei mit dem größten Einfluss auf den Umsatz. Die Überschneidung ist Ihre Reihenfolge.
  3. Drei Stunden: den ersten Prozess modellieren. Den Ist-Zustand, mit den Leuten, die ihn ausführen. Nicht den Zustand, wie er im Qualitätshandbuch steht.
  4. Eine Stunde: Brüche markieren. Wo wird abgetippt, wo wird gewartet, wo fragt jemand nach dem Stand, wo entstehen Fehler? Das sind die Kandidaten für Automatisierung.

Am Ende des Tages haben Sie eine Landkarte, ein Modell und eine Liste. Diese Liste ist mehr wert als jede Software-Auswahl, die man vorher trifft.

Wie detailliert ist detailliert genug?

Die häufigste Blockade in Prozessprojekten ist die Frage nach der Tiefe. Eine einfache Regel hilft: Zeichnen Sie so grob, dass ein neuer Kollege den Ablauf versteht, und so fein, dass man erkennt, wer wann was übergibt. Alles, was darunter liegt — welche Schaltfläche geklickt wird, welches Feld zuerst gefüllt wird —, gehört in eine Arbeitsanweisung, nicht in das Diagramm.

Ein zweiter Prüfstein: Wenn ein Modell nicht mehr auf eine Bildschirmseite passt, beschreibt es wahrscheinlich zwei Prozesse. Teilen Sie es. Aus einem unübersichtlichen Ablauf werden so zwei, die man jemandem in fünf Minuten erklären kann — und die sich unabhängig voneinander verbessern lassen.

BPMN in fünf Symbolen

Für die Modelle darunter reicht ein kleiner Teil der Notation. Mit diesen fünf Elementen lassen sich die meisten Abläufe eines Mittelständlers sauber beschreiben:

SymbolBedeutungBeispiel
KreisEreignis: Anfang, Ende, ZwischenereignisAnfrage trifft ein
Abgerundetes RechteckAufgabe: ein ArbeitsschrittAngebot kalkulieren
RauteEntscheidung: der Ablauf verzweigtAuftrag erteilt — ja oder nein
PfeilReihenfolge der Schrittevon der Kalkulation zur Freigabe
Bahn (Lane)Wer den Schritt ausführtVertrieb, Technik, Buchhaltung

Die Bahnen sind das eigentlich wertvolle Element. Sobald Zuständigkeiten nebeneinanderstehen, sieht man die Übergaben — und Übergaben sind die Stellen, an denen Aufträge liegen bleiben.

Software: womit zeichnet man Landkarte und Modelle?

Die Werkzeugfrage kommt in Projekten früh und ist selten die wichtigste. Hilfreich ist sie als Frage nach der Kategorie, nicht nach dem Produktnamen:

KategorieWofür sie taugtWorauf zu achten ist
Whiteboard, Haftnotizen, Flipchartdie erste Aufnahme im Workshopunschlagbar schnell, aber flüchtig: fotografieren und am selben Tag übertragen, sonst ist das Ergebnis weg
Zeichen- und Präsentationsprogrammedie Landkarte als Bild und grobe erste Modellejeder kann die Datei öffnen — und jeder hat bald seine eigene Fassung davon
BPMN-Modellierungswerkzeugekorrekte Prozessmodelle in der Notationprüfen, ob das Werkzeug als BPMN-2.0-XML speichert; dieses Format lesen auch andere Programme, ein Bild-Export nicht
Plattformen für Geschäftsprozessmanagementviele Prozesse mit Versionen, Rollen und FreigabenEinführung und Pflege kosten mehr Zeit als das Zeichnen; lohnt sich erst, wenn die Karte wirklich gepflegt wird
Ausführbare Prozesse im ArbeitssystemAbläufe, die nicht nur dokumentiert, sondern gesteuert werden sollenhier zählt nicht die Zeichenfläche, sondern ob Aufgaben, Fristen und Zuständige daraus entstehen

Preise und Lizenzmodelle unterscheiden sich stark und ändern sich häufig — die prüfen Sie am besten direkt beim Anbieter. Zwei Auswahlfragen tragen dagegen länger: Kommen wir mit unseren Modellen wieder heraus, also als offenes Dateiformat? Und findet die Landkarte den Weg dorthin, wo tatsächlich gearbeitet wird? Alles, was nur im Werkzeug der Qualitätsbeauftragten lebt, veraltet planbar.

