Was ist ein Deeplink?
Ein Deeplink führt direkt auf eine Unterseite statt auf die Startseite. Definition, Beispiele, Deep Linking in Apps und der Unterschied zum Hotlink.
Oleksandr Grygoriev · Aktualisiert:
Inhaltsverzeichnis
Ein Deeplink (auch Deep Link) ist ein Link, der direkt auf einen bestimmten Inhalt zeigt statt auf den Eingang: im Web auf eine Unterseite statt auf die Startseite, in einer App auf einen bestimmten Bildschirm statt auf den Startbildschirm. Deep Linking nennt man das Setzen und technische Einrichten solcher Links — für Kampagnen, Newsletter, QR-Codes oder die Verbindung von Website und App.
Beide Schreibweisen, „Deeplink“ und „Deep Link“, sind gebräuchlich und meinen dasselbe. Dieser Artikel klärt zuerst Definition und Abgrenzung, danach geht es um Deep Linking im Web, in Apps und in Kampagnen — und um die Fehler, die Deeplinks still unbrauchbar machen.
Deeplink: Definition und Abgrenzung
Kurz definiert: Ein Deeplink ist eine Adresse, die auf eine tiefer liegende Stelle einer Website oder App verweist und dabei Startseite, Kategorie und Navigation überspringt. Das Wort „tief“ beschreibt die Position im Aufbau — nicht die Länge der Adresse und nicht ihre Qualität. Zwei Welten benutzen den Begriff, und sie meinen Verschiedenes.
| Bedeutung | Worum es geht | Wen es betrifft |
|---|---|---|
| Deeplink im Web | Eine Adresse zeigt auf eine Unterseite oder einen Abschnitt, nicht auf die Startseite | Redaktion, SEO, interne Verlinkung, Linkaufbau |
| App-Deeplink (mobil) | Eine Adresse öffnet eine bestimmte Ansicht in einer installierten App | App-Entwicklung, Kampagnen, Support |
Fällt der Begriff in einem SEO-Gespräch, ist die erste Zeile gemeint. Sagt eine Entwicklerin „wir brauchen Deeplinks“, meint sie die zweite. Dazu kommen Nachbarbegriffe, die regelmäßig durcheinandergehen:
- Homepage-Link (auch Surface Link) ist der Gegenbegriff: ein Verweis auf die Startseite.
- Backlink sagt, woher ein Link kommt — Deeplink sagt, wohin er zeigt. Ein Backlink kann beides sein.
- Permalink ist die dauerhafte Adresse eines Beitrags. In der Praxis ist jeder gute Permalink auch ein Deeplink, der Begriff betont aber die Haltbarkeit.
- Ankerlink führt mit
#abschnittan eine Stelle innerhalb einer Seite — die feinste Form eines Deeplinks. - Kurzlink ist keine eigene Art von Link, sondern eine kurze Adresse, die per Weiterleitung auf den eigentlichen Deeplink zeigt — praktisch für Druck und QR-Codes, abhängig vom Dienst, der die Weiterleitung betreibt.
Planen Sie eine App, in der Links aus Newsletter oder Kampagne direkt auf den richtigen Bildschirm führen, gehört das bei der App-Entwicklung von Anfang an ins Konzept — nachträglich ist es aufwendig, weil Web-Adressen und App-Ansichten dann nicht zueinander passen.
Arten von Deeplinks: Web, App und Universal Link
„Deeplink“ ist ein Sammelbegriff. Je nachdem, wohin der Link führt und wer ihn öffnet, steckt eine andere Technik dahinter. Fünf Arten kommen im Alltag vor:
| Art | Wie der Link aussieht | Wohin er führt |
|---|---|---|
| Web-Deeplink | beispiel.de/leistungen/wartung | Auf eine Unterseite der Website — der Normalfall in Texten, Newslettern und Anzeigen |
| Anker-Deeplink | beispiel.de/preise#pakete | An eine bestimmte Stelle innerhalb einer Seite |
| App-Deeplink per URI-Scheme | beispielapp://artikel/123 | In eine Ansicht der installierten App; ohne App passiert nichts |
| Universal Link (iOS), App Link (Android) | https://beispiel.de/bestellung/4711 | Mit App in die App, ohne App auf dieselbe Seite im Browser |
| Deferred Deeplink | gewöhnliche Adresse, dahinter ein Dienst, der den Klick merkt | Zuerst in den App Store, nach der Installation an den gemeinten Inhalt |
Welche Art in Frage kommt, entscheidet nicht der Geschmack, sondern das Ziel. Ob sich eine Website überhaupt tief verlinken lässt, hängt an ihrer Adressstruktur (Deep Linking im Web); ob ein Klick in der App landet, hängt an den Zuordnungsdateien auf dem Server (Deep Linking in Apps).
Gebaut wird ein Deeplink immer nach demselben Muster: die vollständige, haltbare Adresse des Ziels, bei Bedarf ein Anker, für Kampagnen UTM-Parameter — und ein Ziel, das das Versprechen des Links sofort einlöst.
Deep Link und Hotlink: zwei verschiedene Dinge
Beide Begriffe werden verwechselt, besonders in der Schreibweise „Deep Hot Link“. Gemeint sind zwei verschiedene Vorgänge, und nur einer davon ist ein Deeplink.
- Deep Link: ein Verweis auf eine Unterseite. Der Besucher klickt und landet auf der Zielseite — der Link bringt also einen Besuch.
- Hotlink (Hotlinking, auch Inline-Linking oder Bandbreitendiebstahl): Eine fremde Datei wird über ihre direkte Adresse in die eigene Seite eingebettet, meist ein Bild oder ein Video. Der Besucher bleibt auf der fremden Seite, geladen wird die Datei aber vom Server des Urhebers.
Der Unterschied ist spürbar: Ein Deeplink bringt Besucher, ein Hotlink kostet den Urheber Rechenzeit und Übertragungsvolumen, ohne ihm einen Besuch zu bringen. Dazu kommt, dass das Einbetten fremder Inhalte rechtlich anders zu beurteilen ist als das Setzen eines Links — dazu der Abschnitt Sind Deeplinks erlaubt?.
Gegen Hotlinking auf eigene Dateien hilft Technik: Server und CDN-Dienste können Abrufe von Bildern und Videos auf die eigene Domain begrenzen, meist über eine Prüfung der verweisenden Adresse. Fällt Ihnen im Protokoll ein Bild auf, das zehnmal häufiger abgerufen wird als die Seite, auf der es liegt, ist das der typische Befund. Umgekehrt binden Sie fremde Dateien nicht per direkter Adresse ein, sondern laden sie mit Erlaubnis auf den eigenen Server oder nutzen den Einbettungscode, den der Anbieter dafür vorsieht.
Deeplink und Homepage-Link
Ein Homepage-Link zeigt auf ihre-domain.de. Ein Deeplink zeigt auf ihre-domain.de/leistungen/wartung oder, noch genauer, auf einen Abschnitt wie #preise. Für Besucher ist das der Unterschied zwischen „hier ist das Dokument“ und „suchen Sie es sich“. Jeder Klick, den jemand nach dem Link noch machen muss, kostet einen Teil der Leute, die gekommen sind.
| Kriterium | Homepage-Link | Deeplink |
|---|---|---|
| Ziel | Der Eingang der Website | Die Seite, auf der die Antwort steht |
| Weg des Besuchers | Menü, Kategorie, Suche | Kein Zwischenschritt |
| Typischer Linktext | Firmenname | Der Begriff der Zielseite |
| Was gestärkt wird | Nur die Startseite | Die Unterseite, die Umsatz bringt |
| Auswertung | Alles läuft auf einer Adresse zusammen | Pro Thema und Kampagne getrennt messbar |
| Hauptrisiko | Besucher springen ab, bevor sie das Angebot sehen | Die Adresse ändert sich und der Link läuft ins Leere |
Ein Homepage-Link ist nicht falsch — bei einer Empfehlung des Unternehmens als Ganzes ist er die richtige Wahl. Falsch wird er, sobald der Link ein konkretes Versprechen trägt: ein Angebot, eine Anleitung, einen Termin.