Warum die Karte vor der Software kommt

Die Prozesslandkarte war lange ein Thema des Qualitätsmanagements. Inzwischen ist sie das Arbeitsmittel, mit dem entschieden wird, wo Automatisierung überhaupt ansetzt. Drei Entwicklungen treffen den Mittelstand dabei gleichzeitig:

  • Rechnungen werden maschinenlesbar. Inländische Unternehmen müssen E-Rechnungen seit Anfang 2025 empfangen können, und die Übergangsfristen beim Versand laufen gestaffelt aus, bis inländische B2B-Rechnungen ab 2028 grundsätzlich als E-Rechnung ausgestellt werden. Wer seinen Rechnungsprozess jetzt zeichnet, sieht sofort, an welcher Stelle Daten ankommen und an welcher jemand abtippt.
  • Ganze Vorgänge laufen ohne Sachbearbeitung durch. Was lange nur Banken und Versicherer schafften, ist bei gleichartigen Massenvorgängen auch im Mittelstand machbar — der Fachbegriff dafür ist Dunkelverarbeitung. Die Karte ist der Ort, an dem je Prozess festgehalten wird, was ohne Eingriff laufen darf und welche Abweichung eine Entscheidung braucht.
  • Unstrukturierte Post wird lesbar. Anfragen als Mail, Lieferscheine als Foto, Verträge als PDF: diese Schritte lassen sich maschinell vorbereiten. Welche davon sich lohnen, hängt an Menge und Zahl der Übergaben — also an Angaben, die auf der Landkarte stehen. Den technischen Rahmen dafür beschreibt die KI-Automatisierung, den Weg über Abteilungsgrenzen hinweg Geschäftsprozesse automatisieren.

Die Reihenfolge bleibt dieselbe wie früher, nur die Hebel sind größer: erst sehen, was es gibt, dann messen, was es kostet, dann automatisieren. Eine erste Schätzung, was ein automatisierter Schritt einspart, liefert der ROI-Rechner für Automatisierung.

Vom Bild zum laufenden Prozess

Ein Diagramm allein verändert nichts. Der Nutzen entsteht in dem Moment, in dem der gezeichnete Ablauf und der tatsächliche Ablauf dasselbe sind: Aufgaben entstehen automatisch, Zuständige werden benachrichtigt, Fristen laufen mit, und jeder sieht, an welchem Schritt ein Vorgang gerade hängt. Genau dafür ist unser Modul Prozesse gebaut — die Schemata sind nicht Dokumentation, sondern der Ablauf selbst.

Welche Schritte sich dabei ganz ohne Menschen erledigen lassen und welche eine Freigabe brauchen, ist eine Frage der Prozessautomatisierung. Die Erfahrung aus unseren Projekten: Die größten Zeitgewinne liegen fast nie in der fachlichen Arbeit selbst, sondern in den Übergaben dazwischen.

Woran Sie merken, dass die Landkarte trägt

  • Neue Mitarbeiter fragen nach der Landkarte, statt nach dem Kollegen, der das immer macht.
  • Bei Streit über Zuständigkeit schaut jemand auf das Diagramm, nicht auf die Hierarchie.
  • Vor dem Kauf einer Software wird geprüft, welchen Prozess sie eigentlich unterstützen soll.
  • Bei einem Audit liegt die Antwort auf die Frage nach der Prozesslandschaft bereits vor.

Bleibt all das aus, ist die Landkarte Dekoration. Dann fehlt meist einer der beiden Punkte: ein verantwortlicher Mensch je Prozess oder ein Ort, an dem die Schemata wirklich mit der täglichen Arbeit verbunden sind.