Deep Linking im Web: Adressen und Struktur
Deep Linking funktioniert nur so gut wie die Adressen, auf die es zeigt. Eine Website, deren Unterseiten keine eigene, haltbare Adresse haben, lässt sich nicht tief verlinken — egal wie gut die Inhalte sind. Vier Punkte entscheiden darüber:
- Ein Inhalt, eine Adresse. Ist dieselbe Seite über mehrere Adressen erreichbar — mit und ohne
www, mit und ohne Schrägstrich am Ende, mit angehängten Kampagnenparametern —, verteilen sich Links auf Varianten. Welche davon gilt, legt der Canonical-Tag fest. - Sprechender Pfad statt Parameter.
/leistungen/it-modernisierunglässt sich vorlesen, abtippen und in einem Jahr noch verstehen;/index.php?id=4711nicht. Parameter, die den Inhalt steuern (Filter, Sortierung, Sitzung), gehören nicht in Adressen, die extern verlinkt werden. - Flache Hierarchie. Der Pfad darf die Gliederung zeigen, muss sie aber nicht vollständig abbilden. Zwei bis drei Ebenen reichen fast immer; jede weitere Ebene macht die Adresse länger, ohne dass ein Besucher davon etwas hat.
- Stabile Anker. Soll auf Abschnitte verlinkt werden, brauchen die Überschriften feste
id-Werte. Wird eine Überschrift umformuliert und dieiddabei neu erzeugt, zeigen alle Ankerlinks ins Nichts — ohne Fehlermeldung.
Dieselbe Gliederung trägt zwei weitere Dinge: Besucher sehen in der Adresse, wo sie sind, und Suchmaschinen können einzelne Seiten unabhängig voneinander in den Index aufnehmen. Was keine eigene Adresse hat — ein Reiter, der nur per Klick erscheint, ein Schritt in einem Formular — existiert für die Suche nicht und lässt sich auch nicht teilen.
Deeplinks in der SEO
Suchmaschinen bewerten einzelne Seiten, nicht Websites als Ganzes. Deshalb entscheidet die Verteilung der Links darüber, welche Ihrer Seiten überhaupt eine Chance auf Sichtbarkeit bekommen.
- Autorität wandert dorthin, wo verlinkt wird. Zeigen alle Backlinks auf die Startseite, bleibt der Wert dort hängen und erreicht die Unterseiten nur über die interne Verlinkung — geschwächt und verzögert.
- Entdeckung. Seiten, auf die niemand verlinkt, findet ein Crawler spät oder gar nicht. Verwaiste Seiten sind ein Standardbefund jeder Crawlability-Prüfung.
- Passender Linktext. Ein Deeplink trägt meist den Begriff, um den es auf der Zielseite geht. Dieser Ankertext sagt der Suchmaschine, was sie dort erwartet — bei einem Startseiten-Link steht dort in der Regel nur der Firmenname.
- Natürliches Profil. Websites, auf die echte Empfehlungen zeigen, sammeln automatisch Verweise auf Ratgeber, Produkte und Referenzen. Ein Profil, das fast ausschließlich aus Startseiten-Links besteht, ist ungewöhnlich.
Seit Antworten direkt in der Suche stehen, zählt die einzelne Unterseite noch mehr. Die KI-Übersichten von Google verlinken genau die Seiten, deren Abschnitt die Frage beantwortet — zitiert wird dabei auch eine Seite aus den hinteren Positionen, wenn der passende Absatz dort steht. Verlinkt und zitiert wird also nie „die Website“, sondern immer ein Dokument mit eigener Adresse.