Die vier häufigsten Fehler

  • Zu detailliert. Wer jeden Mausklick zeichnet, produziert Diagramme, die niemand liest. Eine Aufgabe ist das, was eine Person am Stück erledigt.
  • Soll statt Ist. Modellierte Wunschabläufe sehen schön aus und erklären nicht, warum Rechnungen zu spät rausgehen. Erst den echten Ablauf zeichnen, dann verbessern.
  • Kein Eigentümer. Ein Prozess ohne verantwortliche Person ändert sich nie. Der Name gehört in das Diagramm.
  • Datei im Laufwerk. Die Landkarte veraltet in dem Moment, in dem sie als Grafik exportiert wird. Sie muss dort leben, wo auch gearbeitet wird — sichtbar, versioniert, für alle zugänglich.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, eine Prozesslandkarte zu erstellen?

Die erste Fassung entsteht an einem Tag, wenn die richtigen Leute im Raum sind und vorher klar ist, wozu die Karte dienen soll. Zeit kostet nicht das Zeichnen, sondern die Verständigung darüber, wie ein Ablauf wirklich läuft. Planen Sie danach eine zweite Runde ein, in der jeder Prozessverantwortliche seine Zeile prüft.

Brauche ich BPMN schon für die Landkarte selbst?

Nein. Die Landkarte ist eine Gliederung, kein Ablauf: drei Zeilen, Kästchen, in der Mitte eine Pfeilkette. BPMN beginnt eine Flughöhe tiefer, bei den einzelnen Prozessmodellen. Wer die Notation zu früh einführt, diskutiert Symbole statt Abläufe.

Wie bleibt die Karte aktuell?

Indem ihre Pflege an Ereignisse gebunden ist und nicht an gute Vorsätze: neuer Standort, neues Produkt, neue Software, Wechsel eines Verantwortlichen. Dazu ein fester Termin im Jahr, an dem jeder Verantwortliche seine Zeile bestätigt oder ändert — und ein Ort, an dem die geltende Fassung ohne Suchen zu finden ist.

Was ist der Unterschied zur Wertstromanalyse?

Die Wertstromanalyse verfolgt einen Produktfluss mit Zeiten, Beständen und Taktung und sucht darin Verschwendung. Die Prozesslandkarte ordnet alle Abläufe eines Unternehmens, auch die administrativen, und verzichtet dafür auf Mengen und Zeiten. Beide ergänzen sich: die Karte sagt, wo man hinschaut, der Wertstrom sagt, wie viel dort liegt.

Kurz zusammengefasst

  • Erst die Landkarte, dann das Modell — sonst optimieren Sie am falschen Ende.
  • Drei Zeilen reichen: Führung, Kern, Unterstützung; in der Mitte der Weg des Auftrags von links nach rechts.
  • Ein Beispiel überträgt man über eine Frage: Wofür zahlt der Kunde, und was merkt er, wenn es schlecht läuft?
  • Jeder Schritt beim Erstellen hinterlässt ein Ergebnis, sonst wird aus dem Workshop eine Diskussionsrunde.
  • Fünf BPMN-Symbole decken die Abläufe eines Mittelständlers ab; das Werkzeug ist zweitrangig, das Exportformat nicht.
  • Den Ist-Zustand zeichnen, Brüche markieren, danach automatisieren.

Was wir damit machen

Wir moderieren die Aufnahme, zeichnen die Prozesse mit Ihren Leuten und überführen die wichtigsten davon in ablauffähige Schemata mit Aufgaben, Fristen und Zuständigkeiten. Wo Sie anfangen sollten, zeigt ein Digitalisierungs-Check; wie die Prozesse danach laufen, sehen Sie unter Prozesse.

Passende Leistung

Einen Geschäftsprozess automatisieren

Wir nehmen einen Ablauf vom Eingang bis zum Beleg auseinander, zeigen die Bruchstellen und sagen Ihnen, womit Sie anfangen.

Oleksandr Grygoriev

Über den Autor

Geschäftsführer, SEODACH Solutions GmbH

Mit über 10 Jahren Erfahrung in der IT-Branche unterstützt Oleksandr Grygoriev Unternehmen bei der digitalen Transformation — von SEO-Optimierung über KI-Automatisierung bis hin zu individueller Softwareentwicklung.

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