Gelegentlich wird eine „Deeplink-Ratio“ als Kennzahl gehandelt: der Anteil der Backlinks, der auf Unterseiten zeigt. Als grobe Orientierung ist das brauchbar, als Zielwert nicht — welche Verteilung normal ist, hängt vom Geschäft ab. Ein Onlineshop sammelt Verweise auf Produkte, ein Handwerksbetrieb naturgemäß mehr auf die Startseite. Wer Links aufbaut, um eine Quote zu erfüllen, optimiert an der falschen Stelle; die Grundlagen stehen unter Linkbuilding.
Interne Deeplinks richtig setzen
Den größten Teil der Deeplinks auf eine Website setzen Sie selbst — in Texten, Navigation und Fußzeile. Was sich bewährt hat:
- Aus dem Fließtext heraus verlinken, an der Stelle, an der die Frage entsteht. Linklisten am Textende werden deutlich seltener geklickt.
- Beschreibender Linktext statt „hier“ oder „mehr erfahren“. Der Text soll sagen, was auf der Zielseite steht.
- Wenige Klicks zum Ziel. Wichtige Seiten sollten von der Startseite aus in zwei bis drei Schritten erreichbar sein. Was nur über Filter zu finden ist, wird seltener abgerufen.
- Keine Kampagnenparameter in internen Links. Ein internes
utm_sourcestartet in der Statistik eine neue Sitzung und zerschneidet den Weg des Besuchers in zwei Besuche. - Ziele prüfen. Jeder interne Link auf eine gelöschte Seite ist ein Broken Link. Beim Umbenennen von Seiten gehören die Verweise darauf mit auf die Liste.
- Wichtige Seiten häufiger verlinken. Die interne Verlinkung ist das stärkste Signal dafür, welche Seiten Sie selbst für wichtig halten.
Welche Seiten verwaist sind, welche Linktexte sich doppeln und wohin die internen Links tatsächlich fließen, zeigt ein SEO-Audit — das ist Zählarbeit, die man einmal macht und danach beim Veröffentlichen mitläuft.
Deep Linking in Apps
In der App-Entwicklung bedeutet Deep Linking, dass ein Link nicht nur die App startet, sondern den Nutzer an die richtige Stelle in ihr bringt: die Bestellung, den Artikel, den Chat. Drei Varianten sind gebräuchlich.
- Klassische URI-Schemes wie
meineapp://artikel/123. Einfach einzurichten, aber unzuverlässig: Ist die App nicht installiert, passiert nichts oder es erscheint eine Fehlermeldung. Außerdem kann jede App dasselbe Schema beanspruchen. - Universal Links (iOS) und App Links (Android). Hier ist die Adresse eine gewöhnliche
https-Adresse Ihrer Website. Ist die App installiert, öffnet sie sich; ist sie es nicht, lädt die Website. Dafür muss auf dem Server eine Zuordnungsdatei liegen —apple-app-site-associationfür iOS,assetlinks.jsonfür Android —, die bestätigt, dass Domain und App zusammengehören. - Deferred Deeplinks. Für Nutzer ohne installierte App: Der Klick führt in den App Store, und nach der Installation öffnet die App trotzdem den ursprünglich gemeinten Inhalt. Das braucht einen Dienst, der den Zusammenhang zwischen Klick und Installation herstellt.
Universal Links und App Links funktionieren nur, wenn die Zuordnungsdatei unter der richtigen Adresse liegt, ohne Weiterleitung ausgeliefert wird und den korrekten Inhaltstyp hat. Fällt sie nach einem Serverumzug weg, öffnen alle Links stillschweigend wieder den Browser — ein Fehler, der ohne Prüfung monatelang unbemerkt bleibt. Wer App und Website parallel betreibt, nimmt diese Datei deshalb in die laufende Überwachung auf.
Getestet wird ein App-Deeplink nicht im Browserfenster, sondern auf dem Gerät und in vier Zuständen: App installiert und offen, App installiert und geschlossen, App nicht installiert, und Aufruf aus einer fremden App heraus — Messenger und soziale Netzwerke öffnen Links oft in ihrem eigenen Browser, der App-Übergänge anders behandelt.
Deeplinks richtig einsetzen
Jeder Link, der ein Versprechen trägt, braucht ein Ziel, das dieses Versprechen sofort einlöst. Daraus ergeben sich für die vier häufigsten Wege ganz unterschiedliche Anforderungen.
Kampagnen und Anzeigen
Eine Anzeige bewirbt ein Angebot, nicht ein Unternehmen. Entsprechend gehört hinter jede Anzeige die Landingpage genau dieses Angebots — mit derselben Formulierung im Titel, die im Inserat stand. Wiederholt sich das Versprechen oben auf der Seite nicht, rechnet der Besucher damit, am falschen Ort zu sein. Mehrere Varianten einer Kampagne zeigen dabei besser auf dieselbe Zielseite mit unterschiedlichen Kampagnenparametern als auf mehrere fast gleiche Kopien der Seite.
Newsletter und E-Mail
Im Newsletter zeigt jeder Textabschnitt auf seinen eigenen Inhalt, nicht alles auf die Startseite. Zwei Regeln lohnen sich: absolute Adressen mit https verwenden, weil in einer E-Mail kein relativer Kontext existiert — und vor dem Versand jeden Link im Testmail einmal anklicken. Links, die ein Versandsystem umschreibt, um Klicks zu messen, sollten auf eine Adresse zeigen, die es auch in einem Jahr noch gibt; archivierte Newsletter werden lange gelesen.
QR-Codes auf Druck und Verpackung
Ein QR-Code ist der Link, den Sie am schwersten wieder ändern: Der Aufkleber auf der Maschine, der Flyer im Umlauf und das Typenschild bleiben jahrelang. Deshalb zeigt der Code auf eine kurze, sprechende Adresse der eigenen Domain, die man auch abtippen kann — und besser auf eine eigene Weiterleitungsadresse als direkt auf die Zielseite: So lässt sich das Ziel später ändern, ohne den gedruckten Code zu entwerten. Kurzadressen fremder Dienste sind dafür riskant, weil der Code mit dem Dienst stirbt.
PDF, Angebote und Dokumente
In Angeboten, Anleitungen und Datenblättern ersetzt ein Deeplink das Suchen. Auch hier gilt: vollständige Adresse, klickbar und lesbar, ohne Sitzungs- oder Filterparameter. Ein PDF liegt oft jahrelang in einem Postfach — ein Link darin, der auf eine Kampagnenadresse zeigt, ist nach der Kampagne wertlos.
Messen mit UTM-Parametern
Woher ein Besucher kam, verrät der Link selbst, wenn man ihn kennzeichnet: ?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=herbst. Drei Punkte dazu:
- Die Parameter ändern den Inhalt der Seite nicht — die gekennzeichnete Adresse bleibt dieselbe Seite und verweist per Canonical auf die Fassung ohne Parameter.
- Schreibweisen einmal festlegen und durchhalten:
emailundE-Mailwerden in der Statistik zu zwei Kanälen. - Nur nach außen kennzeichnen. Interne Links bleiben ohne Parameter.
Deeplink-Beispiele
Wie ein Deeplink aussieht, hängt davon ab, wohin er führen soll. Die Adressen in der Tabelle sind Beispiele mit erfundenen Domains.
| Situation | Beispiel | Wohin der Link führt |
|---|---|---|
| Interner Link im Fließtext | /leistungen/wartung | Direkt auf die Leistungsseite, nicht auf die Startseite |
| Link auf einen Abschnitt | beispiel.de/preise#pakete | An eine bestimmte Stelle innerhalb der Seite |
| Backlink aus einem Fachartikel | beispiel.de/ratgeber/heizung-tauschen | Auf den Ratgeber, den der fremde Artikel zitiert |
| Anzeige oder Newsletter | beispiel.de/angebot-herbst?utm_source=newsletter | Auf die Landingpage dieses Angebots, mit Herkunft in der Statistik |
| Universal Link oder App Link | https://beispiel.de/bestellung/4711 | In der App auf die Bestellung, ohne App auf dieselbe Seite im Browser |
| URI-Scheme | beispielapp://chat | Direkt in den Chat der installierten App |
| QR-Code auf Flyer oder Maschine | beispiel.de/anleitung/modell-a | Auf die Anleitung zum konkreten Produkt |
| Link im PDF-Angebot | https://beispiel.de/referenzen/dachsanierung | Auf den Beleg zum Angebot, ohne Suche auf der Website |
Allen Beispielen gemeinsam: Der Link erspart dem Besucher den Weg über Startseite und Menü. Je genauer das Ziel zur Erwartung passt, die der Link weckt, desto seltener springen Besucher wieder ab.
Deeplinks beim Relaunch retten
Beim Umbau einer Website ändern sich Adressen — und mit ihnen brechen genau die Links, die am meisten wert sind: Verweise aus Fachartikeln, Einträge in Verzeichnissen, Links in alten Angeboten und Newslettern, gedruckte QR-Codes. Diese Quellen aktualisiert niemand für Sie. Deshalb gehört zu jedem Relaunch eine Zuordnung alt → neu, Adresse für Adresse.
- Bestand aufnehmen, vor dem Umbau. Adressliste aus Sitemap, Serverprotokollen, dem Bericht „Seiten“ der Search Console und der Liste bekannter Backlinks zusammenführen.
- Jede alte Adresse auf ihr inhaltliches Gegenüber leiten. Dafür ist die 301-Weiterleitung gedacht; Google hat klargestellt, dass Weiterleitungen der 3xx-Gruppe keinen PageRank kosten. Teuer ist nicht die Weiterleitung, sondern ihr Fehlen.
- Nicht pauschal auf die Startseite leiten. Der Besucher sucht dann wieder von vorn, und inhaltlich ist das Ziel ein anderes Dokument. Gibt es wirklich keinen Ersatz, ist der Statuscode 410 die ehrlichere Antwort als eine Weiterleitung ins Ungefähre.
- Nach dem Umzug stichprobenartig klicken. Besonders tückisch ist die alte Adresse, die eine „nicht gefunden“-Ansicht zeigt und trotzdem den Code 200 liefert — ein Soft 404, den ein Mensch nicht von einer echten Fehlerseite unterscheidet.
- Anker und Zuordnungsdateien nicht vergessen. Umbenannte Abschnitte lassen Ankerlinks ins Leere laufen, und
apple-app-site-associationsowieassetlinks.jsonmüssen nach dem Umzug wieder am alten Platz liegen.
Wer die Adressen vorher zuordnet, verliert beim Website-Relaunch weder Sichtbarkeit noch Anfragen aus alten Links. Wer es nachher merkt, sucht die Liste aus Fehlerberichten wieder zusammen — das dauert länger und bleibt lückenhaft.
Sind Deeplinks erlaubt?
Für frei zugängliche Inhalte ist das Setzen eines Deeplinks in Deutschland zulässig — der Bundesgerichtshof hat das 2003 im sogenannten Paperboy-Urteil entschieden, und der Europäische Gerichtshof hat 2014 in der Entscheidung Svensson bestätigt, dass ein Link auf einen frei verfügbaren Inhalt keine neue Veröffentlichung darstellt. Anders sieht es aus, wenn ein Link eine Zugangsbeschränkung umgeht oder wenn fremde Inhalte so eingebettet werden, dass sie wie eigene wirken. Auch die Haftung für Verweise auf rechtswidrige Inhalte bleibt ein Thema. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung; bei Zweifeln, insbesondere bei eingebetteten Inhalten, fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt.
Typische Fehler
- Kampagnen führen auf die Startseite. Anzeige, Newsletter und Messeflyer bewerben ein bestimmtes Angebot und verweisen dann auf den Eingang — der Besucher muss die Antwort selbst suchen.
- Nach dem Relaunch alles auf die Startseite geleitet. Bequem eingerichtet, und die Arbeit von Jahren an Verweisen landet auf einer Seite, die zur Frage nicht passt.
- Externe Deeplinks auf Adressen mit Parametern, die nach ein paar Wochen nicht mehr funktionieren. Was extern verlinkt wird, braucht eine stabile Adresse.
- Ankerlinks ohne Ziel. Ein Verweis auf
#preiseläuft ins Nichts, sobald der Abschnitt umbenannt wird. - App-Links ohne Fallback. Wer die App nicht hat, sieht eine Fehlermeldung statt der Website.
- QR-Code direkt auf eine Kampagnenadresse. Die Kampagne endet, der Aufkleber bleibt.
- Kampagnenparameter in internen Links. Die eigene Statistik zählt daraufhin Besuche, die es nie gab.
- Alle internen Links auf
nofollowsetzen. Ein Missverständnis, das die eigene Struktur schwächt — was nofollow tatsächlich bewirkt, steht im eigenen Artikel.
Häufige Fragen zu Deeplinks
Was ist ein Deeplink einfach erklärt?
Ein Link, der nicht auf die Startseite, sondern direkt auf die Unterseite oder den App-Bildschirm führt, um den es geht. Beispiel: Ein Link auf beispiel.de/leistungen/wartung ist ein Deeplink, ein Link auf beispiel.de nicht.
Was ist Deep Linking?
Deep Linking ist das gezielte Setzen solcher Links. Im Web geht es um interne Verlinkung und Backlinks auf Unterseiten, in Apps um die technische Einrichtung über Universal Links (iOS), App Links (Android) oder Deferred Deeplinks, damit ein Klick an der richtigen Stelle der App landet.
Schreibt man Deeplink oder Deep Link?
Beides ist verbreitet. „Deep Link“ folgt der englischen Schreibweise, „Deeplink“ der deutschen Gewohnheit, zusammengesetzte Wörter zusammenzuschreiben. Mit Bindestrich — „Deep-Link“ — ist es ebenfalls korrekt. Inhaltlich gibt es keinen Unterschied.
Was ist ein Deep Hotlink?
Der Ausdruck mischt zwei Dinge. Ein Deeplink verweist auf eine Unterseite, ein Hotlink bettet eine fremde Datei über ihre direkte Adresse in die eigene Seite ein. Wer „deep hot link“ sucht, meint meist das Einbetten; den Unterschied und die Abwehr erklärt der Abschnitt Deep Link und Hotlink.
Was ist der Unterschied zwischen Deeplink und Backlink?
Ein Backlink ist ein Link von einer fremden Website auf Ihre. Ein Deeplink beschreibt, wohin der Link zeigt — auf eine Unterseite statt auf die Startseite. Ein Backlink kann also gleichzeitig ein Deeplink sein, und interne Links sind Deeplinks, ohne Backlinks zu sein.
Sind Deeplinks gut oder schlecht für SEO?
Gut, solange sie inhaltlich passen. Sie verteilen Autorität auf die Seiten, die tatsächlich Umsatz bringen, und helfen Suchmaschinen beim Entdecken. Schlecht wird es erst, wenn Links massenhaft und mit identischem Linktext eingekauft werden.
Wie erstelle ich einen Deeplink?
Im Web: die vollständige Adresse der Unterseite kopieren, bei Bedarf mit Anker, für Kampagnen mit UTM-Parametern. In Apps: eine https-Adresse Ihrer Domain verwenden und über die Zuordnungsdateien für iOS und Android hinterlegen — dann funktioniert derselbe Link mit und ohne installierte App.
Was bedeutet Deferred Deep Linking?
Der Klick führt zunächst in den App Store, weil die App fehlt. Nach der Installation öffnet die App trotzdem den Inhalt, der ursprünglich gemeint war — Produkt, Gutschein, Einladung. Dazu merkt sich ein Dienst den Klick und gibt die Information beim ersten Start an die App weiter.
Wie teste ich einen Deeplink?
Im Web: Adresse in einem Fenster ohne Anmeldung öffnen und prüfen, ob die Seite den Statuscode 200 liefert und der Anker sitzt. In der App: auf einem echten Gerät, einmal mit installierter und einmal ohne App, und zusätzlich aus einem Messenger heraus — dort öffnet oft ein eingebauter Browser.
Was passiert mit Deeplinks nach einem Relaunch?
Sie zeigen auf Adressen, die es nicht mehr gibt, solange niemand sie umleitet. Jede alte Adresse braucht eine 301-Weiterleitung auf die inhaltlich passende neue Seite; für Inhalte ohne Nachfolger ist 410 richtig. Ohne diese Liste verlieren Sie Besucher aus fremden Links, ohne es zu merken.
Brauche ich Universal Links, wenn ich keine App habe?
Nein. Ohne App reicht die gewöhnliche Verlinkung auf Unterseiten. Sobald eine App dazukommt, sollten Web-Adressen und App-Ansichten allerdings von Anfang an dieselbe Adressstruktur benutzen — nachträglich ist das aufwendig.
Zusammenfassung
Ein Deeplink führt dorthin, wo die Antwort steht, statt zum Eingang. Im Web hängt er an einer sprechenden, haltbaren Adresse und entscheidet mit darüber, welche Unterseiten gefunden, verlinkt und in Antworten zitiert werden; in Apps sorgen Universal Links, App Links und Deferred Deeplinks dafür, dass ein Klick in der richtigen Ansicht landet; in Kampagnen, QR-Codes und Angeboten ist er der Unterschied zwischen einer Anfrage und einem Besucher, der wieder sucht. Zwei Dinge brechen ihn: eine Adresse, die sich ändert, und ein Relaunch ohne Weiterleitungen. Die interne Verlinkung und eine Adressstruktur, die Jahre übersteht, bauen wir als Teil der SEO-Betreuung auf.
Brauchen Sie Unterstützung?
Im kostenfreien Erstgespräch klären wir, was davon sich in Ihrem Unternehmen lohnt und womit Sie anfangen sollten.
Erstgespräch vereinbarenSie schreiben kurz, worum es geht — wir melden uns und sagen, ob und wie wir helfen können. Kostenfrei und unverbindlich.
Lieber direkt sprechen? +49 89 24 8853 444 · WhatsApp
Weitere Artikel im Wiki-Lexikon
Was ist ein Dofollow-Link?
Ein Dofollow-Link gibt Linkautorität weiter. HTML-Beispiel, Unterschied zu Nofollow, wie Sie Dofollow erkennen und welche Backlinks wirklich zählen.
Begriff öffnenWas ist interne Verlinkung?
Interne Verlinkung verbindet die Seiten Ihrer Website. Wie sie Besucher führt, Google Orientierung gibt und welche Fehler Rankings kosten.
Begriff öffnenWas ist Domain Rating?
Domain Rating (DR) ist der Ahrefs-Wert von 0 bis 100 für die Stärke eines Backlink-Profils. So prüfen Sie DR kostenlos und lesen die Zahl richtig.
Begriff öffnenWas ist ein Ankertext?
Der Ankertext ist der sichtbare, klickbare Text eines Links. Welche Arten es gibt, wie Google ihn liest und wann er zum Risiko wird.
Begriff öffnen